Schlitzlos glücklich16.10.2004 | Verfasser: JEM | Kommentare: 3 Feste Schlitzschrauben lassen sich mit einem stumpfen und Körner und scharfen Schlägen lösen. Welchen Anachronismus Schlitzschrauben im neuen Jahrtausend darstellen, merkt man immer dann, wenn einen so ein kleiner Teufel unschuldig anblinzelt. Im Gegensatz zum Schraubenkörper, der aus in Stalingrad erschmolzenem Panzerstahl mit einer Prise Titan besteht und mit der Bohrung, in der er sitzt, festgebacken ist, hat man den Kopf in aller Regel aus indischem Weichaluminium gesintert. Hört man bei so einer Schraube genau hin, ist laut und deutlich das Händereiben und Gelächter der Ingenieure zu vernehmen.
In jedem Fall ein Ärgernis erster Güte, das selbst mit einem diabolisch scharf und gerade geschliffenen Schraubenzieher nicht aufzukriegen ist. Letzte Rettung in diesem Fall: ein kleines Hämmerchen und ein nicht allzu scharf geschliffener Körner. Mit dem Körnerpunkt irgendwo am Umfang des Kopfes ansetzen und ihn gegen den Uhrzeigersinn weiter und tiefer treiben. Meistens gibt das verfluchte Schraubenteil irgendwann leise nach; das Händereiben verstummt und die Schraube dreht sich. Wohlan! Geht auch mit allen anderen Arten von Schraubenköpfen. Bei Muttern bringt ein nicht allzu scharfer Flachmeißel noch mehr Wumm auf die Flanken. |