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Anleitung zum Einbau einer elektronischen Zündung |
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Für die Überlassung dieses Artikels aus der GummikuH bedanken wir uns ganz herzlich beim Verleger Rainer Baues.
"Gummikuh & past perfect" war ein hervorragendes, unabhängiges Klassiker-Magazin der 90er Jahre, dass sich vorwiegend mit der Technik an Motorrad-Oldies beschäftigte.
Rainer hat noch nahezu alle Ausgaben der Gummikuh im Regal, bei Interesse bitte einfach eine kurze Email an bauesverlag@freenet.de. |
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1. Kontaktzündung Top |
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Wer für seinen Oldie keine Unterbrecher mehr erhält oder die Nase voll hat, alle paar 1000 km die Zündung mit Meßuhr, Stricknadel, Spion und anderen Hilfsmitteln nachzustellen, kann auf eine englische, elektronische Zündanlage zurückgreifen. Ames testete die "Lumenition" und beschreibt die Funktion. Für wen es aus Originalitätsgründen an ein Verbrechen grenzt diese moderne "High Tech? einzubauen, der denke bitte an die Oldie-Vielfahrer, die ihr Moped ständig brauchen und nicht immer die Zeit haben, die auf dem Wege zur Arbeit zerfetzte Unterbrecherfeder auszutauschen.
Vielleicht bin ich auch nur ein gebranntes Kind. Meine Oldies haben mich ständig genervt mit ihren abgebrannten Kontakten und kaputten Kondensatoren. Das hat jetzt ein Ende!
Ich habe mich lange mit dem Zündungsproblem beschäftigt. Seit ungefähr 15 Jahren gibt es eine englische Ignition auf dem Markt, die eine vernünftige Alternative darstellt. Dieses Zündsystem braucht nur einmal eingestellt werden, da es kontaktlos, also ohne herkömmlichen Unterbrecher, arbeitet. Ein Prellen der herkömmlichen Zündkontaktflächen mit unsauberer Zündfolge und damit schlechter Verbrennung gehört der Vergangenheit an. Durch die höhere Zündenergie ist die Verbrennung im Zylinder sauberer. Man sieht das auch, wenn der Motor später einmal zerlegt wird. Laut Hersteller soll der Kraftstoffverbrauch niedriger werden. Das habe ich nicht festgestellt. Ab 5 Volt gibt die Lumenition einen kräftigen Zündfunken ab, daß Startverhalten ist besser. Freunde hochdrehender Motoren wird interessieren, daß sie mit einer maximalen Zündfrequenz von 6000 Funken/ Sekunde arbeiten könnte, wenn es eine entsprechende Zündspule gäbe. Ein Einzylinder-Zweitakter, der mit 6000 U/min läuft, hat nur eine Zündfrequenz von 100 Funken/Sekunde, ein entsprechender Viertakter liegt bei gar nur 50 Hertz. |
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2. Vorteile der elektronischen Zündung Top |
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Zu den beschriebenen Vorteilen gehört auch ein nicht zu vergessender Nachteil. Zwei, der insgesamt nur drei, Bauteile sind in Kunstharz eingegossen. Gibt ein Teil den Geist auf, so ist es komplett zu ersetzen.
Eines der Teile ist der optische Schalter (Lichtschranke/Siehe Zeichnung oben). Er besteht aus einer Leuchtdiode, die Infrarotlicht sendet, und einer Silizium Fotodiode (Fotozelle), die das IR-Licht empfängt und den elektrischen Widerstand ändert. Eine rotierende Scheibe sitzt auf der Welle mit dem Nocken, die vorher den Kontakt betätigte. Je nach Zylinderzahl, 2 oder 4-Takt und Wellenübersetzung sind Aussparungen vorhanden. Die Scheibe rotiert zwischen der IR-Lichtschranke. Die Unterbrecherscheiben gibt es je nach Fabrikat des Mopeds entweder bei der Firma Lumenition oder man muß sie sich selbst fertigen. Bei den hineinzusägenden Schlitzen sollte der Bastler recht genau vorgehen. Wird der Lichtstrahl von der Scheibe unterbrochen, empfängt das "Power Modul" einen Impuls (Foto unten) von der Lichtschranke und gibt der Zündspule 6 oder 12Volt-Saft, je nach Spannung der Motorradbatterie. Gibt die Scheibe den Lichtstrahl frei, erhält das Modul einen weiteren Impuls, der das Modul veranlaßt, den Saft an die Zündspule zu unterbrechen. Aus dem Hochspannungsteil der Zündspule "saust" ein Stromstoß von ca. 15 000 Volt, aber geringer Stromstärke, zur Zündkerze, bei der es nun endlich funkt (Induktion). Dieses Spiel wiederholt sich laufend.
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3. Umrüstung auf elektronische Zündung Top |
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Bei der Umrüstung auf Lumenition kann fast immer die alte Zündspule behalten werden, wenn der elektrische Widerstand der Spule nicht zu gering ist. Ohne Anschluß der Kabelage mißt man den Widerstand, der nicht den Wert von 2,4 Ohm unterschreiten darf. Ist der Wert niedriger, so kauft der gewiefte Schrauber keine neue Spule, sondern setzt einfach einen Widerstand in den Stromkreislauf vor der Spule (siehe Schaltplan unten (R)). Die Größe des Widerstandes berechnet sich aus: 2,5 Ohm minus Widerstand der Zündspule (ohne Kabelanschlüsse gemessen). Der optische Schalter, der ja an Stelle des Zündkontaktes eingebaut wird, braucht kaum mehr Platz. Er darf nur nicht über 125 Grad Celsius warm werden. Das Power-Modul sollte unterm Tank verschwinden, aber sich zur Kühlung im Fahrtwindstrom befinden (Max. Temperatur 85 Grad ). Die Verdrahtung der Bauteile ist absolut simpel. Bei Bestellung sollte man angeben, ob Minus oder Plus an Masse sitzen. |
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26.08.2009 | Holgi |
Hallo, für Lötfans gibt es auch einfach nachzubauende Schaltungen dazu. Ich weiss gar nicht mehr wie viele Zündungen ich damals nachgebaut habe. Eben wie der Autor hauptsächlich für Oldtimer. Ausser der wegfallenden Nachstellerei verstärkt sich auch der Zündfunke, so dass vor allem die alten Karren mit teils schwachen Zünanlagen besser/ zuverlässiger anspringen.
Grüsse Holgi |
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15.07.2010 | Henning |
Hallo Holgi, ich würde gerne an eine Studebaker Silver Hawk die Zündung erstzen. Kannst Du mir den Schaltplan zukomen lassen? In den 70ern gab es Schaltkreise die die Kontakte als Impulsgeber namen und der Rest elektronisch geregekt wurde, ergo: es floss kein Strom (nicht mehr so viel) durch die Kontakte und die hielten eine EWIGKEIT. Bedingtr durch Auslangsaufenthalte etc. habe ich leider die Pläne verloren!
Hilfe wäre nett. |
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