Tauchgang ins Pleistozän

Festplatten-Stöbern kann sich lohnen.

Tauchgang ins Pleistozän

# 42 | 06.10.2014 | JEM

D-Mark, 2.0 Megapixel und Win 98 - Abtauchen in die Anfänge von autoschrauber.de

Auch wenn die Wahrheit schmerzt - die allerersten Artikel von autoschrauber.de entstanden im Jahr 2000. Zu dieser Zeit hatte Kohl gerade unfreiwillig abgedankt, an der Zapfsäule orderte man lieber Normalbenzin als Super und Autoradios mit "Display" galten als nicht-mehr-topp-bare Meilensteine der Technik.
Ungefähr so wie die erste digitale Kamera für autoschrauber - Artikel. Das Ding kostete Anfang des Jahrhunderts auch mehr als stattliche 1.600 D-Mark und war eine von den Fachverkäufern bewunderte Preziose, die nicht alle Tage über den Tresen ging.
 
Sie wurde trotzdem nicht wie in rohes Ei behandelt und bildete allen ausgestellten Schweinkram mit ihren gestochen scharfen 2 Megapixel ab. Diese Olympus 2020 konnte auf ihrer extragroßen und superteuren 32 MB - Speicherkarte phänomenale 70 Bilder in "SHQ" - Super High Quality unterbringen. Zum Vergleich: ein normaler Kodak-Film fasst 36 Aufnahmen, die Hälfte davon war meist unbrauchbar.
 
Nach dem Shooting gelangten die Bilder per USB 0,5 auf die getunte 486er-Granate mit Windows 98. Luxus, den man riechen, schmecken und anfassen konnte. Allerdings mit nur 100 MB Festplattenspeicher - und genau hier liegt das Problem: Weil Sicherheitskopien damals tatsächlichen auf Floppy-Disc unterkommen mussten, ist fast das gesamte Rohmaterial der alten Artikel futsch.
Über alle Berge und aus Speichermangel gelöscht: So war es halt, im Pleistozän.
 
Weil die Artikel jedoch immer noch da sind, tauchen wir deshalb jetzt in die Hölle unkenntlich benannter, giftiger Sicherheitskopien ab, um Ordner mit den sinnstiftenden Namen "Roh", "neu" oder "noch mehr Bilder" zu untersuchen, ob sich nicht vielleicht noch ein brauchbarer Alternativ-Shot der Schlüsselszene auftreiben lässt.
Kurz: leider dauert es etwas länger, bis alles wieder online und neu zusammengestellt ist.
 
Auch wenn das ziemlich nervt, so gibt es auch erheiterndes, wie z.B. die auf .jpg gebannten Relikte jener Zeit. Hier im Bild das erste Handy des Redakteurs - ein Phillips Savvy von 2001, D-Netz-fähig, zweizeiliges Display und polyphone Klingeltöne. Revolutionär!