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24.09.2021 - 20:52
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Edelstahl schweißen und beizen

14 Beiträge / 0 neu
Letzter Beitrag
Bild des Benutzers Jens
Dabei seit: 28.05.2014

Moin Bubu,
schweiße zu 99% schwarzen Stahl, da habe ich das Problem ja nicht ;-)
Die Edelstahl-Kollegen in der Werkstatt benutzen soweit ich weiß eine recht hässliche Paste und verbrutzeln sich damit regelmäßig die Arbeitsklamotten. Eben mal gekuckt, wenn ich das recht begriffen habe funktioniert das Elektrobeizen mit Gleichstrom oder gepulstem Gleichstrom? Elektrolyt ist Salzsäure?
Hast Du nicht ein paar Probe-Enden, um das auszuprobieren?
 
Beste Grüße, Jens

(auf Beitrag #2 antworten)
Bild des Benutzers Bububaer
Dabei seit: 18.09.2014

Hallo Jens,
bisher hab ich auch viel schwarzgeschweißt (das könnte man jetzt auch falsch verstehen ;-) ). Aber die Zeiten ändern sich und ich baue immer mehr aus Edelstahl (was natürlich auch Vorteile hat). Bei mir dürfte sich das Verhältnis ziemlich die Waage halten, also 50 % Schwarz und 50 % Weiß.
Probestücke habe ich schon einige gemacht. Bis jetzt mache ich die Versuche mit dem Elektrolyt102 (in der Bucht kostet der Liter ca. 16 EUR). Im Netz hab ich dann viel darüber gefunden, dass es sich bei dem Elektrolyt um relativ verdünnte Mineralsäuren handelt. Von daher werde ich die nächsten Versuche mit Schwefelsäure machen (hab noch nen Kanister Akkusäure im Keller). Das wäre dann nämlich sehr viel preiswerter, wenn es denn genausogut funktioniert.
Die ersten Versuche sind übrigens sehr, sehr vielversprechend. Mit absolut sauberer Gleichspannung und mit gepulster Gleichspannung (nur über Gleichrichter ohne Stabilisierung) funktioniert die Beizung vergleichbar gut. Es ist kein Unterschied dabei sehbar. Pluspol ans Werkstück, Minuspol an die Elektrode (zur Zeit aus V2A mit Kunstfaser-Filz).
Elektropoliert habe ich bis jetzt mit dem gleichen Mittel, allerdings mit Wechselstrom. Dafür habe ich ein billiges Ladegerät mit 6 verschiedenen Ladestufen und gewickeltem Trafo umgebaut. Das funktioniert super.
Jetzt gehts  mir halt noch drum, ob noch jemand schon mit Elektrolyten gespielt hat und vielleicht schon selbst welche gemischt hat. Vielleicht hat ja jemand ein gutes "Rezept"...
 
Viele Grüße
Bubu
 

(auf Beitrag #3 antworten)
Bild des Benutzers Jens
Dabei seit: 28.05.2014

Mmmmh,
 
das hört sich interessant an - wie sieht Deine Elektrode (oder Bürste?) dafür aus?
Musst Du immer tauchen, nehme ich an?
Jens

(auf Beitrag #4 antworten)
Bild des Benutzers Bububaer
Dabei seit: 18.09.2014

Das ist einfach ein Stück V2A-Blechstreifen, etwa 30 mm breit und lang genug, dass man das gleich als Griff nehmen kann. Da habe ich dann ein Stück Filz (muss Kunstfaser sein wegen der Säurebeständigkeit) um die Kante geknickt und mit so einem Gefriertüten-Clip befestigt.
Bis jetzt habe ich schon einiges gebeizt und die Elektrode sieht noch ganz gut aus, hat sich bisschen verfärbt und vielleicht einen leichten Abtrag, aber es hält sich echt in engen Grenzen. Und so ein Stück V2A-Blech hat man immer wieder mal als Rest im Schrott liegen, da ist schnell eine Elektrode draus gebaut.
Was wirklich relativ schnell verschleißt ist der Filz. Das kommt wohl von der Hitzeentwicklung (das wird echt richtig heiß und kocht auch heftig). Aber da werde ich bald mit Glasbändern (wie sie zum Ofenabdichten verwendet werden) Versuche machen. Die dürften die Hitze wesentlich besser wegstecken und sind ebenfalls säurebeständig.
Übrigens kann man mit einer Signierschablone und dem richtigen Elektrolyt auch tiefschwarze Signaturen in VA reinelektrolysieren.
VG
Bubu

(auf Beitrag #5 antworten)
Bild des Benutzers Jens
Dabei seit: 28.05.2014

Hört sich gut an.
Wie sieht die Vorbehandlung des Bauteils aus? Bürstest Du das mit ner Zopfbürste noch ab oder gehst Du gleich mit dem Zauberstab drüber?
Den Zaubersaft tunkst Du dann sparsam drauf, richtig?
 
Vorhin mal nach käuflichem Gerät zum Thema gekuckt - die Preise sind ja gesalzen...
 
Beste Grüße! Jens
 
 

(auf Beitrag #6 antworten)
Bild des Benutzers Bububaer
Dabei seit: 18.09.2014

Ich lasse komplett den Strom arbeiten, also keine mechanische Vorbehandlung. Das hat den Vorteil, dass Bauteile aus geschliffenem VA-Profil auch schön bleiben und nicht mit einer Bürste total verhunzt werden. Wig-Schweißen ist recht sauber, da bleibt kaum Zunder dran. Wichtig ist, dass vor dem Schweißen alles schön sauber ist. Dieses Schutzölzeugs, das bei geschliffenen Profilen dran ist, putze ich mit Bremsenreiniger sauber ab.
Der Filzstempel wird in den Zaubersaft getaucht. Der Stempel muss auch immer schön nass sein, sonst fängt ziemlich schnell der Filz zum Schmelzen an, dann fliegt am Trafo auch schnell die 20 Ampere-Sicherung raus :-) Immerhin fließen da bei 30 Volt etwa 15 Ampere, das wird schon gut warm. Aber der Elektrolytverbrauch ist wirklich sehr sparsam. So eine Literflasche dürfte bei mir für mehrere Jahre ausreichen. Den nassen Stempel packe ich dann in eine dichte Brotzeitdose, dann trocknet der so gut wie nicht aus und man kann den so weiterverwenden.
Jetzt muss ich bloß noch verschiedene Mixturen probieren :-)
 
Viele Grüße
Bubu

(auf Beitrag #7 antworten)
Bild des Benutzers Jens
Dabei seit: 28.05.2014

Insgesamt sehr verlockend!
Aber warum nicht gleich mit ner Starterbatterie? Muss gleich eh mal einen neuen Stromspender befüllen; vielleicht komme ich ja morgen dazu, die elektrische Wunderfackel zu testen.
 
Beste Grüße! Jens

(auf Beitrag #8 antworten)
Bild des Benutzers Bububaer
Dabei seit: 18.09.2014

Welche Wunderfackel willst du testen??
Der Trafo hat mehrere Vorteile:
- Ich kann bis kanpp über 30 Volt fahren, bei stark verdünnten Elektrolyten braucht man auch Spannung.
- Ich kann mit Gleichstrom Beizen und Reinigen und mit Wechselstrom Polieren.
- Der Trafo ist bei Kurzschluss gutmütiger. Gerade wenn der Filz verschlissen ist und ein Loch bekommt, würde es mich schon ärgern, wenn ich mir dann mit einem fetten Kurzschluss die schöne Schweißnaht sauber versaue.
- Und dann ist der halt auch noch wesentlich leichter, kompakter und wird vor allem nie leer.
 
Prinzipiell hast du Recht, würde es mit einer Starterbatterie auch funktionieren (dann wäre das Elektrolyt auch schon gleich an Bord ;-) )
 
Viele Grüße
Bubu

(auf Beitrag #9 antworten)
Bild des Benutzers Jens
Dabei seit: 28.05.2014

Du hast natürlich recht,
Batterie ist nicht regelbar und müsste in jedem Fall abgesichert werden.
Ärgerlicherweise habe ich das Wochenende mit dem Einstellen der Schaltung beim Auto der Frau verbracht und noch einmal zwei Stunden die gesamte Hütte untersucht, wo die verfluchte kurze Verlängerung mit der 13er Nuss hingekommen ist: War heimlich und leise unter den Getriebekasten der Drehbank gerollt. Halleluhjah!
Mein schönes Toellner-Labornetzteil habe ich zum Teufel gejagt, als ich die frischbefüllte Motorrad-Batterie nachladen wollte und im Halbdunkel und nach einer sehr langen Woche die Strippen vertauscht habe. Halleluhjah und zwei Rauchwolken! Irgendwie war dieses Wochenende der Wurm drin....
 
Nichtsdestoweniger werde ich die Beizerei demnächst ausprobieren - in Ermangelung des Netzteils dann vermutlich mit Batterie. Wenn nix dazwischenkommt.... ;-)
 
Beste Grüße! Jens
 

(auf Beitrag #10 antworten)
Bild des Benutzers Bububaer
Dabei seit: 18.09.2014

Was haste denn da für ne Toellner-Kiste?? Wenn du Glück hast, sind nur die Endstufentransistoren kaputt. Wenns schon etwas älter ist, könnten da ganz einfache 2N3055 drin sein. Die kosten nicht viel und sind schnell getauscht...
Seit ich meine Werkstatt neu eingerichtet hab, hat sich bei mir die Sucherei fast auf 0 reduziert. Jetzt hab ich eben auch wirklich Platz, grobe Sachen sind in der Garage, meine Elektroniksachen im Keller.  Und wenn ich mal irgendwas gar nicht finde, hab ich noch meinen Spenglerei-Nachbarn und meinen Heizungsbau-Nachbarn. So ein einfacher Zugriff zu (Spezial)Werkzeugen ist unheimlich viel Wert und kostet mich nur ein paar Bier im Jahr ;-)
Viele Grüße
Bubu

(auf Beitrag #11 antworten)
Bild des Benutzers Jens
Dabei seit: 28.05.2014

Die Toellner-Kiste habe ich aus der Benq-Insolvenz; sehr feines Gerät mit 0-18 V und bis zu 12 Ampere Peak. Allerdings nicht verpolungssicher, wie ich feststellen musste. Grunz!
Der Ausgang ist auch nicht abgesichert, stattdessen mit einer Leistungsdiode verbunden - gibts das? Die hat es plik! zerhauen und anschließend die Leiterbahn in der Umgebung fachgerecht gegrillt. Bin mir nicht sicher, ob es da nicht noch ein paar andere Bauteile zersägt hat. Werde am kommenden WE mal ein paar Bilder machen - vielleicht fällt Dir ja was dazu ein!
 
Werkstatt ist -eigentlich- auch immer fein aufgeräumt, auch wenn ich mangels Elektronik keine eigene Ecke für die ganz feinen Sachen habe. Sowas nehme ich im Zweifel immer mit an den Küchentisch. Nach dem Essen.
Im Fall der verlorenen Verlängerung wird man ja beinahe bekloppt im Kopp. War kurz davor, die randvolle 240Liter-Mülltonne auszukippen, schließlich wirft man Werkzeug für 30 Talerchen ja ungern weg. Nach dem Reboot der Hirnrinde bin ich dann mit meiner neuen LED-Wunderfunzel über den Werkstattboden gekraucht und habe das Gespann tatsächlich lokalisiert. Haben ordentlich Schelte gekriegt, die kleinen Racker.
Naja, und wenn all das nicht dazwischen gekommen wäre, hätte ich mal meinen Pinsel in Schwefelsäure getunkt und damit ein wenig probegebeizt.
 
Beste Grüße! Jens
 

(auf Beitrag #12 antworten)
Bild des Benutzers Bububaer
Dabei seit: 18.09.2014

Schade um das Toellner. Ist das ein Schaltnetzteil oder noch mit gewickeltem, schwerem Trafo?
Sitzt die Diode parallel in Sperrrichtung (also Kathode an Plus, Anode an Minus) zum Ausgang? Wenn ja, könntest du vielleicht wirklich ganz viel Glück haben. Das ist dann nämlich eine Schutzdiode und du könntest das Gerät einfach mal testweise ohne die Diode probieren. Die Diode wird genau aus solchen Gründen wie dir passiert ist, eingebaut...
Mach doch mal ein Foto von dem Maleur...
 
Viele Grüße
Bubu

(auf Beitrag #13 antworten)
Bild des Benutzers Jens
Dabei seit: 28.05.2014

Hi Bubu,
 
Deine Antwort hier eben erst gelesen. Sorry. Danke dafür! Habe nen neuen Thread aufgemacht und musste feststellen, dass die Forensoftware immer noch ein paar faule Ecken hat.
Nunja - aber da kann das abgerauchte Gerät noch was gutes tun ;-)
 
Jens