Einschlag aus Glas04.12.2007 | Verfasser: Fabian Schwarz | Kommentare: 1 Simmerringe sind schwerarbeitende Mimosen und müssen vorsichtig montiert werden. Zum Beispiel mit einem Marmeladenglas. Leser Fabian Schwarz schreibt: "Irgendwann geht jede Gummilippe eines Wellendichtringes den Weg des geringsten Widerstandes und wird undicht. Spätestens dann ist ein Wechsel angesagt. Wer aber eh grade eine Kupplung wechselt, der sollte sich mit dem Gedanken tragen, die Wellendichtringe gleich zu tauschen. Nichts ist ärgerlicher als ein Literchen Getriebeöl, das sich wegen falschen Geizes nach ein paar hundert Kilometern über die noch fast jungfreuliche Kupplung ergießt.
Hat man den Dichtring erstmal mühsam entfernt, muß man den neuen auch wieder grade eintreiben. Dazu gibt es natürlich für Profischrauber passendes Werkzeug in verschiedensten Durchmessern. Das hat man als Hobbyschrauber eher selten zur Hand. Bei kleinen Dichtringen kann man sich manchmal mit einer großen Stecknuß behelfen, aber spätestens bei längeren Wellen geht das schief. Rutscht man mit dem falschen Werkzeug ab und beschädigt den nagelneuen Dichtring werden die lautstarken Flüche schnell ein Fall für die örtliche Polizei.
Es geht auch anders: Der Freundin, besten Ehefrau von allen oder seiner Oma flugs ein paar Schraubgläser mit dem richtigen Durchmesser geklaut. Diese vorsichtig mit dem Gummihammer bearbeitet, lassen die Dichtringe sauber selbst in Vertiefungen flutschen. Den passenden Durchmesser findet man im Keller jeder Hausfrau, die ernsthaft Marmelade einkocht und deswegen Gläser sammelt.
Vorsichtshalber sollte man dabei natürlich eine Schutzbrille und Handschuhe anziehen.
Ach ja: Eine LIDL-Orangensaftflasche hat genau das richtige Maß um den Getriebedichtring eines Golf 2 Getriebes einzutreiben." - Wir finden: genial!
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