Kurzinformation über verwendete Fachbegriffe
Arbeitstemperatur: ist die niedrigste Oberflächentemperatur des Werkstücks an der Lötstelle, bei der sich das Lot benetzen, ausbreiten und am Grundwerkstoff binden kann. Sie ist immer höher als die Solidus-Temperatur des Lotes. Sie kann unterhalb oder oberhalb seiner Liquidus-Temperatur liegen oder mit ihr zusammenfallen.
Bindetemperatur: ist die niedrigste Temperatur des Grundwerkstoffes, an dem ein überhitzter Lottropfen eine überschüssige Wärmemenge abgeben muß. damit an der Berührungsfläche zwischen Lot und Grundwerkstoff die erforderliche Arbeitstemperatur zustande kommt. Flammlöten: Erwärmen durch einen Handbrenner. Löten sowohl mit angesetztem als auch mit eingelegtem Lot. Flußmittel allgemein erforderlich.
Flußmittel: sind nichtmetallische Stoffe. Unter der Voraussetzung, daß die Lötflächen ausreichend vorgereinigt sind, müssen die Flußmittel noch vorhandene Oberflächenfilme beseitigen sowie die erneute Bildung von Oberflächenfilmen verhindern, damit das Lot die Lötfläche benetzt. Die Wirkdauer geschmolzener Flußmittel ist stark begrenzt.
Fugenlöten: ist ein Löten von Werkstücken, deren miteinander zu verbindende Oberflächen einen größeren Abstand als 0,5 mm voneinander haben oder bei denen die Lötstelle V- oder X-förmig gestaltet ist.
Hartlöten: ist ein Löten bei Arbeitstemperaturen ab 450 °C.
Induktionslöten: Erwärmen durch induzierte mittel- oder hochfrequente Ströme. Das Lot wird im allgemeinen eingelegt. Kerbschlagzähigkeit: ist die bei Kerbschlagbiegeversuchen von der Probe verbrauchte Schlagarbeit gemessen in J (Joule), bezogen auf den Querschnitt der Probe am Kerb vor dem Versuch. Kolbenlöten: Erwärmen durch einen von Hand geführten Lötkolben. Löten mit angesetztem Lot oder vorverzinnter Fläche. Flußmittel erforderlich.
Legierung: Gemische von Metallen, die durch Zusammenschmelzen und nachherige Abkühlung erhalten werden. Der Schmelzpunkt der Legierungen liegt meist tiefer als der Schmelzpunkt der einzelnen zum Lot verwendeten Metalle. So schmilzt z.B. eine Legierung aus 50 % Blei und 50 % Zinn (altes Lötzinn) schon bei 220 °C, reines Blei dagegen bei 327 °C und reines Zinn bei 232 °C. Liquidus-Temperatur: vollständige Verflüssigung des Lotes.
Löten mit angesetztem Lot: ist eine Arbeitsweise, bei der die Werkstücke an der Verbindungsstelle auf Löttemperatur erwärmt werden und das Lot durch Berühren mit den Werkstücken zum Schmelzen gebracht wird.
Löten mit eingelegtem Lot: ist eine Arbeitsweise, bei der die Werkstücke entweder nur an der Verbindungsstelle oder auch insgesamt sowie eine abgemessene Lotmenge gemeinsam auf Löttemperatur erwärmt werden.
Maximale Löttemperatur: ist die höchstmögliche Temperatur. Oberhalb dieser wird das Lot z.B. durch Verdampfen von Legierungsbestandteilen oder das Werkstück z.B. durch übermäßige Grobkornbildung oder das Flußmittel geschädigt. Arbeitstemperatur und maximale Löttemperatur begrenzen den Bereich der Löttemperatur.
Mechanische Spannung: Die mechanische Spannung ist die flächenbezogene Kraftwirkung im Querstück eines Werkstücks. Dabei werden die Kräfte in N (Newton) und die Flächen in mm gemessen.
Ofenlöten: Erwärmen in einem mit Gas oder elektrisch beheizten Stufen-, Durchlauf- oder Muffelofen. Das Lot wird eingelegt. Flußmittel werden durch Lötschutzgase unterstützt oder ersetzt.
Solidus-Temperatur: ist der Beginn des Schmelzens eines Lotes. Schmelzbereich: der Schmelzbereich eines Lotes ist der Temperaturbereich von Beginn des Schmelzens (Solidus-Temperatur) bis zur vollständigen Verflüssigung (Liquidus-Temperatur).
Spaltlöten: ist ein Löten von Werkstücken, deren miteinander zu verbindende Oberflächen einen kleinen, üblicherweise gleich breiten Abstand (Lötspalt) voneinander haben. Der maximale Abstand beträgt 0,25 mm.
Tauchlöten: ist eine Arbeitsweise, bei der ein Bad aus flüssigem Lot gegebenenfalls mit Flußmitteldecke die Werkstücke auf Löttemperatur erwärmt und das geschmolzene Lot den Lötspalt ausfüllt.
Weichlöten: ist ein Löten bei Arbeitstemperaturen unterhalb 450 °C. Widerstandslöten: Erwärmen durch elektrischen Widerstand (Laugen- oder Widerstandslöteinrichtung). Das Lot wird überwiegend eingelegt. Flußmittel empfehlenswert.
Wirktemperaturbereich: Der Wirktemperaturbereich ist der Bereich, in dem ein Flußmittel oder Lötschutzgas das Benetzen von Werkstücken durch flüssige Lote ermöglicht oder begünstigt.
Das nächste Mal: Hartlote. Anwendungsbeispiele, Gefahrenhinweise. |