|
Für die Überlassung dieses Artikels aus der GummikuH bedanken wir uns ganz herzlich beim Verleger Rainer Baues.
"Gummikuh & past perfect" war ein hervorragendes, unabhängiges Klassiker-Magazin der 90er Jahre, dass sich vorwiegend mit der Technik an Motorrad-Oldies beschäftigte.
Rainer hat noch nahezu alle Ausgaben der Gummikuh im Regal, bei Interesse bitte einfach eine kurze Email an bauesverlag@freenet.de. |
|
|
|
1. Zum Sommer Top |
|
Jetzt, wo es - zum Glück - einmal mehr auf den Sommer zugeht, stellt sich auch wieder das Problem der richtigen Motorradbekleidung. Um uns vermeintlich besorgte Zeitgenossen möchten nicht nur erzählen, was auf dem geliebten Kradl grad recht wär, sondern eine Kleiderordnung vorschreiben. Ans diesem Anlaß bringen wir einen Artikel von Uli Böckmann, der bereits in der Nr. 5, Seite 15, der Past Perfect erschien, aber aktueller ist denn je. Andy |
|
|
2. MPK Top |
 Klick: grosses Bild |
Da wir es nicht mehr erwarten können. bis uns endlich mal jemand vorschreibt, wie wir uns auf dem Motorrad anzuziehen haben, machten wir uns eigene Gedanken zu diesem Thema. Wir sind (zurecht) stolz darauf, dem geneigten Leser in dieser vorliegenden Ausgabe nun das Ergebnis wochenlanger Tests präsentieren zu können: den "Masurischen Protectoren-Kittel"
Nie zuvor fanden innovative Technik und geniale Ingenieurskunst eine größere Anwendung, als in diesem konkreten Beispiel. Der Masurische Protectoren-Kittel (MP-K), auf dem Foto in lässiger Eleganz getragen von unserer Testperson Paul P. Pommern (hier in der leicht überhöhten Südkurve des Hochgeschwindigkeitsweges in seinem Heimatort Mehervernicze bei Kostnicze. südlich von Pravnicze, oder war es östlich ...), vereinigt ein Höchstmaß an Sicherheitskomfort mit dem in unserer Zeit doch so wichtigen modischen Flair, kurzum, nicht nur shure sondern auch chic. Das Außengewebe aus zwiefach genoppter Zeppelinseide besticht durch seine hohe Reißfestigkeit, insbesondere bei Seitenwind nach 21 Uhr. Die eigentlichen Finessen finden sich jedoch erst, wenn man sich den MP-K etwas genauer ansieht. Hierbei ist besonderes Augenmerk auf die sogenannten "Problemzonen" zu richten, also Achselhöhlen, Brustwarzen, Kniekehle (linksseitig) und, immer wieder eine heikle Stelle, der Steiß. Aus Gründen des Jugendschutzes wollen wir hier nicht näher auf die Lösung dieser Probleme eingehen, kurzum, sie wurden beseitigt, und wie! Revolutionär geradezu ist die Integration einer "passiven Sicherheitszone". Die "LSIH (Luft-Sack im Hemd) genannte Konstruktion besteht aus einer halb aufgepumpten Schweineblase, die sich in der Gefahrensituation blitzartig mit Heliumgas füllt. Das Gas befindet sich in einer eigens für den MP-K entwickelten Gaspatrone, die linksseitig lässig am Gürtel zu tragen ist. Hier ergaben sich größere Probleme bei der Dimensionierung der Gasmenge, was dazu führte, daß die ersten Testpersonen im prall gefüllten Luft-Sack gen Himmel stiegen. Das Wetteramt ermittelte, daß sie ungefähr in der Gegend von Wetzlar wieder niedergegangen sein müßten. Bis heute haben wir keine Nachricht. Die "LSIH" wirkt sich jedoch auch etwas negativ auf den Tragekomfort aus und ist der Eitelkeit der heutigen Zeit nicht gerade zuträglich, da der Träger immer etwas "füllig" wirkt (siehe Foto). Daraus ergab sich fast zwangsläufig die zusätzliche Typenbezeichnung "Mops". Soviel zum Thema Sicherheit.
|
|
|
3. Motorradbekleidung - günstig! Top |
|
Fast entscheidender als eben diese Sicherheit sind unter marktstrategischen Gesichtspunkten (man will ja schließlich `ne Mark machen, gell ...) die äußeren Merkmale, frei nach dem Motto: "Das Auge ißt mit ...". So haben wir keine Kosten und
Mühen gescheut und die führenden Modeschöpfer der masurischen Seenplatte engagiert. Doch der hohe Aufwand lohnte sich. Der MP-K verleiht dem Träger nicht nur klassische Sportlichkeit, er zwingt den Fahrer vielmehr in die Sitzposition eines kackenden Sumo-Ringers. Dies freut nicht nur besonders die Fahrer fernöstlicher Motorräder, sondern ist auch noch gut gegen Darmträgheit. Außerdem hilft der gewagte Schnitt, das Image des Motorradfahrers zu verbessern. Kannte man bisher nur martialisch gekleidete, tief hinter die Verkleidung gebückte Piloten. So hinterläßt der masurische ProtectorenKittel beim Betrachter doch mehr die Vision eines fliegenden Freßsacks, auf den man tausend tote Motten geklebt hat. Kurzum, wer ihn sieht, wird ihn in heiterer Erinnerung behalten. Im Einklang mit diesem Design stehen auch die passenden Accessoires. So trägt auf dem Bild Paul P. Pommern den MP-K in Kombination mit den Sicherheits-Schlappen, Modell "Hedwig". Die getuffte Korksohle in Kombination mit den Riemchen aus Federstahl geben dem Träger eine weibliche Note. Dies wird noch unterstützt durch das ebenfalls abgebildete Helmtuch, für das wir noch keinen passenden Namen gefunden haben. Man sieht, GP tut etwas für Sicherheit und Tragekomfort der neuen Bekleidungs-Generation. Auch die Preise sprechen für sich. Mußte man bisher für dieses hohe Maß an Sicherheit tief in die Tasche greifen, so schont der MP-K das Portemonnaie. Lediglich 785,- DM schlagen für die Grundausstattung zu Buche, bestehend aus Protectoren-Kittel, Schlappe "Hedwig", Helmtuch, Schweineblase und Gaspatrone. Alles in allem ein günstiges Angebot, bei dem wir uns aber immer noch dumm und dämlich verdienen. Wir sind außerdem bemüht, eine Lobby zu schaffen, der es gelingt, das Tragen des masurischen Protectoren-Kittels per Gesetz zur Pflicht zu machen. Wenn dieses Gesetz erlassen ist, werden wir wohl die Preise erhöhen müssen. Hehe!
|
|
|
Dieser Beitrag wurde bisher nicht kommentiert. |
|
|