Der Licht-Spachtel

Karosse entrosten

Der Licht-Spachtel

# 196 | 10.04.2016 | JEM

Üblicherweise sind wir „Innovationen“ gegenüber eher skeptisch. DAS HIER macht jedoch auf Anhieb gierig.

In den seligen 80er Jahren bescherte uns das Privatfernsehen eine Sendung namens „Amazing Discoveries“. Darin unterhielten sich Bob und Dave oder Joe und Jeb aufgeregt über neue Autopolituren, Multifunktions-Käsereiben oder elektrische Staubwedel.

Kurz: Eine Verkaufssendung der allerbilligsten Art, die damals allein wegen ihrer extremen Übertreibungen neu und aufregend war.

 

Als der verehrte Bürokollege Herr R. deswegen mit der folgenden Innovation erschien, waren wir sehr zurückhaltend - das klang einen Hauch zu sehr nach „Amazing discoveries“.

Farbe und Rost mit Laserlicht wegbrutzeln? Haben Sie Ihre Pillen vergessen, Herr R.?

 

Die Technik ist indes nicht neu, sondern gewann bereits 2010 den Deutschen Umweltpreis. Ein aufgefächerter Laserstrahl verbrennt Rost, Farbe und sogar eklige Bitumenanstriche; ein integriertes Gebläse saugt den entstehenden Rauch zackig weg.

 

Allerdings haben nur wenige Leute davon gehört, geschweige denn mal einen Laserspachtel im Einsatz gesehen.

Das liegt vermutlich primär am Preis - die 1000 Watt-Kanone im Bild gehört einem spanischen Unternehmen und kostet rund 300.000 Euro; ein happiger Brocken, wenn man nur mal eben den Polo-Schweller entrosten möchte.

 

 

Der Hersteller bittet übrigens von Anfragen nach den Geräten abzusehen - Schrauber werden vorerst nicht bedient. Schade - bleibt uns nur das Video und der Sabber im Mundwinkel.

Oder kennt jemand vielleicht eine Bude, die sowas macht?