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98% aller Radlager sterben durch schlechte Behandlung. Die ist nicht weiter zu machen, wenn man die drei folgenden Punkte beachtet: Punkt eins ist die falsche Einstellung der Radlager. Zum Spannen und zur Einstellung wird eine Feingewinde-Sechskantmutter auf den Wellenstumpf gedreht. Die Steigung beträgt hauchfeine 1,25 Millimeter bei einem Außensechskant von SW24. Mit einem entsprechenden Schlüssel angegangen, lassen sich mit dieser Steigung Nüsse knacken - aus Chromstahl und mit Hazet-Aufdruck. Um die Lager schnell um die Ecke zu bringen, muss also lediglich zu stark gespannt werden. Als direkte Folge werden die Rollen und Laufringe der Lager im VW überansprucht, heiß und zerbröseln. Das Gegenteil der funktioniert ebenfalls prima und zeitigt dieselbe Wirkung. Hat das Lager nämlich zu viel Spiel, tragen nicht mehr alle Wälzkörper, sondern nur noch einzelne Elemente. Diese armen Burschen schultern auf ein paar Quadratmillimetern dann einen ganzen Passat nebst Kleinfamilie, Hund, Playmobil-Burg und Schlauchboot auf dem Weg zum Gardasee. Wenn Vatter aus Frust über Eherochen und blökende Blagen jetzt die löchrige Brennerautobahn mit Vollgas nimmt, macht der Wälzkörper die Brösel-Grätsche.
Hinrichtungsmöglichkeit Nummer zwei ist der Entzug von Schmiermittel, vulgo: Mangelschmierung. Nicht schwer vorzustellen, was passiert, wenn man den ganzen Abend nur Trocken Brot runterwürgen muss, ohne auch nur einen Milliliter Mariacron, Osborne Veterano oder Danziger Goldwasser zu kriegen. Dem malträtierten Lager in Golf oder Passat geht es nicht anders. Wenn Schmierung fehlt oder mangelt, rollt und reibt Metall auf Metall - und geht rasch in die ewigen Jagdgründe ein. Bevor man sich deshalb munter an den Austausch kaputter Lager macht, sollte man also kucken, wieso die Radlager eigentlich ihren Geist aufgaben.
Zerstörungsmöglichkeit Nummer drei ist Korrosion. Dafür ist Wasser vonnöten, das über Tage, Wochen und Monate sein Zerstörungswerk im Geheimen verrichten kann. Um diesen Prozess in Gang zu setzen, genügt es, das Auto bei Hochwasser im Hamburger Hafen zu parken oder die Country-Karosse wie in der Fernsehwerbung durch eine Flussquerung zu hetzen.
Auch wenn die Volkswagen-PR die Wolfsburger Gelände-Monster in der Fernsehwerbung durch Naturschutzgebiete jagt, so bekommen Flußdurchfahrt und Wadiquerung dem Auto nur in der Werbung gut: die Lager sind auch bei VW nur bedingt wasserdicht. Und wenn das Wasser erstmal drin ist, kommt es nicht wieder raus. Ohne gewissenhafte Trocknung sind feuchte Lager umgehend wegschmeißreif.
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