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Satire

Für die Überlassung dieses Artikels aus der GummikuH bedanken wir uns ganz herzlich beim Verleger Rainer Baues.

"Gummikuh & past perfect" war ein hervorragendes, unabhängiges Klassiker-Magazin der 90er Jahre, dass sich vorwiegend mit der Technik an Motorrad-Oldies beschäftigte.

Rainer hat noch nahezu alle Ausgaben der Gummikuh im Regal, bei Interesse bitte einfach eine kurze Email an bauesverlag@freenet.de.

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Satire

MP-K

Motorradbekleidung und Sicherheitsbekleidung

14.11.2004 | Autor: Uli Böckmann

Nach der Helmpflicht für Fußgänger müssen Kradfahrer vermutlich gelbes Rundumlicht tragen - oder den hier besprochenen MPK.

Inhalt

1. Zum Sommer
2. MPK

3. Motorradbekleidung - günstig!
Kommentare: 0

1. Zum Sommer Top

Jetzt, wo es - zum Glück - einmal mehr auf den Sommer zugeht, stellt sich auch wieder das Problem der richtigen Motorrad­bekleidung. Um uns vermeintlich besorgte Zeitgenossen möchten nicht nur erzählen, was auf dem geliebten Kradl grad recht wär, sondern eine Kleiderordnung vorschreiben. Ans diesem Anlaß bringen wir einen Artikel von Uli Böckmann, der bereits in der Nr. 5, Seite 15, der Past Perfect erschien, aber aktueller ist denn je. Andy

2. MPK Top

Klick: grosses Bild
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Da wir es nicht mehr erwarten können. bis uns endlich mal jemand vorschreibt, wie wir uns auf dem Motorrad anzuziehen haben, machten wir uns eigene Gedanken zu diesem Thema. Wir sind (zurecht) stolz darauf, dem geneigten Leser in dieser vorliegenden Ausgabe nun das Ergebnis wochenlanger Tests präsentieren zu kön­nen: den "Masurischen Protectoren-Kit­tel"

Nie zuvor fanden innovative Technik und geniale Ingenieurskunst eine größere An­wendung, als in diesem konkreten Bei­spiel. Der Masurische Protectoren-Kittel (MP-K), auf dem Foto in lässiger Eleganz getragen von unserer Testperson Paul P. Pommern (hier in der leicht überhöhten Südkurve des Hochgeschwindigkeitswe­ges in seinem Heimatort Mehervernicze bei Kostnicze. südlich von Pravnicze, oder war es östlich ...), vereinigt ein Höchstmaß an Sicherheitskomfort mit dem in unserer Zeit doch so wichtigen modischen Flair, kurzum, nicht nur shure sondern auch chic.

Das Außengewebe aus zwiefach genoppter Zeppelinseide be­sticht durch seine hohe Reißfestigkeit, insbesondere bei Seitenwind nach 21 Uhr. Die eigentlichen Finessen finden sich jedoch erst, wenn man sich den MP-K etwas genauer ansieht. Hierbei ist beson­deres Augenmerk auf die sogenannten "Problemzonen" zu richten, also Achsel­höhlen, Brustwarzen, Kniekehle (links­seitig) und, immer wieder eine heikle Stelle, der Steiß. Aus Gründen des Ju­gendschutzes wollen wir hier nicht näher auf die Lösung dieser Probleme eingehen, kurzum, sie wurden beseitigt, und wie! Revolutionär geradezu ist die Integration einer "passiven Sicherheitszone".

Die "LSIH (Luft-Sack im Hemd) genannte Konstruktion besteht aus einer halb aufge­pumpten Schweineblase, die sich in der Gefahrensituation blitzartig mit Helium­gas füllt. Das Gas befindet sich in einer eigens für den MP-K entwickelten Gaspa­trone, die linksseitig lässig am Gürtel zu tragen ist. Hier ergaben sich größere Pro­bleme bei der Dimensionierung der Gas­menge, was dazu führte, daß die ersten Testpersonen im prall gefüllten Luft-Sack gen Himmel stiegen. Das Wetteramt er­mittelte, daß sie ungefähr in der Gegend von Wetzlar wieder niedergegangen sein müßten. Bis heute haben wir keine Nach­richt.

Die "LSIH" wirkt sich jedoch auch etwas negativ auf den Tragekomfort aus und ist der Eitelkeit der heutigen Zeit nicht gerade zuträglich, da der Träger immer etwas "füllig" wirkt (siehe Foto). Daraus ergab sich fast zwangsläufig die zusätzliche Typenbezeichnung "Mops". Soviel zum Thema Sicherheit.

3. Motorradbekleidung - günstig! Top

Fast entscheidender als eben diese Sicher­heit sind unter marktstrategischen Ge­sichtspunkten (man will ja schließlich `ne Mark machen, gell ...) die äußeren Merk­male, frei nach dem Motto: "Das Auge ißt mit ...". So haben wir keine Kosten und Mühen gescheut und die führenden Mo­deschöpfer der masurischen Seenplatte engagiert. Doch der hohe Aufwand lohnte sich. Der MP-K verleiht dem Träger nicht nur klassische Sportlichkeit, er zwingt den Fahrer vielmehr in die Sitzposition eines kackenden Sumo-Ringers.

Dies freut nicht nur besonders die Fahrer fern­östlicher Motorräder, sondern ist auch noch gut gegen Darmträgheit. Außerdem hilft der gewagte Schnitt, das Image des Motorradfahrers zu verbessern. Kannte man bisher nur martialisch gekleidete, tief hinter die Verkleidung gebückte Piloten. So hinterläßt der masurische Protectoren­Kittel beim Betrachter doch mehr die Vision eines fliegenden Freßsacks, auf den man tausend tote Motten geklebt hat. Kurzum, wer ihn sieht, wird ihn in heiterer Erinnerung behalten.

Im Einklang mit diesem Design stehen auch die passenden Accessoires. So trägt auf dem Bild Paul P. Pommern den MP-K in Kombination mit den Sicherheits-Schlappen, Modell "Hed­wig". Die getuffte Korksohle in Kombi­nation mit den Riemchen aus Federstahl geben dem Träger eine weibliche Note. Dies wird noch unterstützt durch das ebenfalls abgebildete Helmtuch, für das wir noch keinen passenden Namen gefun­den haben. Man sieht, GP tut etwas für Si­cherheit und Tragekomfort der neuen Bekleidungs-Generation. Auch die Preise sprechen für sich. Mußte man bisher für dieses hohe Maß an Sicherheit tief in die Tasche greifen, so schont der MP-K das Portemonnaie. Lediglich 785,- DM schlagen für die Grundausstattung zu Bu­che, bestehend aus Protectoren-Kittel, Schlappe "Hedwig", Helmtuch, Schwei­neblase und Gaspatrone.

Alles in allem ein günstiges Angebot, bei dem wir uns aber immer noch dumm und dämlich ver­dienen. Wir sind außerdem bemüht, eine Lobby zu schaffen, der es gelingt, das Tragen des masurischen Protectoren-Kit­tels per Gesetz zur Pflicht zu machen. Wenn dieses Gesetz erlassen ist, werden wir wohl die Preise erhöhen müssen. Hehe!

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