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Motorradvergaser, genau erklärt

Dieser Beitrag ist Teil der Serie
Lehrgang Motorradvergaser:

1. Was macht die Gasfabrik?
Geschichte und Funktion

2. Überlaufen verboten
Schwimmerkammer, Schwimmer, Schwimmerventil

3. Drei Vergaser in eins
Leerlauf, Teil- und Volllast

4. Helferlein mit lauen Lüften
Startvergaser und Bremsluft

5. Sauber eingebaut und gut gemischt
Lambda, Vergaserflansch und Einstellung

6. Einstellen und Fahren
Leerlauf, Synchronisation und Fahrtest

Für die Überlassung dieses Artikels aus der GummikuH bedanken wir uns ganz herzlich beim Verleger Rainer Baues.

"Gummikuh & past perfect" war ein hervorragendes, unabhängiges Klassiker-Magazin der 90er Jahre, dass sich vorwiegend mit der Technik an Motorrad-Oldies beschäftigte.

Rainer hat noch nahezu alle Ausgaben der Gummikuh im Regal, bei Interesse bitte einfach eine kurze Email an bauesverlag@freenet.de.

Titel: Jetzt wird geschweißt
Kommentare: 84 | Rubrik: Anleitungen
Schön geschrieben Praxisorientiert und Humorvoll leicht vers ...
22.01.2012 von Peter

Titel: Stehbolzen rausdrehen
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19.01.2012 von Tony

Titel: Der finale Dreh
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super vielen dank. war schon am verzweifeln, zwar nich an e ...
14.01.2012 von Morf

Titel: U-Stahl, glattgebügelt
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Sehr guter Artikel. Bin Duali bei Blohm&Voss und habe gerade ...
11.01.2012 von Marcel

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Motorrad-Vergaser, Grundkurs erster Teil

Was macht die Gasfabrik?

Geschichte und Funktion

03.10.2006 | Autor: Ames

Motorradvergaser sind nicht am Bordstein und erst recht nicht "mal eben" einzustellen. Bevor man an Schräubchen dreht und Schieber verstellt, sollte man genau wissen, was in der Gasfabrik vor sich geht.

Inhalt

1. Vergaser, speziell abgestimmt
2. Oberflächenvergaser und Spritzdüsenvergaser

3. Das richtige Gemisch
4. Mageres Gemisch und Magermotor
Kommentare: 3

1. Vergaser, speziell abgestimmt Top

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Ames, unser Mann für Gasanstalten, beschreibt in dieser Serie die Funktion und Einstellung von Vergasern. Was nützt ein gut restauriertes Motorrad, wenn es schlecht anspringt oder danach gleich wieder abstirbt. Insbesondere bei 4-Takt Einzylindern ist es ein Hochgenuß für die Ohren, wenn der Motor mit mal gerade 800 Umdrehungen im Stand vor sich hin blubbert. Rezepte, wie z. B. Drehen an diversen Schrauben (bis man Bayern 3 hört), sind spätestens dann für die Katz, wenn der Motor unter Last kein Gas mehr annimmt. Zu jeder Maschine gehört ein speziell abgestimmter Vergaser!

Die Abstimmung beschreibe ich in einer der nächsten Ausgaben der GUMMIKUH. Heute: Die Geschichte und Funktion dieser Fabriken für optimale Gasmischungen. Es heißt, daß in einem Kilogramm Benzin mehr Energie steckt, als in einem Kilogramm Nitroglyzerin. Aber Nitroglyzerin explodiert auch unter schlechten Bedingungen wie z. B. unter Wasser. Nitroglyzerin hat seinen eigenen Sauerstoffträger. Benzin benötigt für eine optimale Explosion 15 Teile Luft. Für diese "ordentliche" Gemischbildung sollte der Vergaser sorgen. Mehr nicht!

1830 entdeckte Eilard Mitscherlich den Kohlenwasserstoff: Benzin. Acht Jahre später meldete der Engländer William Barnett einen benzingetriebenen Verbrennungsmotor zum Patent an. Kaufen wollte diese Idee leider kein Mensch, so daß Bamettim Gegensatz zu seinen späteren Kollegen arm sterben mußte.

2. Oberflächenvergaser und Spritzdüsenvergaser Top

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Ende des 19. Jahrhunderts versuchte man stationäre Gasmotoren mit Hilfe von Benzin und sogenannten Oberflächenvergasern, unabhängig vom Standort zu machen. Die Funktion ist einfach: Die Ansaugluft des Motors streicht über die Benzinoberfläche und reißt Verdunstungspartikel mit. Es entsteht ein zündfähiges Benzin-Luftgemisch.

Gottlieb Daimler, eigentlich Konstrukteur im Bereich Stationärmotoren bei Deutz, prägte wahrscheinlich den Begriff des "Vergasers" aufgrund der Verdunstung des Benzins. Die Vergaser, die wir heute kennen, müßten eigentlich Zerstäuber heißen.

1893 tauchte der "Spritzdüsenvergaser" auf. Die Ansaugluft streicht über ein in das Ansaugrohr hineinragendes Düsenröhrchen. Da sich das Ansaugrohr verengt, entsteht ein Unterdruck (Venturi-Rohr), der den Kraftstoff aus dem Düsenröhrchen mitreißt. Das zerstäubte Benzin verdampft im Ansaugkanal und bildet mit der Luft das zündfähige Gemisch. Dieses Prinzip ist bis heute das A und O für die richtige Funktion eines Otto-Motors.

Die Fehlersuche im Kraftstoffbereich sollte hier beginnen: Ist genügend Luft verfügbar? Ist genug Benzin vorhanden? Kann sich das physikalische Prinzip des Venturi-Rohrs einwandfrei entfalten?

3. Das richtige Gemisch Top

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Alle weiteren Einrichtungen am Vergaser, wie die Starthilfe, die Gemischanreicherung, der Ausgleichsbehälter, die Schwimmerkammer, die Nebenluftbohrungen und, und, und ... sind nur dazu da, dieses System aufrecht zu erhalten oder zu ergänzen.

Der Vergaser sorgt dafür, daß der Motor im Betrieb ständig mit einer vom Gasdrehgriff geregelten Luft-Benzinmenge "gefüttert" wird. Das Problem dieser "Mischerei" ist das richtige Verhältnis, welches sich zwischen 8:1 bis 17:1 (Luftanteil zu Kraftstoffanteil) bewegen kann. Theoretisch optimal wäre ein Verhältnis von 14,8 : 1.

Die Idealmischung ist abhängig vom Durchmesser des Luftdurchlaß und der Größe der Düsen auf der Vergaserseite, aber auch von der Drehzahl und der Temperatur des Motors. Starke Einflußgrößen sind konstruktionsunabhängige Faktoren, wie Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Lufttemperatur. Ein falsches Gemisch hat zur Folge, daß der Motor stottert und spuckt und zu wenig leistet. Ein zu fettes Gemisch (Kraftstoffüberschuß) führt mangels Sauerstoff zu Ölkohleablagerungen im Verbrennungsraum, zu schlechter Wärmeleitfähigkeit und somit zu Glühzündungen.

4. Mageres Gemisch und Magermotor Top

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Ein zu mageres Gemisch, also zu wenig Sprit im Verhältnis zum Luftanteil, hat ebenfalls eine Überhitzung zur Folge. Bei der Umwandlung der Kraftstofftröpfchen in den gasförmigen Zustand wird Energie verbraucht. Die Energie wird in Form von Wärme dem Motor entzogen. Diese Art der Kühlung, Innenkühlung genannt, findet bei einem mageren Gemisch nicht im ausreichenden Maße statt.

Ein vergleichbares Beispiel kennen wir aus dem Bereich der "harten" Werkstattarbeit. Der Schweiß auf der Haut verdunstet und kühlt damit, neben entsprechenden Kühlflüssigkeiten (Bier etc.), den Körper. Diese Geschichte ist für unsere Motoren und damit füruns sehr wichtig. Ich selbst kenne genügend Fälle von Kolbenfressern, die durch falsch eingestellte Vergaser verursacht wurden. Deshalb den Vergaser lieber ein bißchen fetter einstellen und den Umweltschutz auf anderem Gebiet praktizieren.

Gerade heute, wo erkannt wurde, wie schädlich eine unvollständige Verbrennung für die Umwelt ist, hat man "Magermotore" für Autos und Motorräder entwickelt, die thermisch und zündungsseitig so weit ausgereift sind, daß die Innenkühlung, im Gegensatz zu früher, teilweise vemachlässigbar ist.

Kommentare Top

07.11.2006 | rieju fahrer

Abend zusammen! Also ich finde die Vergaser Grundkurs Teil 1-3 sehr informativ und gut geschrieben! Ich hab schon mehrere Bücher darüber gelesen, aber erst mit diesem Artikel ist es mir klar geworden.Weiter so!!! Hab seit kurzem diese Seite entdeckt und muss sagen, dass sie mir sehr gut gefällt!

26.11.2006 | nienix

Gut geschrieben, da kann sich ein Anfänger erst mal Appetit holen, um sich weiter zu informieren. Nicht gleich vollgedröhnt mit Fachchinesisch

15.04.2007 | ktm fahrer

Mein volles Lob! Einfach erklärt ,trozdem alles drin! Weiter so!

Zum Artikel vom 17.09.2006
Das feine Loch - Bohrungen entgraten und senken

Zum Artikel vom 10.10.2006
Überlaufen verboten - Vergaser: die Schwimmerkammer