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Reparaturanleitung Bremsen vorn beim Mazda |
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1. Bremse hin? Top |
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Die Vorderradbremse beim Mazda ist nicht viel anders aufgebaut als an anderen Fahrzeugen dieser Klasse. Wenn man also über den Verschleiß der Stopper informiert sein möchte, rafft man die Rockschöße des Hermelins zusammen, geht in die Hocke und peilt durch die Schlitze der Stahlfelge. Da sollte man schon sehen, ob die Bremsbeläge auf blankem Stahl angekommen sind oder ob noch genügend Belag vorhanden ist. Hier arbeitete schon Stahl auf Stahl - das ist häßlich und nicht zu überhören. Der feine Mann kuckt deshalb schon vorher und tauscht, bevor es auf große Fahrt über den Hindukusch geht.
Bremsbeläge wechselt man immer auf beiden Seiten, niemals nur auf einer - die Bremsleistung ist dann mit hoher Wahrscheinlichkeit ungleichmäßig. Außerdem stets neue Teile verwenden, nix vom Schrotti oder gebrauchtes, das noch in irgend einer Schublade rumlag.
Ob die Scheiben noch zu verwenden sind, kann man mit einer Schieblehre und zwei Zehnpfennigstücken feststellen. Über den abgekauten Bund der Scheibe hinweg messen. Für die innenbelüfteten Bremsscheiben dieses Schaltgetriebe-Wagens ist die Verschleißgrenze 16mm, für das Modell mit Automatikgetriebe sowie den 1,9Liter-Motor mit doppelter Nockenwelle ist die Verschleißgrenze bei 20mm erreicht.
Die Scheibe hier war wegen der beginnenden Verschweißung mit der Belaghalteplatte schon arg angegriffen und hatte nur wenige Zehntel mehr als die Verschleißgrenze auf dem Buckel. Die Entscheidung alles auf einmal zu tauschen ist also meist die sauberere Lösung und kostet, wenn man die Teile im Zubehörhandel kauft, nicht die Welt. Außerdem geht die Sicherheit ja immer vor...
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2. Rad ab Top |
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Wir zeigen die Arbeit hier auf einer Hebebühne, am Straßenrand geht?s genau so. Fahrzeug dann aber sicher aufbocken, dass einem die Kiste nicht mitten in der Arbeit auf die Mütze rutscht. Wir zeigen die Arbeit am rechten Rad, die rechte Seite ist spiegelbildlich aufgebaut.
Wagen sicher abstellen (oder auf die Hebebühne fahren), Handbremse anziehen, Gang einlegen. Radzierblende abnehmen und die Radmuttern lösen. Wagen aufbocken und das Rad abnehmen. Furcht und Schrecken von hunderten Kilometern ohne Belag liegen jetzt vor einem, der Blick auf die Bremse ist frei. Die Konstrukteure von Mazda haben es mit der Dimensionierung des Sattels gut gemeint. In jedem Fall soll dieses Trumm herunter, damit man auch die Scheibe herauskriegt.
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3. Draht-Origami Top |
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Wie herum man die Arbeit angeht, ist ziemlich schnuppe. Wir demontieren zuerst die Beläge und anschließend den kompletten Sattel. Die Arbeit ist anders rum auch möglich.
Die Beläge werden von zwei Stiften gehalten, die in vier Bohrungen im Bremssattel geschoben sind. Gegen Verlust und Verschieben sind diese Stifte mit zwei Klammern gesichert. Diese Art Draht-Origami sitzt an ihren Enden jeweils in einer Bohrung in einem der Stifte und verkeilt das Ding damit gegen axiales Verschieben. Eigentlich clever, bloß ziemlich kompliziert und rostanfällig.
Mit einem Schlitzschraubenzieher zuerst die längliche Sicherungsfeder an der Außenseite herauspopeln, anschließend die obere. Man kann zur Arbeitserleichterung alles gewissenlos mit Caramba fluten - schließlich wird keines der Bremsenteile wiederverwendet.
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4. Stifte rausschlagen Top |
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Ist die lange Feder ab und die obere nur noch um den oberen Haltestift geschlungen, müssen diese Haltestifte herausgeschlagen werden. Dazu mit einem leichten Schlosserhammer nachhelfen. Bewegt sich der Stift, mit einem Durchlag den Rest besorgen. Beide Stifte und die Halteklammern saubermachen und sicher weglegen. |
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5. Bremsschlauch lösen Top |
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Da der Bremssattel komplett ausgebaut werden soll, muss der Bremsschlauch ab. Schraubte man den einfach so vom Bremssattel los, würde sich alle Bremsflüssigkeit aus dem Ausgleichbehälter auf den Weg machen und die auf dem Werkstattboden ausgebreiteten Gebetsteppiche versauen. Damit das nicht passiert, das Bremspedal betätigen. Dazu entweder einen nichtsnutzigen Rangen hinter das Steuer setzen und auf die Bremse treten lassen oder ein Stück Dachlatte auf Länge sägen und zwischen Lenkrad und Bremspedal klemmen. Das ist meist einfacher.
Ist die Bremse betätigt, die Hohlschraube am Bremssattel abschrauben und die Bremsleitung abnehmen. Aufpassen, dass die Kupferscheiben nicht verloren gehen und die Bremsleitung so weghängen, dass sie nicht weiter im Weg ist.
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6. Bremssattel abnehmen, Anti-Quietsch-Bleche Top |
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Jetzt die beiden Bolzen lösen, mit denen der Bremssattel am Achsschenkel befestigt ist. Bolzen herausdrehen. Weil sich die Beläge über die Jahrhunderte tief in die Scheibe eingegraben haben und der Bremssattel deshalb nicht ohne weiteres abzunehmen ist, müssen die Beläge u.U. mit einem Schraubenzieher auseinander gedrückt werden, damit man ein wenig Luft bekommt.
Den Sattel abnehmen und die Beläge nach Möglichkeit nicht auf den Boden (die kostbaren Gebetsteppiche) fallen lassen.
Damit die Bremse nicht bei jedem Ampelstopp die Nachbarschaft zusammenquietscht, sondern auch nachts gefahrloses Anpirschen an die fremdgehende Ehefrau ermöglicht, sind den Belägen nämlich Bleche beigelegt. Um beim Zusammenbau die Reihenfolge dieser Anti-Quietsch-Bleche rekonstruieren zu können, sollte man alles in Ausbau-Reihenfolge auf der Werkbank ausbreiten.
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7. Kolben zurückdrücken Top |
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Hat man den Sattel auf der Werkbank, muss zu allererst der Kolben in seine Bohrung zurückgedrückt werden. Das geht im besten Fall von Hand. Wenn nicht, kann man eine Schraubzwinge oder eine simple Wasserpumpenzange zu Hilfe nehmen. Geht das Zurückdrücken immer noch schwer, ist der Kolben möglicherweise rostig/fest. In diesem Fall müssen Kolben und Sattel überholt werden.
Staubschutzmanschette auf Beschädigungen überprüfen. Ist da irgendwas eingerissen oder malad: austauschen.
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8. Führung und Fürsorge Top |
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Damit die Beläge auf beiden Seiten der Scheibe gleich stark anliegen, muss der Bremssattel "schwimmen". Dieses Schwimmen wird von zwei hohlgebohrten Führungen besorgt, die gleichzeitig den ganzen Sattel halten.
Lassen sich diese Führungen nicht mit Fingerdruck hin- und herschieben, müssen sie ausgebaut, saubergemacht und mit einem Klecks Kupferpaste wieder zusammengebaut werden.
Ist die Führung wie hier völlig zementiert und phlegmatisch, ist die einseitige Abnutzung der Beläge kein Wunder. So etwas bekommt man mit Gewalt im Schraubstock auseinander. Mit einem Durchtreiber lässt sich die Führungshülse aus der Gummimanschette drücken.
Manschette auf Beschädigungen überprüfen, reinigen und innen leicht mit Kupferpaste schmieren. Kein Fett oder Öl verwenden. Den Bolzen mit feinem Schleifleinen von allem Rost befreien und an einer Polierscheibe spiegelblank polieren.
Anschließend Sattel und Führungen zusammenbauen und alles peinlichst von Caramba- und Bremsflüssigskeitrückständen befreien.
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9. Bleche Top |
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Jetzt die Griffel waschen und die neuen Bremsbeläge mit ihren Anti-Quietsch-Blechen in den sauberen Sattel einbauen. Auf der Kolbenseite finden sich zwei Bleche: das Schräge mit einem Pfeil in Laufrichtung der Scheibe und eines mit Ausbuchtung nach Außen an der zum Zentrum zeigenden Seite. Das Blech mit der nach innen springenden Ausbuchtung kommt an die Außenseite. Damit der Kram nicht auseinander fällt, die (vorher ebenfalls saubergemachten) Sicherungsstifte einschieben. |
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10. Neue Scheibe Top |
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Die alte Bremsscheibe mit ein paar Hammerschläge aus ihrem Sitz vertreiben. Stellt sich das gute Stück an und ist durch Dauerbetrieb in Streusalz und sibirischem Winter völlig festgegammelt, kann man auch eine Abdrückschraube in die Bohrung auf der Außenseite drehen.
Die neue Scheibe aus dem Karton nehmen und peinlichst mit Bremsenreiniger, Nitroverdünner oder Azeton saubermachen. Jeder auf der Scheibe verbliebene Milliliter Korrosionsschutzöl verschlechtert die Bremsleistung deutlich.
Die neue Scheibe einfach auf den Bund des Radlagers aufschieben.
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11. Sattel einbauen Top |
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Den Sattel mit den neuen Beläge einsetzen. Die beiden Befestigungsbolzen sind unterschiedlich lang. Der längere gehört nach oben, der kürzere nach unten. Beide müssen sich leicht eindrehen lassen. Beide mit einem Drehmoment von 50 Nm festziehen.
Sicherungsfedern einsetzen. Bremsschlauch wieder anschließen und das vom langen Bremsen steifgewordene Kind zum Bierholen schicken. Bremssystem entlüften, Rad montierten, Wagen abbocken, Radschrauben mit 120 Nm festziehen, Probefahrt machen.
Vollbremsungen während der ersten Kilometer vermeiden.
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05.12.2004 | ahot2004 |
Hallo! Besonders wenn man die Scheibe nur noch mit roher Gewalt lösen konnte sollte man die Radnarbe peinlichst genau mit einer Drahtbürste o.ä. von dem befreien was einen grad noch soviel Kraft gekostet hat. Eine dünne Schicht Kupferpaste auf die Narbe (nie in die Radmuttergewinde) verhindert sofortiges wieder angammeln.
Werden die scheiben mit einem zentrierschräubchen gehalten, emfiehlt es sich diese nur ganz leicht (7 Nm) anzuziehen weil die Kreuzsenkung der Schraube sonst gerne beim ausdrehen dull geht und einem nur ausbohren bleibt.
Bei Opel kann es helfen die Lärmbelästigung des Nachbarn zu senken wenn man die ober- und unterseite der klötze (bei stehender ansicht) sowie die gleitschienen des sattels an die bremsgabel leicht mit bremslube (so kleine rote Tube) einzuschmieren.
Was noch zu sagen bleibt: Fundamentales Wissen wie alles auf dieser Page.... |
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06.12.2004 | Christian |
Ahot2004, aufpassen mit der Kupferpaste!
Benutzt man heutzutage nicht mehr an Radaufhängungen & Bremssystemen, ganz einfach weil die Kupferpartikel wenn sie trocknen im Radhaus rumfliegen und die ABS-Sensoren (hat der 323 ab '95 glaub ich sogar in Serie) auslösen kann. Das kann totale Fehlfunktionen verursachen, auf jeden Fall möcht ich sowas an meinem Auto nicht unbedingt ausprobieren.
Deshalb, wenn man an der Radaufhängung etwas einfetten will, dann Teflonschmiere oder ähnliches benutzen, aber auf garkeinen Fall Kupferpaste.
schönen Abend noch! |
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03.04.2009 | Succse |
Danke ! Hat mir gerade sehr geholfen! |
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27.04.2009 | Kanne |
zum Belagwechsel muss das Bremssystem nicht geöffnet werden und man kann sich die ganze Entlüftung sparen - zumal das dann von einem Laien nur noch schwer machbar ist |
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03.03.2010 | Klausimausi |
war eine sehr gute erklärung aber man muss den Bremsschlauch nicht entfernen um Beläge und Scheiben zu wechseln das kostet nur ünnötige zeit die manch einer nun mal leider nicht hat aber ansonsten super erklärt
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06.04.2010 | sourcestorm |
Es ist nicht nötig den Bremsschlauch ab zu montieren. Bei einem Bremsscheibenwechsel reicht es doch aus, wenn man den Bremssattel löst und ihn dann mit einem Kabelbinder einfach nach oben an die Fahrwerksfeder fixiert. Jetzt kann die Bremsscheibe abgenommen werden (gewichtsvoller Hammer z.B. wirkt hier Wunder) oder eine Schraube in das Gewinde an der Außenseite eindrehen bis Bremsscheibe gelöst ist. |
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22.04.2010 | Wolf-Dietmar |
Noch ein Tip zur wichtigen Leichtgängigkeit des Schwimmsattels auf den Führungshülsen :
Die Faltengummis für die Führungshülsen müssen aus dem Schwimmsattel herausgezogen werden.Erst dann sieht man, dass die Führungsbohrung unter dem Gummi von Rost aufgequollen ist und die Leichtgängigkeit beeinträchtigt.
Die beiden Bohrungen pro Bremssattel mit Feile oder Dremel entrosten, die Gummis wieder einziehen und Führungshülse einschieben.Festschauben.Der Sattel lässt sich nun mit 2 Fingern hin und her schieben.
Habe diese Bremsen an meinem Mazda 121 DB, sie scheinen komplett baugleich mit dem 323 zu sein. |
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