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Kurzer Tipp zum Herausdrehen von Stehbolzen

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Stehbolzen rausdrehen

27.05.2007 | Verfasser: JEM | Kommentare: 20

Um Stehbolzen aus ihrem Gewinde zu locken, lässt sich allerhand anstellen. Sitzen die Lurche nicht zu fest, kontere man schlichterhand zwei Muttern.

Stehbolzen verrichten ihre Arbeit am KFZ allermeist im Verborgenen und halten Ventildeckel, Zylinderköpfe oder Getriebeglocken fest und auf ihrem Platz. Das ist löblich und wird nur dann ein Problem, wenn man den Stehbolzen aus welchen Gründen auch immer mal ausdrehen muss.

Die Dinger bestehen nämlich aus Stahl und meist auch noch aus besserem Material und sind in die Leichtmetalllegierung des Kopfes oder Motorgehäuses gedreht. Mit viel Pech sind sie sogar mit Microverkapselung gesichert und dann knallfest und verrichten ihre Arbeit, auch wenn Sie nicht mehr sollen.

Die normale und sanfte Methode, solche Zeitgenossen zu überreden ist einfach: zwei passende Muttern aufdrehen und kontern. Was sich jetzt dem Aufdrehversuch widersetzt, ist reif für die harte Gangart: das ist zuerst der Patent-Gewindeausdreher (gute Ausführung und nie zur Hand) oder die scharfe Wasserpumpenzange.

Das Gewinde eine Nacht vor der Arbeit mit Caramba einzujauchen, wirkt ebenfalls Wunder.

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13.06.2007 | martinS

Wenn die Stiftschraube sehr fest sitzt, helfen auch leichte (wirklich leichte!) Hammerschläge auf die Schraube während der Ausdrehversuche

26.06.2007 | JoeEssig

... Wobei es vielleicht schon völlig reicht, das Gehäuse zu erhitzen und den Stehbolzen dann sofort rauszudrehen. Derselbige ist aus Stahl und das Gehäuse meißt aus einem Material, was sich bei Hitze mehr ausdehnt als der Stahl, Aluminium beispielsweise.

26.06.2007 | Hans-Jürgen

Wenn alle bisherigen Mittel versagt haben und die Kontermuttern noch drauf sind: Stehbolzen anwärmen auf mind. 150°C, z.B. mit Lötlampe, Gewindebasis dick mit Wollfett (oder Rostlöser) einschmieren, abkühlen lassen, mehrfach wiederholen. Dann den Bolzen erst einen Tick zu- und dann aufdrehen. Nicht versuchen, Stehbolzen im warmen Zustand rauszudrehen, sonst knackt das Gehäuse! Grüße von Hans-Jürgen PS: Da gab's doch mal einen einen ganzen Artikel dazu ;-)

10.12.2007 | Manfred Schultz

Die neueste Erfindung sind geteilte Muttern. Nicht die leibliche, sondern die Schraubenmutter. Sie können eingesetzt werden an schwer zugänglichen Stellen. Nähere Informationen bei Google, Suchbegriff "geteilte Muttern". Gruß Manfred

23.01.2008 | Karsten F. H.

@Herr Schultz: ist zwar eine ganz tolle und interessante Erfindung, aber was bringt das im Falle eines festsitzenden Stehbolzens?

04.03.2008 | Christian

Ja das ist doch mal gute alte Schlosserkunst. Meine Erfahrung ist aber, daß auch bei sehr festen Bolzen eher der Stehbolzen oder das Innengewinde wo er drinsitzt nachgiebt, als die gekonterten Muttern. @Karsten: Ja ich versteh auch nicht so genau was Manfred uns damit sagen will.

16.04.2008 | clusterix

hallo Zusammen Was die geteilte Mutter hier bringen soll ist mir leider auch nicht klar, habe schon länger gerätselt... Vielleicht meint er sowas, was ich manchmal anwendete, um besonders kritische Bolzen "zu bewegen" Mutter einseitig aufgesägt (Schlitz), dann auf den Stehbolzen aufgedreht, nun im Schraubstock eingespannt (schlitz nach oben) das ist wie ein Superschraubstock auf dem gewinde..und hält den Bolzen bombenfest Und dann den Turbo heht mit Platz auch ZylinderkKopf oder was auch immer gefühlvoll bewegt zum ersten lösen dess Stehbolzens - dann mit Doppelmutter oder Bolzenausdreher wie gehabt... ich habe es so gemacht, weil ich so finde - bei kritischen Sachen mehr Gefühl zu haben beim ersten kritischen lösen und die schlitzmutter hält bombenfest im gegensatz zu den Bolzenausdrehern, die sich ja immer in jede richtung festklemmen müssen Gruß Sönke

27.04.2008 | Rostlaube

Ist der Stehbolzen abgerissen und kein Gewinde mehr dran... Flasche Bier aufmachen, Kronkorken mittig mit Loch (Durchmesser des Stehbolzens) versehen, auf den Stumpf stecken und mit Schweißgerät den ganzen Korken vollplempern, Bier austrinken dann kann die Sache etwas abkühlen, nun mit Rohrzange den festgeschweißten Korken samt Bolzen rausdrehen.Durch die Erhitzung und den nunmehr größeren Umfang, wo man angreifen kann, gibt in der Regel jeder Bolzen nach. Dieses System gibts auch als Profiset, aber da kostet so ein Schweißhütchen schon mal 10€

Ich würde sagen: genial. JEM

19.05.2008 | Michael Happel

Ich hätte mir noch gewünscht wie die betreffende Nachbehandlung des nun freien Gewindes aussieht? Muss man da noch mal ran? oder einfach neuen Stehbolzen reindrehn und gut is? Ich habe gelesen man sollte (z.B. Krümmer) nicht Bomben fest an die Stehbolzen anziehen. wie siehts damit aus?

Wenn das Gewinde in Ordnung ist, ists in Ordnung - da muss nix dran gemacht werden. Den neuen (oder alten) Stehbolzen wieder vorsichtig hineindrehen und gut. "Bombenfest" ist immer relativ. Auf Nummer sicher geht, wer den Drehmomentwert des Herstellers beherzigt. JEM

21.05.2008 | Roger Wilco

@Rostlaube Und was spricht gegen das Aufbraten einer Mutter in entsprechender Größe, die einfach über den noch raustehenden Stumpf gesteckt wird? So mache ich das immer zumal ich dann gleich mit Schlüssel etc. ansetzen kann(außerdem: Suff am Schraubstock - Jessas!!)

21.05.2008 | Rostlaube

Nichts, sofern der Stumpf noch lang genug ist. Bei bündig oder mm-Abriß ist das dann der letzte Versuch....

18.10.2008 | sx2008

Ich hab schon erlebt, dass sich die gekonterten Muttern auf dem Bolzen drehen und sich der Bolzen einfach nicht bewegt. Dann kommt die Gripzange! Eine Gripzange (http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Locking_pliers.jpg), das genialste Werkzeug aller Zeiten (!), bringt noch mehr Drehmoment auf eine Stehbolzen als zwei gekonterte Muttern. Das Gewinde ist danach zerstört, aber der Stehbolzen ist raus. (meistens) Selbst wenn nur noch 3 mm des Stehbolzens rausschauen hat man mit der Gripzange noch eine Chance. Wenn die Gripzange versagt, bleibt nur noch das anschweissen von irgendwelchen Metallteilen oder der geniale Rostlauben-Kronkorken-Trick :-)

18.01.2009 | Javana

Habe bei meinen Restaurationsarbeiten auf "METAFLUX" zurückgegriffen, ist ein flüssiger Schraubenschlüssel, löst kräftig, fettet nicht, verdunstet nach kurzer Zeit vom Gegenstand.

27.02.2009 | RekordhalterMicha

Ein Tip, der bei mir auch schon oft geholfen hat (und von dem ich überrascht bin, dass er hier fehlt): Falls ein Stehbolzen (oder irgendne andere Schraube) im oder knapp vor dem Loch abgerissen ist, kann man auch VORSICHTIG ein kleines Loch (max. halber Bolzendurchmesser) schön mittig nen knappen Zentimeter tief reinbohren. In dieses Loch wird eine Vielzahnnuss so reingekloppt, dass sich die Zähne schön reinfressen. Durch die Bohrwärme und das Rumgerödel mit dem Hammer hat sich dann auch fast immer eventueller Knies im Gewinde gelöst, und die Bolzen gehen locker raus.

10.03.2009 | Maxl

  Hallo zusammen,   zur geteilten Mutter: Ich weiß natürlich auch nicht genau, warum Manfred oben diesen Vorschlag unterbreitet hat, aber vielleicht wollte er einfach darauf hinweisen, dass mit geteilten Muttern der gesamte freie (auch tiefer liegende) Geweindebereich des Stehbolzens relativ einfach genutzt werden kann, ohne dass z.B. das (meist ja eh schon alte) Gewinde bereits beim Aufdrehen der Muttern lädiert wird/geschwächt werden muss?   Außerdem schreibt Manfred von "schwer zugänglichen Stellen" und ich werde diesen Tipp für mich auf alle Fälle im Hinterkopf behalten. An engen Stellen könnten die geteilten Muttern vielleicht in dem einen oder anderen Fall wirklich die entscheidenden mm bringen - und sei es nur deswegen, weil man zum Aufdrehen der Muttern nicht mehr ellenlang gegen furchbare Verrenkungen, verkrampfte Finger oder ekelhafte Schrammen ankämpfen muss. Wo es geht, verwende ich natürlich am liebsten auch eine Crimpzange oder auch die anderen oben bereits erwähnten Tricks und Mittelchen.   Und jetzt schreibe ich es gleich noch hier an diese: Dieser Seite möchte ich ein großes Kompliment aussprechen! An manchen Stellen wirkt sie auf mich zwar noch etwas "grün", aber ich werde gerne wieder vorbei schauen und diese Adresse auch im Freundeskreis rege verbreiten. Feine Sache und guter Job hier - danke schön!   Aufmerksam geworden auf Euch hier bin ich übrigens durch einen Link im Radforum: http://www.radforum.de/aus-altem-cannondale-mtb-ein-singlespeed-basteln-27530-15.html#post367672   Viele Grüße vom Maxl

18.09.2009 | matze

es gibt auch eine letzte möglichkeit - mein letzter stehbolzen: muttern kontern -> nichts prellschläge und muttern -> nichts prellschläge, muttern und hitze -> nichts prellschläge, muttern, hitze und hebel -> oberes gewinde futsch lösung des problems: flacheisen, 10er loch, schweigerät, hebel. erst dann hats es KNACK gemacht.

18.10.2009 | fofischrauber

Naja ich hatte mal das Problem dass bei meiner XJ 650 die Stehbolzen beim lösen der Muttern abgerissen sind, (gut bei Bj `84) dass eigentliche Problem hatte ich dann beim versuch Sie komplett herauszuholen...... da die Bastarde (Ja es sind mehre abgerissen.......*kotz*) am schluss bündig zum Motorblock waren und ne Stahl-schraube die sich seit nem viertel jahrhundert im Alu festfrisst herauszubohren (man kommt rahmen sei dank nicht vernünftig mit der Bohrmaschine ran.... hab ich entschieden ein stehbolzen muss pro Krümmer ausreichen ;-) sollte nur ne fussnote sein......... apropo die seite ist übrigens Verdammt informativ..... ------->>>>weiter so!!!!

06.12.2009 | Chris

Also ich hätte zum lösen von Stehbolzen noch eine Anmerkung : Anti seize über nacht vollbringt auch wahre wunder. Falls der Schrauber von heute jedoch noch einmal an den Krümmer muss (warum auch immer) empfiehlt es sich die Bolzen vor dem einsätzen ganz dünn mit Kupferpaste einzusetzten . Dies hilft bei einer erneuten Reparatur unheimlich diese Bolzen spielend wieder auszudrehen. Bei uns in der Werkstatt nutze ich auch meistens Kupfermuttern auf den Bolzen :D die lassen sich auch wesentlich besser lösen wenn die mal wieder ab müssen besonders bei Tubolader Umabuten oder Fächerkrümemrn aus Edelstahl hilft das sehr gut :D

03.02.2010 | Profanus drusus

Zum Thema: abgerissene Stehbolzen. 1.unterkalibrige Leitbohrung anbringen. 2.Rausbohren mit Bohrer der einen Tick kleiner ist als Gewinde.

21.01.2012 | TMaekkes

bei der Verwendung von Kupferpaste aber aufpassen: Stahl + Alu + Kupferpaste gibt eine noch stärkere Korrosionsneigung. Daher sollte Kupferpaste auch nicht mehr an heutigen Alu-Bremssätteln verpanscht werden. Keramikpaste tuts auch und ist überall erhältlich.

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