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Reparaturanleitung Antriebswellen-Manschetten Mazda

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Schön geschrieben Praxisorientiert und Humorvoll leicht vers ...
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Ausgleichsgelenk wechseln

Manschetten - Scharade

Mazda 323, 09/´89 ? 07/´94

07.11.2004 | Autor: JEM

Die Manschetten an den Antriebswellen schützen das Gleichlaufgelenk vor Dreck und Wasser. Der Austausch ist nicht weiter schwer, wenn die Ersatzteile bereitliegen.

Inhalt

1. Wenn es beim Lenken knackt
2. Rad ab
3. Führung und Lenkung
4. Geklemmter Sturz
5. Bremssattel
6. Antriebswelle rausschlagen
7. Durchschlagend

8. Alte Manschette entfernen
9. Gelenk runterschlagen
10. Manschette: neu
11. Schellen anziehen
12. Welle rein, Öl auffüllen
13. Radnabenmutter, Probefahrt
Kommentare: 26

1. Wenn es beim Lenken knackt Top

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Die Antriebswellen des 323 treiben die Vorderräder an. Das dabei übertragene Drehmoment kann je nach Motorleistung und Belastungsfall gewaltig sein. Weil die Räder einzeln aufgehängt sind, man sie einschlagen kann und der Motor auch nicht starr in der Karosse sitzt, muss also einiges an Bewegungen ausgeglichen werden, damit so eine Kraftübertragung überhaupt funktioniert

. Seit Jahr und Tag verwendet man für so einen Fall Antriebswellen mit zwei Tripoid-Gelenken. Das sind Gelenke, die hohe Drehmomente übertragen können und dabei sowohl auseinander gezogen als auch stark gebeugt werden können. Damit das über ein paar Hunderttausend Kilometer auch funktioniert, sind diese Gelenke sehr, sehr genau gefertigt.

Entsprechend logisch, dass man so ein Präzisionsteil mit schlechter Behandlung und einer guten Portion Gewalt auch kaputt kriegt. Diese Gewalt muss man interessanterweise nicht mal selbst anwenden - das besorgen die Pferdchen unter der Haube. Das einzig nötige sind die Rahmenbedingungen, in diesem Fall kaputte Staubschutzmanschetten, die Fett austreten und Dreck eindringen lassen.

Weil das äußere Ausgleichgelenk weiter gebeugt und mehr beansprucht wird, reißt die Schutzmanschette dort eher ein - sobald sich genug Modder in die Präzisionsmechanik eingenistet hat, beginnt das Zerstörungswerk. Schon nach kurzer Zeit hört man bei voll eingeschlagenem Lenkrad und langsamer Fahrt ungesunde Knack- und Knirselgeräusche.

Ignoriert man diesen Aufschrei geschundenen Stahls, so stellen sich diese Geräusche wenig später auch bei Geradeauslauf ein. Spätestens jetzt sollte das äußere Gelenk gewechselt werden.

Diese Gelenke sind teuer und kosteten beim Zubehörhai um die 120 Euro das Stück, bei Old Mazda selbst noch mehr. Ein Blick auf den Zustand der Schutzmanschetten lohnt also, um den Tod der Gelenke zu vermeiden. Wir zeigen hier den Austausch der Gelenke. Der Tausch der Manschetten funktioniert genau so, kostet aber deutlich weniger. Ein kompletter Achsmanschettensatz mit Manschette, neuer Achsmutter, Fett und Schellen liegt bei nicht mal 10 Euro. Diese Anleitung gilt für alle Modelle ausser dem 1,9-Liter mit doppelter Nockenwelle; dessen Antriebswelle ist auf der rechten Seite zweigeteilt.

2. Rad ab Top

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Wir zeigen die Arbeit auf einer Hebebühne. Das ist prima für die arthritischen Knochen, schont Gelenke und Hosenboden. An der Bordsteinkante geht das aber ebenso, allerdings muss man athletisch unter dem Fahrzeug herumkrauchen.

Beide Seiten sind im Prinzip baugleich, lediglich die Welle ist auf der rechten Seite länger. Die radseitige Ausgleichgelenk ist durch die Radlager gesteckt und außen mit einer Mutter SW 30 befestigt. Diese Mutter ist mit gewaltigem Drehmoment festgedonnert und noch dazu verstemmt. Um dieses Teil loszukriegen, entweder eine entsprechende Stecknuss auf einen Knebel stecken oder einen passenden Ringmaulschlüssel verwenden

. Den Wagen also abstellen, Handbremse ziehen und Gang einlegen. Dann mit Wuppdich auf den (gut sitzenden!) Schlüssel steigen, die Mutter lösen, abdrehen und wegwerfen. Dann die Radmuttern lösen, den Wagen aufbocken und anschließend Radmuttern abschrauben und das Rad abnehmen.

3. Führung und Lenkung Top

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Das Rad wird beim 323 von verschiedenen Seiten geführt: unten ist es in einem Kugelgelenk eingeklemmt, der das Lagergehäuse im Dreieckslenker führt. Oben ist das Radlagergehäuse am Federbein befestigt, und damit man überhaupt lenken kann, wird alles von der Spurstange über ein drittes Kugelgelenk angelenkt.

Dieses Kugelgelenk der Spurstange muss ab, damit man freie Bahn hat. Dazu den Splint aus der Kronenmutter herausziehen und die Mutter lösen. Wenn man einen Kugelgelenkabdrücker hat, ist die Arbeit jetzt einfach: das Ding ansetzen und das Gelenk abdrücken. Wenn nicht, hat man seine liebe Not, sitzt dieses Gelenk doch mit seinem Kegelsitz meist bombenfest in seinem Auge im Radlagergehäuse und lässt sich nur mit mäßiger Gewalt überreden, diesen Platz zu verlassen.

Entweder klopft man deshalb auf eine Sechskantmutter, die man an die Stelle der Kronenmutter gedreht hat und schont damit das Gewinde oder setzt einen schnöden Zweiarmabzieher an. Genau zentriert, sollte die Kraft einiger Tonnen den Kegel aus dem Sitz locken. Den Spurstangenkopf aushängen und überprüfen, ob er leicht geht. Ist das Ding klapprig, so hat ihn (meist wegen kaputter Gummimanschette) der Teufel geholt.

Unbedingt austauschen.

4. Geklemmter Sturz Top

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Oben wird das Lagergehäuse am Federbein von einer Klemmfaust gehalten.

Üblicherweise wird an dieser Stelle auch der Sturz der Lenkung eingestellt. Um die alte Stellung des Vorderrades zu erhalten, müsste die Position der Klemmfaust exakt markiert werden. Weil beim 323 der Sturz aber fest eingestellt und nicht verstellbar ist, braucht darauf keine Rücksicht genommen zu werden - die Klemmung kann einfach gelöst werden.

Dazu die Muttern lösen, die Schrauben aber noch nicht ganz herausziehen.

5. Bremssattel Top

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Der Bremssattel kann bei der Demontage der Antriebswellen eingebaut bleiben.

Auch das Bremssystem bleibt zu. Damit aber der Bremsschlauch nicht allzu sehr auf Zug belastet wird und ein wenig mehr Raum bekommt, das Klemmblech am Federbein herausziehen. Der Bremsschlauch sollte jetzt frei herumlabbern können.

6. Antriebswelle rausschlagen Top

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Das innere Gleichlaufgelenk ist in das Getriebe eingesteckt. Das Gelenk und sein Gegenstück im Getriebe sind mit einer feinen Verzahnung verbunden; am Ende des Wellenstumpfes des inneren Gelenks sitzt ein schnöder Sicherungsring, der verhindert, dass das Gelenk einfach so aus dem Getriebe rutscht

. Damit man das Gelenk aber überhaupt rausbekommt, muss man die Spannkraft dieses Federrings überwinden. Dazu setzt man eine Brechstange oder einen Reifenmontierhebel zwischen Getriebegehäuse und innerem Ausgleichgelenk an, holt vorsichtig Luft und hebelt. Kaputt gehen sollte bei dieser wohldosierten Kraftanwendung nichts. Deshalb auf den Dichtring und die Dichtfläche am Gelenk Acht geben.

Das Gelenk hängt mitunter sehr fest. Deshalb unbedingt darauf aufpassen, dass man mit der Brechstange nichts aus Getriebe oder der eigenen Schädeldecke herausbricht. Wenn es dann "klock" sagt, kommt nicht nur die Antriebswelle aus ihrem Häuschen, sondern auch noch etwa ein Liter Getriebeöl. Damit das nicht das teure Buchsbaum-Parkett in der Werkstatt versaut, vorher eine Schüssel unterstellen.

7. Durchschlagend Top

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Um die Antriebswelle komplett herauszunehmen, die Schrauben aus dem Federbein nehmen, das Radlagergehäuse zur Seite schwenken und das äußere Gelenk mit leichten Schlägen eines Schonhammers nach innen heraustreiben. Eventuell die letzten Zentimeter mit einem Durchschlag besorgen.

8. Alte Manschette entfernen Top

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Die komplette Welle jetzt in einen Schraubstock spannen. Schonbacken aus Alu oder Kupfer verwenden, damit der Lack der Welle nicht zerdrückt wird.

Die alten Schellen der Staubschutzmanschette abknipsen oder öffnen und abziehen. Die alte Manschette oder das, was davon noch übrig ist, nach hinten schieben, so dass das Gelenk frei liegt.

9. Gelenk runterschlagen Top

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Wie das innere Gelenk im Getriebe, so ist das äußere mit einer Verzahnung auf der Welle gehalten. Damit es sich nicht verschiebt, sitzt auch hier am Ende ein Federring. Ist die Welle fest eingespannt, das komplette Gelenk mit einem Schonhammer von der Welle treiben.

U.U. ist eine andere Befestigung verbaut. Wenn also das Gelenk beim besten Willen und der gröbsten Gewalt nicht von der Welle will, alles Fett abwischen und auf die Suche gehen. Es gibt Modelle, bei denen das Ausgleichgelenk mit einem Sprengring auf der Welle gehalten wird.

10. Manschette: neu Top

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Welle sauber wischen und die neue Manschette aufziehen. Neuen Federring verwenden. Jetzt aus dem Tütchen so viel Fett wie möglich in das neue Gelenk drücken. Den Rest in die Manschette geben.

Mit leichten Schlägen das neue Gelenk auf die Welle treiben. Das ist möglicherweise nicht so einfach, weil sich der neue Sicherungsring verformt und sich weigert, von selbst in seine Nut zu schnappern.

Mit einem stramm angezogenen Kabelbinder kann man das Ding in seine Nut zwingen und das Gelenk problemlos aufschlagen. Geht das beim besten Willen nicht, einen Kollegen bitten, den Federring mit zwei Schraubenziehern zusammenzudrücken.

Gleichzeitig das Gelenk aufschlagen.

11. Schellen anziehen Top

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Den Kabelbinder abknipsen und die Manschette über das Gelenk schieben. Gelenk bewegen: quatscht und glurkst alles? Lässt sich das Gelenk voll bewegen, ohne dass die Manschette stört? Prima

. Die Patentschellen mit einem dünnen Schraubenzieher spannen und mit einer Rabitz-Zange so weit anziehen, dass sie sich eben nicht mehr auf der Manschette verdrehen lassen.

12. Welle rein, Öl auffüllen Top

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Die Montage erfolgt genau anders herum. Welle vorsichtig in das Getriebe eintreiben. Vorher überprüfen, ob der Dichtring im Getriebegehäuse unbeschädigt ist.

Äußeres Gelenk in das Radlagergehäuse einsetzen und das Gehäuse oben am Federbein festschrauben. Muttern mit Schraubensicherung einsetzen und mit 110Nm festziehen. Spurstangenkopf einsetzen und die Kronenmutter mit 50Nm festziehen. Mit neuem Splint sichern. Die Klammer für die Bremsleitungsbefestigung wieder einsetzen.

Getriebeöl auffüllen. Dieses Einfüllen ist ausgesprochen unfotogen, weil die Einfüllöffnung gleichtzeitig das Antriebsritzel für die Tachowelle beherbergt und ganz zwischen Motor und Spritzwand liegt. Um die Einfüllöffnung zu finden, also die Tachowelle verfolgen, die mit einer Rändelschraube an einem Flansch endet. Rändelschraube lösen, Tachowelle abziehen. Die Sechskantschrauber am Ritzelhalter abschrauben und das Antriebsritzel herausziehen. Jetzt mit einem geeigneten Rüssel (ist meist an den Getriebölflaschen vorhanden) etwa so viel Öl auffüllen, wie beim Lösen der Antriebswellen verlorenging. Das Antriebsritzel dient als Ölpeilstab: sauberwischen und komplett in seine Bohrung reinstecken und wieder herausziehen. Der korrekte Ölstand ist erreicht, wenn das komplette Kunststoffrädchen mit Öl benetzt ist. Zum Auffüllen Hypoidgetriebeöl 75W90 benutzen.

13. Radnabenmutter, Probefahrt Top

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Rad montieren, Radmuttern handwarm anziehen. Radnabenmutter aufdrehen und mit einem Drehmoment von 250 Nm anziehen.

Damit spielende Kinder das Ding auf dem Parkplatz nicht lösen, wird diese Mutter mit der Nut im Achsstumpf verstemmt. Dazu kann man einen Schraubenzieher opfern oder die Finne eines Schlosserhammers. Benutzt man den Hammer, unbedingt mit einem Schonhammer auf die Hammerbahn des anderen Hammers schlagen. Schlägt man zwei normale Schlosserhämmer aufeinander, können sich Teile des gehärteten Hammerkopfes abplatzen und mit Lichtgeschwindigkeit in der Garage und dem Augapfel des Schraubers ausbreiten.

Radmuttern mit 120Nm anziehen, Wagen abbocken. Probefahrt machen.

Kommentare Top

24.11.2004 | Dipl.Ing.Schrottkiste

Sehr detaillierte und reich bebilderte Anleitung, hilfreiche Tricks, für mich sehr nützlich bei Reparatur an Nissan Sunny (weitgehend baugleich), da bisher nur Audi & VW - Erfahrung. Danke!!!

14.01.2005 | Rim

Danke Jungs!!! Ihr habt mir auch sehr geholfen!!! Ich habe die Manschete erfolgreich gewechselt! Ich wunsche euch alles gute!!! Die Seite ist Spitze!!!! Ja ich habe die Manschete gewechselt aber Gelenk nicht und jetzt knackt einwenig, aber nur wenn ich richtig bis zu anschlag lenke. Ich weiß nicht wie lange kann ich so fahren.

07.02.2005 | Hermann

Erst einmal: Schön geschriebener Artikel, er war mir sehr hilfreich als Einstieg für dieses Auto. Vor allem die vielen Bilder sind super, habe ich mir ausgedruckt und beim Schrauben zur Hand gehabt. Danke!

Anmerkungen: Ich habe ein Mazda 323 Workshop Manual aufgetrieben und möchte daraus hier einige Ergänzungen beitragen (Numerierungen entsprechend den Punkten des Original-Artikels von JEM):

Öl: Laut Mazda Workshop Manual lässt man zuerst das Getriebeöl ab. Das ist aber wohl etwas Geschmackssache, ob man es erst rauslässt oder einen Teil über die Wellenöffnung abfließen lässt. Ich habe es abgelassen, es geht sehr sauber.

zu 3/4/5: Im Artikel ist es beschrieben, das zum Lösen/Beweglichmachen des Radträgers (Achsschenkel, Bremse, Lager) die Klemmung am Federbein und die Spurstange gelöst werden soll. Laut Mazda Workshop Manual wird (nach Lockern, aber zunächst Dranlassen der großen Mutter an der Außenseite der Radnabe) folgendes gelöst:

1. Die Verbindung zwischen Stabilisator und Dreieckslenker. Hier muss man sich merken, wie weit die Muttern draufgedreht sind (Überstand messen).

2. Die Schraube in der Klemmung, mit der der Ansatz des unteren Kugelgelenks am Radträger/Achsschenkel festgeklemmt ist. Schraube herausziehen. Nun kann man den Dreieckslenker nach unten hebeln, wodurch der Ansatz des Kugelgelenks aus der Klemmung rutscht. (Achtung, nicht die Staubschutzmanschette des Kugelgelenks beschädigen) Der Radträger kann jetzt herumgeschwenkt werden, er hängt noch an der Spurstange. Oberer Drehpunkt ist das Lager am oberen Ende des Federbeins. Die Klemmung am Federbein und das Kugelkopflager an der Spurstange bleiben also unberührt.

zu 6: Beim Schwenken kann man jetzt vorsichtig am Radträger ziehen und dabei die Antriebswelle aus dem Getriebe ziehen. Laut Mazda soll man vorsichtig anfangen und die Kraft allmählich verstärken, damit nicht beim plötzlichen Herausrutschen der Simmmerring am Getriebe beschädigt wird. (Eigene Anmerkung: Wenn es erst nicht geht, entlasten und dann das Rad immer ein Stückchen weiter drehen und wieder probieren, dann könnte es sein dass der Federring in eine bessere Position rutscht und es plötzlich ganz leicht geht) Wenn sich die Welle nict herausziehen lässt, schlägt Mazda auch die Hebelmethode wie JEM vor. Warnung: Hebel nicht zu tief zwischen Gelenk und Getriebe stecken, sonst beschädigt man den Simmerring. Bei automatischen Getrieben muss übrigens gleich gehebelt werden, das Herausziehen ist hier nciht zulässig, da innen ein anderes Gelenk verbaut ist, das wohl keinen Zug verträgt.

zu 7: Erst dann soll man laut Mazda Workshop Manual die äußere Mutter abschrauben und die Welle aus dem Rad nehmen bzw. mittels Abzieher rausdrücken. Auch hier wieder der Hinweis auf den Simmerring auf der Radinnenseite.

zu 9: Laut Mazda Workshop Manual soll man nach Möglichkeit das Gelenk auf der Radseite nicht abnehmen, sofern keine Probleme vorliegen. Da aber ja eher die äußere Manschette kaputt geht, ist wohl damit zu rechnen dass zumindest etwas Dreck eingedrungen ist, den man samt altem Fett gerne entfernen möchte. Man kann es abnehmen (ich habe es mit zwei Hebeln, zwischen Schraubstockbacken und Gelenk bei eingespannter Welle gemacht) oder vielleicht auch nur auswaschen, dann muss man die Manschette aber von der anderen Seite über die Welle ziehen und dafür das dortige Gelenk entfernen. (Tip: wenn man dieses Gelenk öffnet/abnimmt, benötigt man hinterher auch wieder Fett. Im Reparatursatz für die Achsmanschette ist aber nur eine Portion drin, also am besten vorher eine Tube besorgen). Das Gelenk auf der Getriebeseite lässt sich übrigens relativ schnell und ohne Kraftaufwand zerlegen, da hier nichts abgeschlagen werden muss. Das innere Teil des Gelenks, samt Kugelkäfig und Kugeln, ist einfach mit einem Federring in dem becherförmigen Teil des Gelenks (der mit seinem Wellenstummel im Getriebe steckt) befestigt. Dieser liegt am Innenrand des "Bechers" und ist einfach mit einem Schraubenzieher zu entfernen. Das Innenleben lässt sich dann herausziehen. Beim Wiedereinsetzen soll man darauf achten, dass die Öffnung dieses Federringes nicht gerade auf eine der Rillen fällt. Das Innenteil ist mit einem Seegerring auf der Welle befestigt. Es besteht wohl auch die Möglichkeit die ganze Operation des Manschettenwechsels von hier aus, und das sogar bei eingebauter Antriebswelle am Wagen direkt zu machen, indem man nur das innere Gelenk wie beschrieben trennt. Das Mazda Workshop Manual weist bei allen Aktionen zum Zerlegen der Antriebswelle mehrfach und eingehend darauf hin, dass alle Teile genau so wieder zusammengebaut werden wie sie waren. D. h. es müssen alle Teile in ihrer Stellung zueinander vor dem Zerlegen markiert werden (Farbe oder Stift, nicht Körnerschlag) und die Kugeln entsprechend abgelegt werden.

zu 10: Mazda empfiehlt, die Verzahnungen vor dem Überziehen der Manschetten mit Klebeband abzukleben, um Beschädigungen der Manschette zu vermeiden.

zu 11: Für das Anlegen der Schellen der Schellen wird darauf hingewiesen, dass man sie so herum drumlegen soll, dass die Öffnung bzw. das Ende des Bandes in Drehrichtung nach hinten zeigt.

Hinterher beim Anschrauben des Stabilisators an den Dreieckslenker die Muttern wieder so weit draufdrehen, wie sie vorher waren (gemessener Wert).

05.02.2006 | WH

Sehr sehr guter Artikel, nur ein winziges Detail: Du schreibst am Anfang von Tripodegelenken. Dieses ist hier bei den Photos aber nicht der Fall. Am Rad handelt es sich um ein Kugelgleichlaufgelenk mit Beugewinkeln bis zu 50°, ist die heute übliche Konstruktion. Früher gab es Tripodegelenke auch radseitig (viele französische Autos), bei diesen war das Gelenkinnenteil meist immer mit der Welle verschweißt, einen Faltenbalg-/ Manschettenwechsel kann man dann nur vornehmen, wenn man dann auch das differentialseitige Gelenk zerlegt und dann den Balg über die gesamte Welle rüberzieht. Tripodegelenke gibt es aber noch sehr häufig auf der Differntialseite, hier ist es -je nach Fahrzeuhersteller- das Brot-und-Butter-Gelenk. Wenn hier ein Faltenbalgwechsel notwendig sein sollte, kann man meist das im Differntial sitzende Außenteil direkt von den Gelenkinnereien abziehen. Dann sollte am Ende der Welle ein Sicherungsring sein, den man lösen muß. Und dann laß mich auch noch kurz die restlichen Verschiebegelenke kurz beschreiben: differentialseitig gibt es dann auch noch Kugelverschiebegelenke: das DO-Gelenk hat gerade Bahnen (auch hier kann man die Innereien -Nabe, Käfig, Kugeln- meist komplett aus dem Gelenk rausziehen) und das VL-Gelenk. Dieses bitte nur im Notfall demontieren, ist nicht ganz so einfach wieder zusammenzubauen: es hat schräggestellte Bahnen, zwischen denen die Kugeln über einen Käfig geführt sind. Falls es auseinanderfällt, dringend darauf achten, dass jeweils verschiedene Schrägungen am Innen- udn Außenteil gepaart werden müssen. Kugeln kriegt man -wenn ungeübt- nur mit viel viel Fummelei rein: Normalerweise muss die Nabe mit dem Käfig hierzu überbeugt werden (geht also nicht mit Welle drinne). Und bei allem immer schön aufpassen, dass die Sicherungsringe / Schnappringe gut einrasten. Sorry nun für diese Rumschwafelei, aber vielleicht hilft es ja mal einem. Gruß WH

Schwafelei: im Gegenteil. Danke für den Hinweis! Solltest Du Lust haben, vielleicht mal nen Artikel zu dem Thema zu verfassen: freuen uns über Mail! JEM

04.06.2006 | Leizinger Klemens

Hallo Goßes Lob an eure Webseite!! Ihr habt mir schon oft weitergeholfen! Meine Erfahrungen während des Manschettenwechselns möchte ich aber trotzdem weitergeben: Beim raushebeln der Achse aus dem Getriebe war mein Montierhebel zu dick (5mm), statt dessen musste ich ein dünneres Stück Falcheisen (3mm) verwenden. Laut Mazda Werkstatt sollte man das originale Getriebeöl verwenden, weil sonst im Winter die Schaltung schwergängig ist. Doch da das original Getriebeöl fast doppelt so viel kostet als wie beim Nachbauhändler, hab ich auch das billigere verwendet. Außerdem hab ich nur 0,5 Liter nachfüllen müssen. Bei dieser Reparatur hat eine Stehgrube ihre Vorteile, weil man das Auto auf einer Seite aufhebt (ich habs 30 cm aufgehoben) und dadurch nicht so viel Getriebeöl ausläuft (ca. 0,5 Liter). Bei dieser Gelegenheit hab ich auch gleich noch eine Frage: Als ich 1 Woche nach der Reparatur nochmal alles kontrollierte, sah ich das der Wellendichtring zwischen Antriebswelle und Getriebe ganz leicht Öl verliert. Das Getriebe hatte unterhalb des Wellendichtringes einen leichten Ölfilm. Sollte ich den Wellendichtring tauschen oder ist ein leichter Ölfilm unbedenklich? Ich habe auch eine Homepage und dort einige Reparaturen beschrieben. Würde mich freuen, wenn ihr mal reinschaut und mir sagt, wie ihr meine Beschreibungen findet. www.leizi.2xt.de Schöne Grüße Leizi

Leichter Ölfilm / Nebel ist unbedenklich. Danke fürs Lob! JEM

06.10.2006 | Roberto P.

Hallo Jungs, Danke für diese guten tipps, ihr habt mir sehr geholfen mit den detalierten aussagen, ich fahre einen Honda Civic Bj.91 dort ging es ebenso, es mir sehr viel Geld erspart in der Werkstatt, ich weiß nicht wie ich euch danken kann. Mfg Robby

MHE: Kontonummer ist ... ach, geschenkt ;0)

28.10.2006 | Mario

Vielen Dank Jungs für diese tolle Seite ! Ich war kurz davor das Auto meiner Schwester in die Werkstatt zu bringen . Aber mit Eurer hilfreichen Seite mit den vielen und guten Bildern hab ich die Karre doch wieder flott bekommen ! Nochmals Tausend Dank

29.05.2007 | Flohfix

Sers, erst mal Top Anleitung. ABER wo bekomme ich so einen Federring einzeln her?Mein Mazda Dealer meint nur in Verbindung mit nem neuen Gelenk, aber das hab ich ja und das ist auch i.O. mir ist nur dieser Ring beim Zusammenbau verreckt. Für ne Info wäre ich sehr dankbar. Grüßle Flohfix

Diese Federteilchen sind in der Tat renitent. Ich vermute, dass Du am Besten noch einen Rep-Satz kaufst. Da brauchst Du dann nur den Ring. Oder Du holst Dir eine Welle vom Schrott und sezierst den Ring heraus: wenn der Mazda-Dealer nix einzelnes da hat. Manchmal existiert beim Schrauber des Vertrauens auch Geheim-Kisten, in denen solche Spezereien herumfliegen. Gruß, Jens

19.12.2007 | rudi

Hi, Super Anleitung ! Macht es einen Unterschied ob der Wagen Handschaltung / Automatik hat ? Wieviel Zeit muss man etwas für die Reperatur rechnen eher ungeübt / beim 1. Mal ? Gruss rudi

Getriebe prinzipiell egal, Arbeitsaufwand hängt von Deiner Erfahrung ab. Mit etwas Übung ist das an einem Samstag machbar. Mit viel Übung viel schneller. JEM

05.01.2008 | thomas

Hallo eure seite hat mir sehr geholfen beim wechsel der manschetten . jedoch hat es (zumindest bei mir ) gereicht nur die zwei schrauben am federbein zu lösen . nachdem diese draussen waren konnte ich die antriebswelle komplett rausziehen .

06.04.2008 | Eduard Schuster

Hallo Jungs, gut das es noch Menschen wie Euch gibt,die Ihr Wissen an andere weiter geben.Habt mir sehr geholfen,Faltenbälge, bei meinem MAZDA 626 erfolgreich ausgetauscht,dank Eurer beschreibung und tollen BILDERN. Wünsche Euch ,für die Zukunft alles,alles gute und die beste Gesundheit, damit IHR auch weiterhin fleißig schrauben könnt.Mit herzlichen Grüßen Edi Schuster . Pfungstadt

Oh Danke! Wird gemacht. JEM

18.04.2008 | Andreas Haufe

Danke!!! für eure Beschreibung - besser als jedes Reparaturbuch.

27.04.2008 | Dieter

Hallo, VIELEN DANK! Eure Anleitung ist so detailliert genau gemacht. Habe alles genau nachvollziehen können! Manschetten wurden ausgetauscht und wurde dabei nichts zerstört. Danke Georg

22.05.2008 | La Bella

Super Einleitung, alles in paar Stunden erledigt danke.

12.08.2008 | vr-fahrer

oh mann du bist mein held danke für die viele bilder weil hatte überhaupt kein plann da von haben nur vw erfahrung danke noch mal das du es so schön beschrieben hast

23.08.2008 | Andy

Hat mir geholfen, Danke! Paar Infos. Geht viel leichter. Muß man nicht Bremssattel, Federbein...ganze kram losmachen/abbauen. Nur grosses Mutter ab, Felge ab, untere Kugelgelenk Schraube raus. Lange Schraube fur Stabilisator ganz los machen, nicht ab machen. Hebe das Kugelgelenk runter und weg, pass auf Staubschutzgummi an Kugelgelenk auf! Hammer von aussen auf Radnabe bis los. Mit Hände, ganze brems, Federbein usw nach aussen ziehen, bin Welle/Gelenk frei ist, und Welle nach vorne richtung, Hintern Ölwanne, und runter. Nun alles um Gelenk Saubermachen, Band von Manchette ab und Manchette weit auf Welle schieben. Radnabe ins Hand und Hammer von innen/hintern auf äussere teil das Gelenk...Tock Tock...und radnabe und Gelenk sind im Hand. Welle nun frei...kleine Federring abmachen, alte Manchette ab...alles sauber machen, neue Manchette auf Welle, Fett in Gelenk...neue Feder ring an Welle und mit Kabelbinder Federring eindrucken in Schlitz. Gelenk wieder ans Welle und Manchette zumachen. Welle war niemals aus dein Getriebe, kein Getriebeöl, alles in halb das Zeit. Bau alles wieder zusammen, und mach sicher das der Radnabemutter ist FEST. Etwa ein Stunde mit Kaffeepause. Ich weis das mein Deutsch nicht das beste ist...egal.

01.09.2008 | Richard

Zentralmutter erfolgeich gelöst, aber die Antriebswelle läßt sich aber nicht mit ein paar leichten Hammerschlägen aus dem Radlagergehäuse rausziehen! Es scheint festgerostet zu sein. Was tun???

Mit einem schweren Hammer durchschlagen. Dabei aber unbedingt das Gewinde schützen. Falls möglich, einen Dorn aus Alu benutzen. Viel Glück! JEM

27.11.2008 | Alex

Toller Bericht! Aber sag mal, geht das ganze auch ohne die Welle am Getriebe mitrauszuziehen?

Theoretisch ja. Bricht man sich allerdings die Flossen bei. Der feine Mann baut aus und nimmt auf die Werkbank. JEM

05.06.2009 | uwetausk

Hallo, danke für die guten Tipps. Zum Text "Die radseitige Ausgleichgelenk ist durch die Radlager gesteckt und außen mit einer Mutter SW 30 befestigt" eine Anmerkung. Nachdem ich meine selten benutzte 30 er Nuss endlich gefunden hatte, stelle ich fest das beim Mazda 323 Bauj.94 eine Mutter mit 32 SW verbaut wurde. Vielleicht handelt es sich um ein Ausnahme-Exemplar. Wäre nur schade, wenn sich jemand eine 30 er Nuss besorgt und er dann eine 32 er braucht. Also besser vorher messen. Habe die Mutter erst mit einem 1,5 Meter langem Rohr als Verlängerung lösen können, hier passt mal wieder der Spruch "Wahnsinnig wird des ( in meinem Fall ) Uwe's Kraft, wenn er mit Verlängerung schafft." In diesem Sinne viel Spass beim "schrauben".

02.08.2009 | Peter

Excellent step by step instructions. Helped me change cv boot, track rod end and lower ball joint on my Mazda 323. Thank you.

19.10.2009 | Richard Koch

Can you write this article in English? Mein Deutche ist nicht gut. Danke viel mals!

Sorry, bin leider mit der autoschrauber.de-Gesamtübersetzung ins nieder-gagausische völlig ausgelastet. JEM

12.11.2009 | Thaddäus

Das ist ja so eine große Hilfe mit diesen tollen Bildern... Danke!!

19.12.2009 | Wladimir

Hallo Jungs!! Danke für die Hilfe ! Ich hab lange nach dem Drehmoment der Radlagermutter gesucht. Bei euch stand 240 Nm. Super

18.02.2010 | pawel

danke

02.11.2010 | Manni

Super Erklärung, echt toller Beitrag.

09.06.2011 | Koch Ludwig

Das ist eine SUPER Anleitung. Habe mit 58 Jahren es mal selbst probiert.Hat zwar Zeit gekostet aber es hat funktioniert. Natürlich wollte ich es ganz einfach machen und habe die Anweisungen von Andy (Bericht vom 23.08.2008) befolgt,und siehe es ging. Habe 32er Mutter gelöst,Rad abmontiert, 2 Schrauben vom unteren Führungsgelenk aufgeschraubt und mit Montiereisen nach unten gedrückt so daß das Federbein beweglich war, Lenkung ganz eingeschlagen, Ausgleichsgelenk mit Durchschlag durchgedroschen und Gelenk mit Fäustling runtergeschlagen. Einbau umgekehrte Reihenfolge. Nur der blöde Federring hat gefuchst. DANKE nochmals für die Hilfe.

Zum Artikel vom 20.10.2004
Bremsbeläge aufnieten - Anleitung zum Aufnieten von Bremsbelägen

Zum Artikel vom 27.11.2004
Stahl auf Stahl - Reparaturanleitung Bremsen vorn beim Mazda