Dachschaden im Heck 2

Zylinderkopf ausbauen

Dachschaden im Heck 2

# 13 | 11.07.2014 | JEM

Der zweite Teil unseres Artikels zeigt, wie man den Einspritzpumpe, Nockenwelle und zu guter Letzt den Kopp ausbaut.

1Zahnriemenabdeckung oben

Um sich an Zahnriemen, Einspritzpumpe und Nockenwellenrad vergehen zu können, müssen obere und untere Zahnriemenabdeckung raus.
Die obere Abdeckung wird mit drei Klammern gehalten und in der Mitte mit einer Schraube SW10 fixiert.

2Zahnriemenabdeckung unten

Vor der unteren Abdeckung liegt die Kurbelwellenriemenscheibe für den Keilriemen. Um die zu lösen, benötigt man einen gekröpften Ringschlüssel SW19 und einen stabilen Inbusschlüssel, um die Schrauben der Riemenscheibe zu lösen. Riemenscheibe mit dem Schwingungsdämpfer ausbauen.
Die untere Zahnriemenabdeckung wird von drei Schrauben und einer Mutter gehalten, alles herausdrehen und die Abdeckung abnehmen - der ganze Zahnriementrieb wird jetzt in voller Pracht und Schönheit sichtbar.

3Motor auf OT stellen

Um den Zylinderkopf herausoperieren zu können, muss die Einspritzpumpe ausgebaut werden.
Dazu den Motor auf OT stellen, damit man Motor, Pumpe und Nockenwelle beim Zusammenbau anschließend wieder einstellen kann. An der Getriebeglocke zwischen Motor und Getriebe findet man dafür ein lustiges kleines Schauloch, unter dem die Schwungscheibe mit ihrer "0" - Markierung rotiert. Stopfen rausnehmen und den Motor in Laufrichtung auf diese Markierung stellen. Der Motor sollte jetzt auf dem Totpunkt des ersten Zylinders stehen. Um das auch an der Nockenwelle zu kontrollieren, muss der Ventildeckel ab.
Der ist mit acht Muttern auf den Zylinderkopf geschraubt und hat obendrauf noch eine Kurbelgehäuseentlüftung, die in den Luftfilter geht.
Den Ventildeckel abschrauben und zusammen mit dem darunter befindlichen Schwabberblech weglegen. Die Ventildeckeldichtung und die beiden kleinen Gummi-Dichtstücke von den Stirnseiten sind meist im Zylinderkopf-Dichtsatz enthalten. Fehlen sie darin, neu kaufen. Hier im Bild ist die Pumpe schon vorher ausgebaut - wir sehen, es geht auch andersherum.

4Nockenwelle und Einspritzpumpe auf OT

Um die OT-Stellung von Nockenwelle und Einspritzpumpe zu ermitteln und festzuhalten, benötigt man ein Einstell-Lineal und einen Absteckdorn. Das Lineal besteht aus einem vielleicht 100mm langen Stück Flachstahl mit einer genauen Dicke von 4,5mm und einer Breite von mehr oder weniger 10mm. Entscheidend ist die Dicke.
Kann man sich dieses Lineal noch selber zurechtfeilen, so wird es beim Absteckdorn etwas schwieriger: der sollte einen Durchmesser von 15,45 Millimetern haben. Etwas mehr oder weniger schadet aber auch nicht, bloß in die Bohrung im Pumpenrad muss er passen.
Hat man also den Motor an Hand der Schaulochmarkierung auf OT gebracht, sollte die Leiste in die Nut in der Stirn der Nockenwelle flutschen. Möglicherweise steht die Nockenwelle genau verkehrt herum, dann den Motor eine volle Umdrehung weiterdrehen. Auch der Absteckdorn der Pumpe sollte jetzt sich jetzt problemlos durch die Riemenscheibe in das Halteblech stecken lassen.

5Zahnriemen demontieren

Sind Motor, Nockenwelle und Einspritzpumpe auf OT, kann der Zahnriemen runter. Der treibt neben Nockenwelle und Einspritzpumpe noch die Zwischenwelle an, an der die Vakuumpumpe hängt. Gespannt wird der Zahnriemen über eine exzentrische Spannrolle. Befestigungsmutter dieser Spannrolle abschrauben und die Rolle abnehmen.
Der Zahnriemen lässt sich jetzt aus den Riemenscheiben ausfädeln. Ist der Zahnriemen nicht Nigelnagelneu und vor 5.000 Kilometern gewechselt worden, lohnt sich an dieser Stelle ein Austausch und spart viel Arbeit in der Zukunft. Ist die Laufleistung des Riemens irgendwie zweifelhaft, ist ein Tausch Pflicht.

6Einspritzpumpenrad

Wenn der Zahnriemen demontiert ist, kann die Riemenscheibe der Einspritzpumpe abgebaut werden. Dazu die Zentralmutter lösen und mit dem Absteckdorn gegenhalten. Der Förderbeginn der Pumpe muss genau hinhauen, damit der Motor seine volle Leistung bringen kann. Deswegen ist die Zahnriemenscheibe auch mit einer Scheibenfeder auf der Pumpenwelle gegen Verdrehen gesichert.
Will die Riemenscheibe nicht von der Pumpenwelle, mit einem Abzieher oder leichten Schlägen nachhelfen. Aufpassen, dass die Scheibenfeder nicht verloren geht. Der Förderbeginn wird bei dieser Verteilereinspritzpumpe durch Verdrehen der Pumpe in dem Halteblech eingestellt. Soll die Pumpe nicht sowieso neu eingestellt werden, muss deshalb die Ist-Einstellung festgehalten werden.
Mit einer Reißnadel eine oder zwei eindeutige Markierungen auf Pumpenflansch und Halteblech anbringen, um die Pumpe beim Zusammenbau wieder exakt in derselben Position montieren zu können.

7Strom und Diesel an der Pumpe

Bevor die Gartenpumpe ihren Stammplatz verlassen kann, müssen die Dieselzuleitung und die Leckölleitung abgeschraubt werden.
Hier im Bild ist das schon vor dem Abnehmen des Zahnriemens geschehen, kann aber auch jetzt passieren. Acht geben, dass die Kupferscheiben der Hohlschrauben nicht verloren gehen und kein Dreck in die Leitungen kommt.
Das elektrische Kabel zum Abschaltventil abziehen und so weglegen, dass es beim Einbau ins Auge springt. Ohne Spannung an dieser Stelle kommt kein Diesel und der Motor bleibt tot - ein Fehler, der selbst bei besonnenen Leuten akuten Gagaismus hervorrufen kann.

8Einspritzleitungen

Die Einspritzleitungen werden am einfachsten im Bündel abgeschraubt. Dazu auch die Verbindungsbleche, die das Bündel zusammenhalten, lockern und anschließend die Leitungen von Pumpe und Einspritzdüsen abschrauben.
Das Leitungsbündel auf ein sauberes Tüchlein in einer windgeschützten Ecke legen, damit nach dem Zusammenbau kein noch so kleines Krümchen Dreck in die Einspritzdüsen kommen kann.
Die Düsenöffnung selbst mit ein wenig Alufolie verschließen und während der Arbeit auch darauf achten, dass diese Folie immer noch da ist.

9Einspritzpumpe ausbauen

Ist alles weitere los, den Gaszug abschrauben / aushängen und die Unterdruckleitung für die Turbosteuerung abziehen.
Der Kaltstartzug an der Rückseite ist besser zugänglich, wenn die Pumpe bereits draußen ist.
an der Wellenseite ist die Pumpe mit drei Schrauben montiert, an der Rückseite mit einer weiteren. Alle Schrauben herausdrehen und die Pumpe aus dem Halteblech ziehen. Dann den Kaltstartzug lösen und die Pumpe an einem sicheren, sauberen Ort verstauen.

10Nockenwellenrad und Öldruckschalter

Jetzt alle noch am Zylinderkopf herumlungernden Kabel und Schläuche lösen und entfernen, damit man freie Bahn für die Demontage des Übeltäters bekommt. Das betrifft besonders die Kühlmittelschläuche und die Temperaturgeber für die Vorglühanlage und die Temperaturanzeige im Kombiinstrument.
Hat man die ab, sollte eigentlich nur noch die Zuleitung für die Glühkerzen im Weg sein: abschrauben. Kleine Skizzen mit den Kabelfarben erleichtern beim Zusammenbau die Zuordnung enorm.
Sind noch Kühlwasserschläuche im Weg, lösen und zur Seite legen. Zu guter letzt die Nockenwellenriemenscheibe abnehmen. Dazu die Schraube in der Welle lösen und die Riemenscheibe mit leichten Schlägen von Ihrem Platz vertreiben. Zum Gegenhalten das Einstelllineal oder eine Stange durch die Bohrungen stecken.
 
Auf keinen Fall die Nockenwelle verdrehen: würde die Ventile betätigen und auf den stehenden Kolben unrettbar krummbiegen.

11Raus mit dem Kopp!

Der Zylinderkopf wird zusammen mit Abgaskrümmer und dranhängendem Turbolader ausgebaut. Um das Trumm zu lösen, benötigt man eine Innenvielzahnnuß für die Zylinderkopfschrauben.
Nachdem man eine kleine Portion Spinat geschluckt hat, löst man diese Schrauben in mehreren Zügen, um ein Verspannen des Kopfes zu vermeiden. Wir haben schon festgestellt, das dieser hier hin ist, aber man weiß ja nie: vielleicht ist es auch nur eine kaputte Kopfdichtung, und man gibt dem Kopp mit einem Verspannen der Dehnschrauben den Rest.
Diese Schrauben also von Außen nach Innen über kreuz in mindestens zwei Zügen lösen und anschließend herausziehen und wegwerfen oder den Kindern zum Spielen geben.
Wie man den neuen Kopf fachgerecht präpariert und einbaut, zeigt unsere nächste Folge.