Info |
|
Anleitung zur Reparatur der vorderen Radlager |
|
|
|
2. Neue Dichtringe Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Die neuen Dichtringe werden sinngemäß eingebaut: mit viel Gefühl für Kaffee und gleichmäßigen Schlägen am Umfang. Selbst von mäßiger Gewalt sollte man Abstand nehmen. Nur sachtes Klöpfeln auf der Blechverstärkung des Radialwellendichtrings, keinesfalls mehr.
Der äußere Dichtring ist allerdings so stramm gepasst, dass man ein wenig mehr Druck braucht. Dazu den Ring auf die Dichtfläche legen und obendrauf ein planes Stück Blech. Hier im Bild ein Scheibenfräser, der grade herumlag.
Mit zarten Schlägen auf dieses Blech (oder Holzplatte oder...) dirigiert man den Dichtring auf seinen Platz.
Wenn das Ding am Grund angekommen ist, kann man den Achsschenkel erst mal beiseite legen, der ist jetzt nämlich fast einbaufertig.
|
|
|
3. Bremsscheibe / Radnabe trennen Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Auf der Radnabe sitzt nicht nur das Lager, dass getauscht werden soll, sondern auch die Bremsscheibe.
Dieser Scheibe, die im Lauf der Arbeiten ziemlich stört, entledigt man sich mit einigen Schlägen mit dem Schonhammer. Dazu auf den mit einem Schonhammer auf den Achsstumpf schlagen - die Massenträgheit der Bremsscheibe sorgt dafür, dass sie sachte, aber sicher runterrutscht.
|
|
|
4. Radlager kaputtmachen Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Das innere Radlager ist auf den Achsstumpf der Radnabe aufgeschrumpft. Das hält bombenfest, lässt sich aber nur schwer ohne Zerstörung runterkratzen.
Einfach, schnell und sicher kann man das Lager aber zerstören. Soll ja schließlich eh getauscht werden.
Dazu spannt man die Nabe am Flansch in den Schraubstock und meißelt den Käfig kaputt. Die Brösel kann man wegwerfen oder den Kinder zum Spielen schenken. Den inneren Laufring des Lagers kratzt man mit der Flex ordentlich an.
Dem Gefüge des Laufringmaterials hat man damit eine astreine Sollbruchstelle zugefügt, die man jetzt mit einem scharfen Hammerschlag (Schutzbrille gegen Splitter aufsetzen!) nur noch belasten muss. Weg ist das alte Lager.
|
|
|
5. Neues Lager einschrumpfen Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Lagersitz peinlich saubermachen.
Das neue Lager lässt sich mit Hilfe einer kleinen Portion Wärme elegant und kraftsparend montieren. Man benötigt eine beliebige Wärmequelle, die um die 150 bis 200 Grad hergibt.
In diesem Fall haben wir einen alten Campingkocher, der sonst Dosenravioli für hungrige Schrauber aufwärmt, zweckentfremdet. Wenn man eine offene Flamme verwendet, unbedingt ein Blech unterlegen, um die Wärme zu verteilen.
Hat man den Booster gezündet, rasch die Radnabe mit Stumpf nach oben hinlegen und eine Wasserpumpenzange in die Hand nehmen. Wenn das Lager gut spuckheiß ist (so wie bei Mutter am Bügelbrett) pickt man es mit der Zange auf und lässt es in seinen Sitz fallen. Pling. Fertig ist die Montage. Abkühlen lassen. Das untere Bild zeigt die Nabe schon mit montierter Bremsscheibe - kommt eigentlich erst ein Kapitel weiter. |
|
|
6. Achsschenkel wieder zusammenstecken Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Wenn man jetzt die Bremsscheibe wieder auf die Nabe geklopft hat, kann man den Achsschenkel aus der Schublade holen und beides zusammenstecken.
Dazu die Radnabe in den Achsschenkel stecken und das zweite Kegelrollenlager vorsichtig von hinten auf den Achsstumpf schlagen. Die Distanzhülse nicht vergessen! Beide Lager mit einigen Klacksen Fett versehen.
Das Lager nur so weit einschlagen, wie es mit leichten Hammerschlägen möglich ist. Eingestellt wird eh, wenn der Achsschenkel eingebaut ist.
|
|
|
7. Achsschenkel wieder einbauen und festschrauben Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Den ganzen Klumpatsch wieder von der Werkbank zum Auto tragen und einbauen.
Dazu die Drehstabfederung vorspannen (falls sie das eh nicht noch ist), die Antriebswelle einfädeln und die Kugelgelenke in die Klemmungen bugsieren.
Die Mutter am unteren Querlenkergelenk mit 80Nm, am oberen mit 85Nm und am Spurstangengelenk mit 90Nm anziehen. Neue Splinte und Muttern nehmen.
|
|
|
8. Drehmoment abfangen... Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Wenn der Achsschenkel wieder an seinem Plätzchen sitzt, die Achswellenmutter aufdrehen. Damit man beim Festziehen dieser Mutter das Drehmoment abfangen kann, muss man die Radnabe festhalten. Dazu baut man sich der Einfachheit halber ein Hilfswerkzeug aus einem Stück Flachstahl mit zwei Bohrungen in Radbolzen-Abstand.
Damit die Bremsscheibe aber absolut Plan an der Radnabe liegt, muss man mindestens drei Schrauben eindrehen und Handwarm anziehen. Ggf. Unterlegscheiben verwenden.
Auf dem unteren Bild und denen im folgenden Absatz sind die Radmuttern teilweise nicht angezogen und die Scheibe liegt nicht auf. Das ist verkehrt! Die (mindestens drei) Muttern müssen handwarm angezogen sein. |
|
|
9. Einstellen und Losfahren Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Beim Einstellen der Lager wird die (hoffentlich nicht noch auf der Werkbank liegende) Stahlblechhülse zwischen den Innenringen der beiden Kegelrollenlager zusammengestaucht.
Wenn das seitliche Spiel der Bremsscheibe zwischen einem und drei Hundertsteln liegt, stimmt die Vorspannung.
Um dieses Spiel festzustellen, kommt man um die Verwendung einer Messuhr nicht herum. Fingerspitzengefühl hilft leider nicht weiter.
Die Uhr auf ein Magnetstativ klemmen und dieses Stativ irgendwo am Achsschenkel festkleben. Nirgendwo anders - schließlich soll das Spiel zwischen Achsschenkel und Radnabe/Bremsscheibe gemessen werden.
Etwas Vorspannung auf die Uhr geben und die Mutter nach und nach anziehen. Zwischendurch immer wieder das seitliche Spiel der Bremsscheibe kontrollieren. Wenn es zwischen einem und drei Hundertsteln liegt, hat der Schrauber fertig.
Muter gegen unbeabsichtigtes Lösen verstemmen, Bremse montieren (Fettfinger mit Bremsenreiniger runterschruppen!), Rad drauf und Probefahrt machen.
|
|
04.11.2003 | Ingo |
Hallo
Wieviel ist denn der ungefähre Drehmoment in NM gemessen ,habe bei meinem Kutter gerade die vorderen Radlager getauscht und bin ca. an 80 NM gegangen ,habe Angst das ich die Buchse schon Überspannt habe ????? Bei euch sieht es aus als ob ihr ordendlich Kraft raufgebt(Wegen langen Hebelarm .Habe es auch mit einer Uhr gemacht ,hatte aber noch nicht das Maß wie es beschrieben ist .Bitte helft ,Wagen ist noch aufgebockt.Wir wollen wieder fahren .
Gruß Ingo
Dass wir kein Drehmoment angeben, hat seinen Grund: das Lager wird nicht mit Drehmoment gespannt. So einfach ist das. Einzig und allein (!) das Lagerspiel an der Bremsscheibe entscheidet. Eine sehr grobe Schätzung könnte bei neuer, nicht deformierter Hülse da so um die 200Nm liegen. Eher mehr. Gruß, Jens |
|
06.11.2003 | Ingo |
Super Sache mit der Uhr,wenn man es erst einmal richtig hin bekommen hat ist es ein Lacher,man muß nur Ruhig und Gewissenhaft an die Sache rangehen,dann dürfte es kein Problem sein, habe Beide Lager,schön lansam rantastend,auf genau drei Hundertsteln eingestellt,also ich haben Fertig :-)
Nochmals Recht Herzlichen Dank für die Super Onlineunterstützung !
Gruß von Ingo aus Flensburg |
|
21.04.2006 | Gilli |
Hallo,
habe das auch mal zusammen mit einem Autoschrauber gemacht,der brauchte allerdings keine Messuhr sondern hat dann das komplette Rad montiert und an diesem gewackelt,so dass es aussen ungefähr 1 -2 mm Spiel hatte.
Das ist ungefähr 25000 km her und das Lager ist noch ok,habe aber letztens bemerkt,dass dieses Rad jetzt doch erheblich mehr Spiel hat,als damals beim Einbau.Sollte oder kann man an der Radmutter noch mal nachziehen
Ansonsten echt klasse Deine Anleitungen,gibt es eigentlich noch mehr über Mb 100? Danke fürs Lob - leider z.Zt. nicht mehr. JEM |
|
09.07.2007 | flugpilot |
Hallo! Super Beschreibung! Aber was mach ich wenn ich eine solche Uhr nicht habe?? Kann ich das auch mit ner elektronischen Schieblehre machen?? Oder wo bekomm ich eine solche Messuhr her?
Gruß Michael Messuhr muss sein, weil alles andere nur ungefähre Werte liefert. So eine Uhr bekommst Du am günstigsten vom Flohmarkt; je weiter im Osten, desto mehr polnische und russische Höker haben da Ferngläser, Tarnfleck und Werkzeug auf dem Tisch. Die einfachste Variante hilft schon und kostet vielleicht 20 Teuro.
Viel Glück! JEM |
|
26.08.2007 | Jesuslebt_org |
Achtung Achtung Achtung!
Heiko hat nun bald den 5. Lagertausch hinter sich, aber gleich beim ersten Mal.....
Nachbar (Meister) nahm das Lager noch mit in dei Werkstatt um es abzuziehen. Heiko dann frisch usw. an die Arbeit und Lager drauf und festklopfen....Geht aber nicht ganz drüber...
Erst mal Frust!
Nach Wochen nimmt sich Nachbar (Meister) Zeit um sich das Ding anzuschauen, klopft und ......fragt nach, welchen Durchmesser die Teile haben. Meister eben.
Feststellung:
Die 2 Lager haben verschiedene Durchmesser. Eines 42, das andere 44 (oder so ähnlich halt).
Heiko hatte gesagt, daß er in keiner Reperaturanlietung je davon gelesen hatte.
Vielleicht sollten wir das irgendwie lautstark erwähnen.
mit lieben Grüßen
im Namen unseres Herrn Jesus
Ralph-Peter |
|
11.10.2007 | Torsten Gödel |
Hallo Leute,
wirklich eine PRIMA Anleitung!
Ich gehe mal davon aus, der Schlosser meines Vertrauens hat diese Anleitung nicht zur Hand.
Der hat vor drei Wochen meine Antriebswelle gewechselt. Und vor ein paar Tagen: auf einmal so ein kommisches Klackern vom Vorderrad :-(.
Kann es sein oder ist es so das er das Lager zufest angezogen hat und das Lager zerdrückt hat?
Gruß Torsten |
|
28.06.2008 | Thomas Metall & Schrottentsorgung |
Sehr Gute beschreibung sagen nur 1000 dank jetzt bekomme ich mein schätzchen wieder hin |
|
28.09.2008 | Robert |
Großes Lob ! Wenn nicht alles verrostet gewesen wäre, hätte ich mit dieser Anleitung nur 2 Stunden gebraucht! Die 3 Hundertstel lassen sich übrigens mit der Uhr sehr gut einstellen. Schade, daß das alles meist nur nötig wird, weil der innenliegende Simmerring seinen Geist aufgibt und Wasser und Schmutz eindringen. Theoretisch müsste man nur die Simmeringe plus Stauchbuchse bei 200.000 erneuern, dann wäre Ruhe, mit gesäuberten, alten Lagern. Vielen Dank für die hervorragende Dokumentation ! |
|
09.10.2008 | Manfred Lucht |
Mein pannendienst wollte mir nicht kostenlos helfen,da bin ich froh das ich diese anleitung gefunden habe.
möchte mich dafür herzlich bedanken,Manfred Lucht aus Belgien Immer gerne. Dafür ist Autoschrauber.de ja da. JEM |
|
14.02.2009 | Torsten Nagel |
Hallo und guten Tag. Als erstes möchtes ich mich mal für diese Anleitung bedanken; die Tipps waren wirklich hilfreich.
Ich hätte da noch ein paar kleine Ergänzungen:
1. Die beiden Lager sind unterschiedlich groß, und deshalb kann man sich nicht eins aussuchen für innen oder außen. Ich hab meins jetzt wieder zusammen, deshalb muss ich es aus dem Gedächtnis versuchen: das Größere sitzt innen und das kleinere außen. Das spielt schon beim Einschlagen der Lagerschalen eine Rolle, da diese auch entsprechend unterschiedlich sind.
Also vorher prüfen, welche Schale + Lager wohin kommt, nicht erst eine Schale einschlagen und dann muss sie wieder raus. Man hat eine 50%- Chance, und nach Murphys Gesetz macht man es immer falsch rum.
2. Die alten Schalen und die inneren Laufflächen der alten Lager als Einschlaghilfe für die neuen Schalen und Lager zu verwenden, ist absolut klasse. Da die neuen Schalen und Lager bis zum Anschlag rein müssen, sollte man die alten "Einschlaghilfen" jedoch einschneiden bzw. eine kleine Scheibe rausschneiden, sonst läuft man Gefahr, dass man den alten Kram ebenfalls bombenfest reinhaut.
Nochmals vielen Dank für die klasse Anleitung!!!
|
|
03.07.2009 | Thomas |
Vielen Dank für die gute Anleitung. Absolut Top. Die vielen guten Tips machen einem die Arbeit um einiges leichter.
Die Lager kann man am besten unterscheiden an der Formgebung des äusseren Lagers. Das äussere Lager hat da wo es aufgeschrumpft wird eine Rundung. Das innere Lager hat da eine Fase. Zumindest war es bei mir so. Die grossen Lagerschalen waren unterschiedlich hoch. Der Durchmesser der Lager war meiner Ansicht nach gleich. |
|
17.11.2009 | Peter van der Velden |
Super ihre Beschreibung. Mein Garage in Luxemburg hat schon 3 Lager ersetzt in 2 Jahre .Ich fahre viel im Gelände
auf unsere Camping mit M+S Reifen das ganze Jahr mit
mein MB100 Camingbus.Habe das Problem erst bei mich gesucht weil ich min Bus zu schwer umgebaut habe. Dann
hab ich wiederum gedacht es liegt an unser Straßen in Luxemburg schön aber sehr Kurvenreich. Jetzt weiß ich
woran es liegen könnte.
1000x Dank sagt ihnen Peter van der Velden aus
Troisvierges Luxemburg.
|
|
17.11.2009 | Peter van der Velden |
Super Ihre Beschreibung. Meine Garage in Luxemburg hat schon 3 Lager ersetzt in 2 Jahre .Das ganze Jahr fahre ich mit meinem MB100 viel im Gelände auf unserem Camping mit M+S Reifen. Habe das Problem erst bei mir gesucht weil ich meinen Bus zu habe ich gedacht es liegt an unseren Straßen in Luxemburg, schön aber sehr Kurvenreich. Jetzt weiß ich
woran es liegen könnte.
1000x Dank sagt ihnen Peter van der Velden aus
Troisvierges Luxemburg.
|
|
|