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22.10.2017 - 08:22
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Schrick LM1 Leistungsmessgerät

10 Beiträge / 0 neu
Letzter Beitrag
Bild des Benutzers r.tec
Dabei seit: 03.11.2015

Hallo zusammen,
vielleicht könnt ihr weiter helfen.

Nach ganz langem Suchen und Warten habe ich vor einigen Tagen endlich ein Schrick LM1 Leistungsmessgerät finden und kaufen können. Leistungsmessgerät ist ja eigentlich schon falsch, denn: Moment wird gemessen, Leistung berechnet.

Egal, jedenfalls habe ich so ein Teil jetzt. Und beim Leistungsmessen im Stand muss man bei dem Gerät das Massenträgheitsmoment des jeweiligen Motors eintippen. Normalerweise soll lt. Bedienungsanleitung eine Liste mit allen gängigen Motoren (zumindest aus der Ära des Geräts) beiliegen, aber hier ist sie im Laufe der Historie doch verloren gegangen. Auch die Anfrage bei einem Verkäufer, der das gleiche Gerät bei ebay-Kleinanzeigen anbietet, blieb erfolglos, denn er hat sie auch nicht mehr.

Nun, bei Schrick in Remscheid, die heute zum Ösi-AVL-Konzern gehören, haben sie die ganze Firma auf den Kopf gestellt, aber keine Unterlagen mehr über das LM1 gefunden, und diejenigen Mitarbeiter, die das LM1 noch kannten, sind mittlerweile in Rente oder gänzlich abberufen worden.

Deshalb hier in diese Runde meine Frage: hat jemand solch eine Liste oder kennt jemanden, der solch ein Gerät besitzt, wo die Liste noch vorhanden ist, und der sie mir zwecks kopieren zur Verfügung stellen könnte?

Alternativ bin ich gerade dran, die drehenden Massen als 3D-CAD-Modell zu modellieren. Ggf. kann man solch ein Modell z.B. in Catia eingeben, denn soweit ich weiß bietet Catia oder Solidworks die Möglichkeit Massenträgheitsmomente aus Modellen zu berechnen.

Viele Grüße
Helmut

P.S. Im Netz gibt es außer den von mir selbst reingestellten wenigen Dokumenten über dieses Teil leider gar nichts.

Bild des Benutzers Jens
Dabei seit: 28.05.2014

Moin Helmut,
habe mir eben mal den Prospekt des Geräts im Internet angekuckt - interessanter Ansatz.
Dazu fällt mir ein:
- Motor muss offenbar linear hochdrehen (Gemischaufbereitung? Zündung? Turboloch?)
- Modellieren wird wohl am genauesten sein. Allerdings ist der Aufwand enorm, schließlich musst Du den kompletten Motor vermessen.
 
Beste Grüße, Jens
 
 

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(auf Beitrag #2 antworten)
Bild des Benutzers r.tec
Dabei seit: 03.11.2015

Hallo Jens,
ja, Zündung etc. müssen natürlich alles stimmen. Ich habe mal meinem Mini vor Jahrzehnten mal an ein ähnliches Gerät gehabt, Syntec Instruments aus der Schweiz, das nach dem gleichen Prinzip arbeitet, und da kam natürlich raus, dass die Welle des Zündverteilers verschlissen war. Das Gerät war eine große Kiste mit einem Drucker dran. Das LM1 gibt nur eine Tabelle aus. Wenn Zündung und Gemischaufbereitung nicht stimmen, ist natürlich auch die Leistung nicht okay. Aber das ist ja auch richtig, dass das LM1 dann das entpsrechend ausgibt. Turboloch sollte auch in der Tabelle ersichtlich sein, also auch korrekt.
Ich habe jetzt schon in FreeCAD viele Teile vom Motor/Getriebe modelliert. Es fehlen noch Schwungscheibe und Kupplungs-Federteller und die Stirnräder. Funktioniert alles, für die Teile habe ich schon das Massenmoment aus FreeCAD errechnen lassen. Interessant, aber logisch, ist, dass die schwere Kurbelwelle ein viel kleineres Massenmoment hat als beispielsweise die relativ leichte Kupplungs-Druckgegenplatte. Aber deren Massenanteile sind eben weit weg von der Drehachse und entsprechend schwer zu beschleunigen. Bin gespannt, was die Schwungscheibe für Werte bringt.
Aber das Ergebnis ist natürlich nur für diesen einen Motor gut, bzw. für solche, die mehr oder weniger gleich aufgebaut sind. Deshalb wäre so eine Liste natürlich schön, dann könnte man auch andere Autos damit testen. Wenn es nicht auf absolute Werte ankommt, sondern nur die Prüfung vorher/nachher, z.B. nach Vergasereinstellung oder so, ist das Teil immer gut, denn dann kann man sehen, ob es was gebracht hat oder nicht.
Gruß
Helmut

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(auf Beitrag #3 antworten)
Bild des Benutzers Jens
Dabei seit: 28.05.2014

Moin Helmut,
 
d.h. Du modellierst den Motor gerade nach? Nen Mini? Chapeau!
Vermute, dass die Schwungscheibe den größten Batzen ausmacht. Wie siehts mit den translatorischen Massen aus, also Kolben, Pleuel und Teile des Ventiltriebs? Kann Freecad das darstellen? Lässt sich das überhaupt berechnen?
Erinnere mich dunkel, dass das beim Auswuchten von Kurbelwellen ein nicht unerhebliches Problem darstellt.
 
Aber nochmal zum Verständnis: Das Gerät ermittelt die Leistung anhand des Zeitdauer, die der Motor für eine Beschleunigung von z.B. 2.000 auf 2.500 Touren braucht. Richtig?
 
Beste Grüße, Jens
 

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(auf Beitrag #4 antworten)
Bild des Benutzers r.tec
Dabei seit: 03.11.2015

Hallo Jens,
ja, in Ermangelung dieser ominösen Fahrzeugliste von Schrick, bleibt mir wohl nichts anderes übrig als die drehenden Teile, die sich im Leerlauf drehen, nachzubilden. Zum Glück bietet ein Makro in Freecad die Möglichkeit sich das Massenmoment auszurechnen, wenn man das spezifische Gewicht des Metalls eingibt. Freecad gibt irgendeine Größe, die ich nicht definieren kann, mit der Einheit mm^5 aus. Mit Malnehmen mit der Dichte von z.B. 7,5 kg/liter für Stahl, kann man sich dann das Massenträgheitsmoment [kg*m²] berechnen.
Ich habe schon einige Teile modelliert und auch berechnet (die CAD-Modelle habe ich hier für die Allgemeinheit reingestellt: www.grabcad.com). Ja, ich denke, dass die Schwungscheibe das größte Massenmoment haben wird, denn die ist schwer und die Massen davon sitzen relativ weit von der Drehachse.
Die translatorischen Massen gehen ja nicht in das Massenträgheitsmoment ein, denn das bezieht sich ja nur auf die rotatorischen Massen, dabei ist es egal wo sie sich drehen, d.h. die Getriebeeingangswelle dreht sich um eine andere Achse als die Kurbelwelle und die von der Eingangswelle angetriebene Vorgelegewelle dreht sich wiederum um eine andere parallele Achse dazu. Problem habe ich mit den Pleueln, denn die gehen ja zu einem Drittel ihrer Masse in die rotatorischen Massen ein, aber das zu berechnen ist, glaube ich, über meinen Möglichkeiten. Auch der drehende Anker der Lichtmaschine wird wohl schwierig zu berechnen sein, denn ich habe keine Maße davon.
Der Kupplungsautomat wird aber am schwierigsten zu modulieren sein, denn der ist beim Mini total unsymmetrisch und so ein wenig kegelförmig mit vielen Sicken und Beulen. Vielleicht werde ich den auch nur grob modulieren, so dass man in etwa ein Massenmoment davon berechnen kann.
Aber die Liste von Schrick hätte ich schon ganz gerne. Irgendwer wird sie doch noch hoffentlich haben. Und wenn ich damit nur die von mir berechneten Daten vergleichen könnte, ob sie so ungefähr stimmen.
Gruß
Helmut
P.S. bei der Messung mit dem Syntec-Instruments-Gerät wurde die Zündung mit dem Gerät verbunden. Ich wurde nach der Maximaldrehzahl gefragt, damals 6000 U/min, und ich sollte Vollgas geben. Der Motor lief aber nur im Leerlauf, also knapp 1000 U/min. Als der Bediener des Geräts auf einen Knopf drückte wurde das Drehzahlband so schnell wie möglich bis 6000 durchfahren und zurück auf Leerlauf. Die ganze Zeit hatte ich das Gaspedal am Boden. Die ganze Prozedur wurde einige Male wiederholt. Bei jedem Durchgang wurde auf dem Diagramm eine Kurve Drehmoment über Drehzahl aufgezeichnet, und parallel dazu die errechnete Kurve Leistung über Drehzahl. Das Massenmoment malgenommen mit der Winkelbeschleunigung alfa ergibt das Drehmoment. Einheiten für Massenmoment J=kg*m², Winkelbeschleunigung alfa=1/s²ergibt (kg*m²/s²)=Nm.

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(auf Beitrag #5 antworten)
Bild des Benutzers Jens
Dabei seit: 28.05.2014

Moin Helmut,
 
wenn das Gerät im Prinzip nur anhand einer Konstante und eines Zeitintervalls einen Wert ausspuckt, scheint mir das eher ungenau zu sein; allein Parameter wie z.B. Viskosität des Öls oder der Umgebungsluftdruck gehen ja auch in die Leistung ein.
Interessant wäre in der Tat ein Pepsi-Test gegen einen Rollenprüfstand....
Berichte mal!
 
Beste Grüße, Jens
 
 
 
 

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(auf Beitrag #6 antworten)
Bild des Benutzers r.tec
Dabei seit: 03.11.2015

Hallo Jens,
aber Viskosität, Luftdruck etc. gehen ja alles ein, denn unter diesen Voraussetzungen läuft der Motor ja. Ist es kälter, ist der Sauerstoff pro Kubikmeter höher als wenn es warm ist. Genau so misst man auf der Rolle und sogar auf dem Motorenprüfstand, den Ist-Zustand. Für jede Änderung zum angenommen Soll-Zustand (20°C, weiß nicht, vielleicht 450 m über NN, Luftfeuchte x% ...) gibt es einen Korrekturfaktor um vergleichen zu können. Aber wären die Kolben aus Blei anstatt Alu hätte der Motor eben weniger Leistung, und genau das wird gemessen. Das Prinzip ist schon okay so, Problem ist wirklich das tatsächliche Massenmoment festzustellen, wenn z.B. leichte Schwungscheibe/Kupplung eingebaut ist. Weiß nicht, warum sich die Messung über Massenmoment nicht durchgesetzt hat. Vieleicht, weil es viel unspektakulärer ist als eine Session auf der Rolle mit viel Bohei. Und für beispielsweise fünf mal aus dem Leerlauf hochzudrehen und dabei eine Kurve zu zeichnen kann man ja auch nicht viel Geld verlangen (bei mir damals mit dem Syntec-Instruments-Ding DM20,-). Und "wat nix kost is nix".
Aber ich denke, der selige olle Dr. Schrick aus Remscheid hat sich da Gedanken gemacht und wusste, was er da baut.
Gruß
Helmut

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(auf Beitrag #7 antworten)
Bild des Benutzers Jens
Dabei seit: 28.05.2014

Moin Helmut,
 
habe mal eben im Weserbergland die Kurven gekratzt; dabei ging mir das LM1 nich ausm Koppe ;-)
Was mich dabei stört (ohne dass ich Ingenieur genug bin, um das theoretisch begründen zu können) ist die Tatsache, dass der Motor nicht gegen Last läuft, sondern nur sich selbst als Bremse hat.
Allein die Tatsache, dass das Beschleunigungssystem im Vergaser ja noch nen ordentlichen Spritzer Extra-Sprit mit reinhaut, wird das Ergebnis m.E.n. verfälschen.
 
Du hast natürlich recht - was nicht dran ist, geht nicht kaputt.
 
Beste Grüße, Jens
 

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(auf Beitrag #8 antworten)
Bild des Benutzers r.tec
Dabei seit: 03.11.2015

Hallo,
nach langer Zeit mal ein Update zu diesem Thema. Nun, ein Abteilungsleiter der Fa. AVL-Schrick hat bei uns (TH Köln, Fahrzeugtechnik) die Vorlesung für Kolbenmaschinen gehalten. Das war zwar schon was her, aber ich habe den einfach mal angeschrieben, zunächst noch ohne Erfolg, weil er niemanden mehr im Unternehmen kannte, der sich noch mit so einem Teil auskannte. Dann bekam ich nach einigen Wochen doch eine Mail mit einem Ansprechpartner, der noch Unterlagen zu dem LM1 hatte. Den schrieb ich an und bekam tatsächlich die Fahrzeugliste und den Hinweis, dass der Hersteller des LM1 eine gewisse Fa. ADES gewesen ist, die die Geräte für Schrick herstellte.
Die Liste kann von meiner Homepage herunter geladen werden, weil ich sie als pdf zusammen gestellt habe. Natürlich sind nur gängige Autos aus der Zeit vorhanden, als das LM1 vertrieben worden ist. Leider ist mein Mini nicht drauf, deshalb war es sinnvoll die rotierenden Teile nachzubilden und das Massenmoment zu berechnen. Jedenfalls zeigt sich, dass die Größenordnungen stimmen.
Weil der Speicher-Akku des LM1 schon längst tot war, schrieb ich einfach blind die Fa. ADES an, und tatsächlich kam meine Mail bei dem damaligen Entwickler an, der auch noch einen Ordner bei sich gefunden hatte, wo die Vereinbarung mit Schrick etc. gesammelt worden sind. Mein LM1 gehört offenbar zur zweiten Generation, die etwas verbessert wurde, und bei der man den Akku auslöten und einen entsprechend neuen (jedoch mittlerweile in einer anderen Bauform) einlöten kann. Das Gerät läuft auch ohne Akku, dann werden die Daten aber nur angezeigt und nicht gespeichert.
So, jetzt muss ich nur noch eine Autosteckdose in meinem Mini installieren, so dass die Messungen los gehen können.
Viele Grüße
Helmut

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(auf Beitrag #9 antworten)
Bild des Benutzers Wastel1000
Dabei seit: 10.09.2017

Ich hätte noch ein Lm1 mit den dazugehörigen Massenlisten zu verkaufen. Wenn jemand Interesse hat ...
 

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