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Anleitung zum Aufnieten von Bremsbelägen

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Trommelbremse hinten

Bremsbeläge aufnieten

beim Mercedes 240 GD

20.10.2004 | Autor: Dr. Hans Hehl

Bremsbeläge sind auf der Bremsbacke meist verklebt, seltener vernietet. Das ist mit etwas Übung nicht weiter schwer und hält genauso gut.

Inhalt

1. Wichtiger Hinweis
2. Gebrauchte Bremsbacken
3. Alte Bremsbeläge entfernen
4. Bremsbacken entrosten

5. Bremsbacken chemisch entrosten und grundieren
6. Bremsbeläge aufnieten
7. Danksagung
Kommentare: 5

1. Wichtiger Hinweis Top

Alle Arbeiten an den Bremsen sind sicherheitsrelevante Arbeiten und erfordern fachliche Kompetenz, entsprechendes Werkzeug und die Ehrlichkeit, die eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen oder vielleicht besser in die Werkstatt zu gehen. Alle Angaben nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr! Die Daten gelten für 240 GD Bj. 10/1979

2. Gebrauchte Bremsbacken Top

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Obwohl bei meinem 240 GD (Bj. 10/79) in der Trommelbremse noch immer die selben Bremsbacken drin sind (trotzdem sind die Bremswerte i.O.), habe ich mir Ersatz besorgt. Neue Bremsbacken mit Belag sind sehr teuer (A 461 420 00 20, 4 Stück: 310 Euro inkl. MwSt). Einen Komplettsatz gebrauchter Bremsbacken (4 Stück) bekam ich von der Fa. F. Wiegmann in Eschede (www.gw-gelaendewagen.de ) für 56 Euro inkl. MwSt. und Porto.

3. Alte Bremsbeläge entfernen Top

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Die alten Bremsbeläge waren übrigens noch über 6 mm dick, allerdings verhärtet (verglast) und typisch ungepflegt. Durch regelmäßiges Überschleifen mit groben Schmirgelpapier wären sie noch lange benutzbar gewesen.

Am besten entfernt man die alten Bremsbeläge mit einem scharfen, flachen Meissel, mit dem seitlich zwischen Bremsbacke und Belag ansetzt. Ausbohren der Nieten geht nicht, da sich die Nieten dann mitdrehen. Mit dem Meissel werden sie einfach abgeschlagen.

4. Bremsbacken entrosten Top

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Alter Rost ist nur schwer zu entfernen, man könnte natürlich die Bremsbacken sandstrahlen. Am besten geht es mit einem Carbid-Schaber und Handarbeit. Ein Bandschleifer hilft auch nur wenig und mit Schleifpapier geht fast gar nichts weg. Die Stanzgrate und Kanten werden mit einer Feile abgeschliffen. Nicht vergessen, die Löcher mit einer passenden Rundfeile zu entrosten.

5. Bremsbacken chemisch entrosten und grundieren Top

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Mit Brunox-Rostumwandler wird die mechanisch entrostete Bremsbacke eingestrichen und nach einem Tag der Umwandler mit Verdünner wieder größtenteils entfernt. So ist der Rost in den Rostporen versiegelt. Es folgt die Grundierung mit Spies&Hecker Rostschutzgrund (Permacron Haftgrund 8583). Weitere Hinweise zum Entrosten sind hier.

6. Bremsbeläge aufnieten Top

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Benötigt werden ein Nieteinsatz, eine Auftreiber und ein bischen Übung. Das Werkzeug kann man kaufen, aber auch selber machen.

Die Bremsbeläge sind unterschiedlich lang, der Belag in Fahrtrichtung ist der Kürzere!. Der kurze Niet-Einsatz wird in den Schraubstock eingespannt, darauf wird der Niet gesteckt (wie im Bild), der Bremsbelag in der Mitte mit der Bremsbacke aufgesteckt (Wölbung nach unten, gut angedrückt und mit dem langen Treiber die Öffnung des Niets auf der Backeninnenseite rund und trichterförmig aufgeweitet. Mit einem Hammer wird dann die aufgeweitete Nietöffnung flach angeklopft, die sich dabei ringförmig ausbildet.

Man nietet wechselweise von der Mitte des Belags nach beiden Seiten, damit der Belag fest am Backen anliegt!

Bremsbelag, 4 Stück mit Nieten, Jurid 8,7mm: A 463 423 01 10, (70,90 Euro inkl.).

Nieten für Bremsbelag: N 007 338 004 312 (0,34 Euro inkl.).

7. Danksagung Top

Wir bedanken uns bei Dr. Hans Hehl für die Überlassung seines Artikels zur Veröffentlichung auf Autoschrauber.de. Auf seiner eigenen Website unter www.hanshehl.de finden sich noch viele weitere interessante Basteltipps für Mercedes Geländewagen.

Kommentare Top

20.10.2004 | Peter

Hallo, einige Hundert Trommelbremsbeläge habe ich bestimmt schon erneuert - aber daß sich die Niete beim ausbohren mitgedreht haben ist bei mir nie vorgekommen. MfG

22.10.2004 | Hehl Hans

Ja, mir auch noch nie (schon seit meinen VW-Käfer-Zeiten, 1965), war aber hier der Fall. Vermutlich waren die Beläge schon mal erneuert, allerdings mit den falschen Nieten (keine Hohlnieten!). Hans Hehl

26.10.2004 | Golf-Pöler

Hallo, Entrosten und Anstreichen ist ein recht mühsames Geschäft und sehr zeitaufwendig. Die Teile zu einer Metallveredelungsfirma fahren, mit der freundlichen Annahme etwas plaudern und die sind für ein paar Teuro gelb verzinkt. Die Backen vorher aber vom gröbsten Dreck befreien. Tip: gelb- ist wesentlich beständiger als blauverzinken.

29.10.2004 | Karlheinz

Freut Euch, wenn es noch was zum "nieten" gibt. Beim Peugeot306 Bj. 95, 97. beide zwischen 60 und 80 T. blockierte hinten ein Rad, nichts rollte mehr. Kein Problem, Rad runter, Radmutter los und dann noch die Trommel, denkste, so einfach ging das nicht, von innen wurde sie festgehalten. Beim zweiten mal wars dann einfacher, ich wußte das sich die Bremsbeläge von den Bremsbacken gelöst hatten,(einfach so). Also mit starkem Abzieher, Hammer und etwas Geduld bekam ich die Trommel runter. Schon wiedermal vielen mir zwei Beläge in den Schoß. "Leider nur geklebt" - Vorteil::Ich fahre nie bis auf die Nieten!!!! Nachteil:Ich werde vorher nicht gewarnt, (quitschen)? Ps. warum keine Nieten mehr?

- billiger? Jens

28.04.2009 | Peter

suche Bremsbeläge zum aufnieten. Wer vertreibt noch solche beläge.

Das hängt ganz vom Automodell ab. Im Zweifelsfall zum Fachhandel - nicht zu ATU. JEM

Zum Artikel vom 10.10.2004
Motorrad + Batterie = Motorradbatterie - Wie funktioniert die Motorradbatterie?

Zum Artikel vom 07.11.2004
Manschetten - Scharade - Reparaturanleitung Antriebswellen-Manschetten Mazda