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Reparaturanleitung Stoßdämpfer Golf vorne |
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1. Bodenhaftung? Top |
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Auch beim Golf sind die vorderen Stoßdämpfer irgendwann hin. Will man mit gewohnter Bodenhaftung und Fahrkomfort durchs Afghanische Bergland brettern, sollte man an einen Wechsel denken. Verschlissene Dämpfer machen sich durch schwammige Straßenlage und weiches Kurvenverhalten bemerkbar. Wie kaputt die Stoßdämpfer sind, kann man indes nur auf einer Prüfmaschine in der Werkstatt testen. Ab einer Laufleistung von 150.000 km ist ein Wechsel aber in jedem Fall angeraten. Man sollte immer beide Seiten tauschen und die oberen Stützlager, die den Axialdruck abfangen, mit austauschen.
Die Stoßdämpfer sind beim Golf zerlegbar, das Federbeinrohr ist quasi schon der Ölbehälter des Dämpfers, in ihm hängt der Zylinder. Eine Überholung der Dämpfer ist denkbar. Wir zeigen hier aber den Einbau einer kompletten Dämpferpatrone in das Federbeinrohr.
Das Federbein wird mit einer Klemmfaust im Radlagergehäuse gehalten. Nach Lösen der beiden Bolzen kann man das Federbein in den Langlöchern verschieben und so den Sturz der Vorderräder einstellen. Will man also den Sturz der Vorderräder erhalten, muß das Radlagergehäuse mit ausgebaut werden. Plant man sowieso eine Sturzeinstellung, kann man sich die Arbeit sparen und das Radlagergehäuse drinlassen. |
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2. Nötiges Werkzeug Top |
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Um das Federbein auszubauen und zu zerlegen sind neben dem Federspanner zwei Nüsse erforderlich, um Muttern am Federbein loszunehmen. Um das Federbein oben im Federbeindom zu lösen, muß eine versenkte Sechskantmutter SW22 abgeschraubt werden. Man kann sich das Spezialwerkzeug dafür selbst bauen, indem man eine Stecknuß SW 22 kürzt und mit einem Zweikant versieht. Ab 08/87 beträgt die Schlüsselweite SW 21.
Das Federbein selbst ist mit einer Nutmutter gespannt. Auch hierfür kann man sich aus einer Stecknuß das passende Werkzeug selbst schnitzen - wer weniger Zeit hat, kauft es im Zubehörhandel.
Möchte man sein Antlitz vor herumfliegenden Federtellern schützen, so benutze man tunlichst einen handelsüblichen Federspanner.
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3. Rad und Zentralmutter abnehmen Top |
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Wagen auf ebenem Boden abstellen, 1. Gang einlegen und die Handbremse anziehen. Die Zentralmutter der Gelenkwelle mit einem Ringschlüssel SW 30 lösen. Die Mutter sitzt ziemlich fest - der Schlüssel sollte gut sitzen. Radmuttern lösen, den Wagen aufbocken und sichern. Rad abnehmen.
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4. Bremssattel losnehmen Top |
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Scheibenbremssattel abschrauben. Dazu die Inbusschrauben SW 6 herausdrehen, den Bremssattel nach vorn herausschwenken und so weglegen, daß der Bremsschlauch nicht geknickt oder verdreht wird. Jetzt die Bremsbeläge und die Belagfedern herausnehmen. Aufpassen, daß die Beläge absolut ölfrei bleiben. Im Zweifel vorher die Flossen waschen!
Sicherungsschraube der Bremsscheibe herausdrehen und die Scheibe ausbauen.
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5. Spurstangenkopf lösen Top |
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Das Gewinde des Spurstangenkopfes mit einer Drahtbürste sauberbürsten und mit Caramba behandeln. Stopmutter lösen. Läßt sich der Spurstangenkopf mit Gummihammerschlägen aus dem Radlagergehäuse herausziehen: well done! Andernfalls die Mutter wieder ein paar Gänge draufdrehen und mit einem Zweiarmabzieher oder einem Kugelgelenkabdrücker nachhelfen.
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6. Klemmschrauber Querlenker Top |
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Mutter der Klemmschraube am Achsgelenk lösen und herausdrehen. Mit dem Schonhammer und wumms einmal von oben auf den Querlenker schlagen - das Federbein sollte sich jetzt vom Querlenker lösen.
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7. Ruhig Blut am Domlager Top |
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Die Stopmutter im Blechteller lösen. Dazu das oben besprochene Spezialwerkzeug verwenden. Einen guten Inbusschlüssel SW 7 benutzen und die Drehrichtung beachten.
Sitzt die Stopmutter unnatürlich fest und hat man (wie hier geschehen) den Inbus in der Kolbenstange vermauert, nehme man sein Schnellfeuergewehr in die Hand und schieße zur Beruhigung ein paar mal in den Werkstattfußboden oder steinige ein paar Ungläubige.
Das Heraussezieren der Mutter mit Karosseriesäge und Meißel ist Pusselarbeit!
Ist die Mutter ab, das Federbein nach unten herausnehmen. Dazu das Achsgelenk nach unten drücken und die Gelenkwelle herausziehen.
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8. Feder spannen Top |
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Vor dem Zerlegen des Federbeins die Federbeinspanner ansetzen. Ein paar Wicklungen Panzerband oder Isolierband sichern die Klauen des Spanners vorm Abrutschen und schützen die Lackierung der Feder.
Federpaket spannen und das Federbein in einen Schraubstock spannen. Darauf achten, daß das Federbeinrohr nicht zusammengedrückt wird.
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9. Federbein zerlegen Top |
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Ist die Feder sicher gespannt, die Nutmutter lösen. Bei einem vermurksten Inbus kann man die Kolbenstange festhalten, indem man ein Stück aufgeschlitzten Gartenschlauch als "Schutzhülse" zwischen Chromoberfläche und Wasserpumpenzange steckt. Das schützt die Zange und überträgt das hohe Drehmoment sicher.
Hat sich im Bereich des vermatschten Inbus das Gewinde auf der Kolbenstange so verformt, daß sich die Mutter nicht mehr weiter drehen läßt, das komplette Stützlager nach oben herunterschlagen.
Dabei löst sich der untere Bund des Axiallagers auf und die Kolbenstange kann über der Mutter abgesägt werden.
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10. Neuer Dämpfer Top |
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Stützlager und Federteller abnehmen, die gespannte Feder ausbauen und weglegen. Den Gummipuffer von der Kolbenstange ziehen.
Das Gewinde des Federbeinrohrs sauberbürsten und mit Caramba einsprühen. Das Rohr in den Schraubstock spannen und die Blechmutter mit einer großen Rohrzange (oder dem passenden Schlüssel) lösen.
Die Kolbenstange und das Zylinderrohr herausziehen und das Öl abtropfen lassen. Im Federbeinrohr und dem Zylinder befindet sich auch noch Öl.
Jetzt die neue Dämpferpatrone mit Distanzhülse einbauen und mit einer neuen Blechmutter verschrauben.
Federbein mit neuem Stützlager wieder zusammenbauen und die Nutmutter mit 40Nm wieder richtig festziehen.
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11. Montage Top |
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Der Einbau des Federbeins geschieht in der umgekehrten Reihenfolge des Ausbaus. Federspanner lösen, Das Bein einfädeln, die Antriebswelle durchstecken und die Mutter des Sicherungsbolzens im Achsgelenkzapfen mit 50Nm festziehen, die Mutter am Spurstangenkopf mit 35Nm und die obere Befestigungsmutter auf der Kolbenstange mit 60Nm festziehen. Neue Stopmuttern oder Schraubensicherungsmittel verwenden.
Bremsscheibe, Beläge und Bremssattel montieren. Inbusschrauben mit 25Nm anziehen, den Bremsschlauch unverdreht verlegen.
Rad montieren, Wagen abbocken, Radschrauben und Mutter der Antriebswelle festziehen.
Probefahrt machen.
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03.12.2002 | Tommes |
Tipp: Vor dem Aufbocken des Fahrzeug kann eine (widerborstige) Stopmutter oftmals relativ einfach mittels Druckluftschrauber gelöst werden, was späterem Ärger vorbeugt. Also am Besten vorher das Lösen dieser Mutter probieren! Aber wichtig: Beim Lösen mit Schrauber muß der Wagen noch am Boden stehen, bzw. das Federbein belastet sein, denn falls die Schraube ganz runter geht, fliegt einem sonst das Gesamtsystem um die Ohren!!!!! |
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11.01.2003 |
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Spurstangenkopf nie leicht herausgeht, zumindest nicht mit einer Stange. Die Mutter drauf und von unten klopfen bringt auch gar nichts. Ich mache es so: Mit einer Stange an der Spurstange ansetzen und das ganze damit Vorspannen.Dann mit einem starken Schlag aufs Radlagergehäuse, direkt an der Aufnahme für die Spurstange, so geht der Kopf immer raus. |
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11.01.2003 | Nikolabob |
Noch etwas: Wenn man den Inbus oben vemurkst hat, bzw den von VW verwendeten SW7 nicht hat geht es auch mit einer guten Rohrzange an der Kolbenstange. Diese ist zugänglich wenn das Federbein entlastet ist. |
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17.01.2003 | Axel |
Also ich möchte mal wissen warum hier geraten wird den Spustangenkopf, die Bremse usw aus- oder abzubauen.
Nach meinen Erfahrungen ist das völlig unnötig.
Kürzer ist: Rad abbauen, Sturzschrauben lösen und rausnehmen, einen Dorn o.Ä. zum fixieren durchtstecken. Dann oben im Dom mit dem Innensechskant das Federbein fetshalten und die Mutter mit einem 21er-Schlüssel lösen.
Nun ist der Dämpfer gelöst, man nimmt den Dorn o.Ä aus den Bohrungen für die Sturzschrauben und zieht den kompletten Dämpfer nach unten hin raus, Fertig, Bremse etc bleiben vollkommen unbeachtet.
Gruß, Axel |
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26.02.2003 | anonym |
Stimme Axel völlig zu.
Die Spurstange und auch die Bremse können dran bleiben.
Beim Lösen am Sturz jedoch grob eine Markierung machen, damit nachher die Spur so einigermaßen wieder stimmt.
Später dann einstellen la´ssen. |
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17.04.2003 | meier |
Geil, hat funktioniert!!! |
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23.04.2003 |
Genauso seh ich das auch. Viel einfacher. |
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30.07.2003 | Krycek |
Stimme axel auch zu. Super einfach ;)
Nochn tip: Wenn ihr keinen 21er Ringschlüssel für die Schraube im Dom habt tuts auch ein normaler zündkerzenschlüssel, durch den ihr einen imbus schlüssel steckt zum fixieren.
Hab jetzt beide Dämpfer gewechselt und vorher keine Ahnung gehabt. Arbeitszeit: 2,5h.
Danke.
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26.09.2003 | Sly |
HI ich habe gestern komplett ein Fahrwerk eingebaut in meinen Golf 2 - 90 PS.
Ich habe eine Tieferlegung eingebaut , und dadurch ist das Federbein natürlich kürzer.
Also habe ich die Spur, die Radlagermutter und Bremse komplett befestigt gelassen.
Nur im eingebauten Zustand , oben den Schlagschrauber rauf, schon mal lockern ...
Auto hochgebockt ...
Schlagschrauber unten angesetzt , Bolzen rausgehämmert , Bremse nach unten gedrückt , Federbein rausgezogen ....
Umgeschraubt, was umzuschrauben war ...
Bremsscheibe(also ganze Achsschenkel natürlich) nach unten,seitlich bewegt und das neue Federbein angesetzt , unten festgemacht oben fest. das wars.
Sonst alles gut, wie hier beschrieben gemacht
weiter so |
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14.10.2003 | GoldRolf |
Vor dem Ausbu des Federbeins sollte man mit einem spitzen Gegenstand die beiden Bolzen der untern Dämperbefestigung komplett umreissen, um so sicherzustellen, dass der Dämpfer wieder den gleichen Vorspursturz bekommt. Ansonsten werdet ihr es in spätestens ein paar Wochen später durch innen oder aussen abgefahrene Reifen merken das die Montage doch nicht so Erfolgreich war,. Im schlimmsten Fall kann sogar der Radmutterzapfen der Antriebswelle duch die Fehleinstellung abreissen und dann wirds richtig teuer. Den Fehler mach ich nicht nocheinmal! |
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23.10.2003 | rasputin |
hi,
grundsätzlich alles ok. ich machs a bissal anders: ich schraube nur die 2befestigungen des federbeins im radhaus auf(2x19er nüsse) und mach dann im motorraum das domlager locker. ich habe noch nie die bremse, spurstange oder den querlenker gelöst oder ähnliches. ged viel schneller. aber wie gesagt grundsätzlich alles ok! weiter so. hier liest man immer wieder gerne. mfg |
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09.02.2004 | Stephan |
Wenn man sich eine grobe Markierung macht, um nachher den Sturz wieder richtig einzustellen, besteht immer die Gefahr, daß die Markierung beim Werkeln aus Versehen verwischt. Ich messe immer vorm Zerlegen mit einem Meßschieber den Abstand von Rückseite Stoßdämpfer bis zur Vorderseite Radlagergehäuse auf Höhe der Einstellschraube. Ist eine feine und ziemlich genaue Sache. |
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12.08.2008 | dominik |
hab die stoßdämpfer heute zum ersten mal gewechselt bei meinem golf! ich seh das genauso wie axel! leider hab ich das erst bei der zweiten seite gemerkt! viel zu viel arbeit und zeit in den wind geschossen! im grunde sins ja ohne die radschrauben nur 3 verschraubungen um die es sich handelt: 1x oben im domlager (jetzt mal komplett gesehen) und 2x die sturzschrauben rausnehmen, dämpfer tauschen und wieder rein. total easy und schnell! |
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30.08.2010 | Indianer |
Hallo ihr lieben schrauber ;)
Axels methode ist also das easy going zum Patronenwechsel, toll beschriebn. Brauch ich denn für die methode einen Federspanner, kann ich nicht nach dem Lösen der Stoppmutter langsam aufbocken/feder entspannen ohne Schnipseffekt? Falls Du einen Unfallchirurgen in der Nachbarschaft hast - bitte. Ansonsten immer und immer nur mit Federspanner. JEM |
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24.09.2010 | Pazi |
Zum Spezialwerkzeug kann ich nur sagen das in fast jeden Handelsüblichen Ratschen Satz eine verlängerte 21er Nuss ist die oben einen glaub 23er Sechskant ansatz hat so spart man sich den eigenbau. |
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