Der Letzte

Gut gesaugt

Der Letzte

# 144 | 20.09.2015 | JEM

Vorkriegs-Optik, unzerstörbare Technik und herrlich leise: Der neue Autoschrauber.de-Mitbewohner.

Irgendwann hat man es satt: Sauger, die als gelbe „Industriequalität“ angepriesen werden, aber bei harter Beanspruchung schlapp machen.
Oder den Werkstattdreck durch Gehäuseritzen in die Bude pusten oder die nach ein paar Stunden keinen Mucks mehr tun. Alternativ zerbröseln deren billige Schlauch-Anschlüsse („Industriequalität“!) oder das Rüssel-Ende persönlich.
Wenn die „Industrie“ mit so etwas arbeiten soll, fragen wir uns: Welche Industrie? Tschetschenische Schuhsohlen-Hersteller? Taiwanesische Glückskeks-Kombinate?

 
Nach ein paar echten Pleite-Geräten kümmert sich jetzt ein dänischer Mitbewohner um das, was in unserer Schrauber-Bude liegenbleibt. Ein, tja, was sagt man dann... Friedensware-Gerät?
So nannte man in der Nachkriegszeit Sachen, die vor dem Krieg für eine Haltbarkeit von 1000 Jahren konstruiert und mit den bestmöglichen Zutaten gefertigt wurden.
 
Dieser Nilfisk-Sauger jedenfalls besteht aus dickem Blech, Stahl, Gummi, echten Kugellagern, Stoff, Bakelit und sogar Buchenholz. Sein Drehstrommotor treibt ein erstaunlich kraftvolles und leises Gebläse, das Dreck pfundweise in einen verschleißfreien Dauerfilter saugt.
 
Damit ist das Ding nicht besonders aufregend. Eher das Gegenteil: Eine sehr beruhigende Anschaffung. Schließlich brauchen wir uns ab jetzt nie wieder um einen Staubsauger kümmern.
Und ist allein das nicht schon ein Gläschen Kosakenkaffee wert?

 
Im übrigen steht das Geldverdienen immer noch auf der Tagesordnung, so dass der Ausbau der Autoschrauber.de-Inhalte nur auf der Standspur vorankommt.
Wir bitten um Entschuldigung und kippen -hach- kübelweise Asche auf unser Haupt.
 
Die anschließend wegzusaugen ist jetzt und für alle Zeit glücklicherweise kein Problem mehr.