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Anleitung zum Selberschneiden von Papierdichtungen

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Dichtung undicht?

Scherenschnitt auf eigene Faust

Papierdichtungen selber schneiden

27.05.2001 | Autor: VOL

Mitunter ist keine passende Papierdichtung zur Hand. In diesemFall kann man sich mit Schere, Kugellager und Papier auch am Samstag noch weiterhelfen.

Inhalt

1. Immer wieder Sonntags...
2. Schmuddelige Pappe
3. Alles muß ab!

4. Guter, alter Kartoffeldruck...
5. Schnippeln
6. Gib Dir die Kugel!
Kommentare: 8

1. Immer wieder Sonntags... Top

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Das Gehäuse ist getrennt, Zahnräder und Kurbelwellen liegen vor einem, man hat an alle Ersatzteile gedacht, bis auf eines: eine neue Papierdichtung!

Weia - natürlich ist Sonntag Nachmittag, und in spätestens 15 Stunden muß einen der fahrbare Untersatz wieder zur Frühschicht befördern! Leider ist das alte Papier nicht mal mehr das Geld wert, auf dem es gedruckt wurde (?!) und guter Rat ist, wie immer, teuer - oder?

2. Schmuddelige Pappe Top

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Wie gut, wenn man nach langer Suche doch noch irgendwo ein versifftes Restchen Dichtungspapier von Anno dazumal unter der Werkbank findet. Dichtungspapier gibt z.B. von Abil. In verschiedenen Stärken. Ein guter Teilehändler hat was da oder kanns wenigstens bestellen.

Dünnen Karton könnte man auch mal ausprobieren, als Provisorium geht das immer.

Schnell noch ein altes Kugellager und ein neues Teppichmesser zusammengetragen und schon rückt die unvermeidliche Abmahnung des Schichtmeisters wieder in unerreichbare Ferne!

3. Alles muß ab! Top

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Damit der TÜV sich später nicht über einen ölverschleierten Motor mokieren kann, muß man die Dichtflächen schon sehr gut säubern. Am besten man schiebt den alten Gammel vorsichtig mit einem Schaber ab, ein flach gehaltenes Teppichmesser tut's auch. Dabei möglichst Macken in der Auflagefläche verhindern.

Falls die Uralt-Dichtung schon mit dem Leichtmetallgehäuse eine Einheit bildet, Dichtungsentferner benutzen, oder dünnes Öl bzw. Kriechöl drauf, und erst mal einen starken Kaffee aufsetzen. Ist der getrunken, geht's meist leichter. So oder So. Alles, was dabei ins Gehäuse fällt, wieder rausfischen!

4. Guter, alter Kartoffeldruck... Top

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entspricht ungefähr dem, was jetzt kommt; man schmiert die Dichtfläche einer Gehäusehälfte mit dem Rest Altöl aus eben jenem Gehäuse ein und stempelt sie kräftig auf das Dichtungspapier. Je schwärzer das Öl, umso besser! Der feine Mann kann natürlich auch schwarze Schuhcreme oder Stempelfarbe benützen.

5. Schnippeln Top

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Sodann alles, was nicht schwarz ist, wegschneiden, bis auf die Schraubenlöcher. Das geht gut mit Nagelscheren oder sonstigen kleinen Schneidwerkzeugen, wie dem eh schon eingesauten Teppichmesser (gibt's für einsfuffzich neu im Baumarkt, hier reicht ausnahmsweise mal die Plastikware).

6. Gib Dir die Kugel! Top

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und zwar aus einem alten Kugellager, das man mittels eines Schraubenziehers und einiger roher Gewalt seines Distanzringes beraubt, anschließend rollert man die Kugeln alle auf eine Seite und drückt den inneren Laufring sachte raus.

Wem das zu umständlich ist, der kann natürlich auch Omas Perlenkette um ein, zwei Perlmuttrundlinge verkleinern, in allergrößter Not geht auch eine Glasmurmel aus den Schatzkammern der lieben Kleinen, aber das kostet Tränen.

Vorzugsweise nimmt man Kugeln, die etwas größer sind, als die Schraubenlöcher. Diese Kugeln locht man nun der Reihe nach an vorgesehener Stelle ein, und zwar mit mäßigem Hammerschlag. Man erzeugt so lustig Dichtungskonfetti und steckt in mindestens drei der neuen Löcher eine Schraube zur Fixierung.

Anschließend das Meisterstück noch auf zu viel Überstand innen überprüfen, und schon hält man seiner eigen Hände Werk ins funzelige Werkstattlicht. Und weil das Selfmade-Ersatzteil schon so schön eingefettet ist, bleibt's beim nächsten Mal bestimmt nicht mehr so häßlich kleben!

Kommentare Top

18.07.2004 | Walter Braun

Geeignet ist besonders auch Karton vom Tetra-Pack!

Interessante Anregung, mag im Notfall vielleicht gehen, Schmelzpunkt der PE-Beschichtung fraglich. Jens

25.08.2004 | pur

der beitrag ist ja ganz wichtig für den, der entweder die ET-preise nicht zahlen will oder für den es keine teile mehr gibt. aber löcher mit kugeln stanzen? ich hab' das früher mit einer schußwaffe gemacht, für die 6mm löcher hab' ich 22er kaliber genommen und für die großen meinen 48er special-buntline-peacemaker. aber nachdem sich die nachbarn wegen der nächtlichen ballerei in meinem bastelkeller beschwert haben, nehme ich schlicht und einfach ein locheisen auf ein holzbrett. seitdem hab' ich keinen streß mehr mit meinen nachbarn und die grünen, die mit den mützen, grüßen mich auch wieder freundlich, pur

Das mit der Schußwaffe ist gut! Aber bitte kein Schrot....JEM

29.07.2005 | Bernd Maier

Dichtungspapier, da nehme ich die großen bunten Kalender vom Reifen Lieferanten, sehr stabil, gut zu beareiten und gut eingefettet halten die Dichtungen wie Original :-)

12.10.2005 | malte

wenn man da so kugeln reinhaut, macht man da nich was put? vor allem bei alu o.ä. und glasmurmeln, wenn die ganz bleiben sollen, muss man da ja mit sanftheit ran. passiert bei sowas überaupt schon ein loch?

Du solltest Stahlkugeln und keine Murmeln nehmen. Und wenn die Bohrung im Gehäuse schön scharfkantig ist, bekommt man ein prima Loch im Dichtungspapier. JEM

06.03.2006 | ax 4x4

also ich mach entweder ein foto, skalieren nach echtmaß, ins corel importieren und dort das foto nachzeichnen, anschließend das bild wegschmeißen und den folienplotter mit einem alten telefonbucheinband bestücken und voila fertig - wie neu, natürlich kann man auch die restfragmente der dichtung in den scanner legen, da hat man dann die größe 1:1, zumindest bei 300dpi.

05.05.2007 | Dietmar Beth

Ich benutze eine Schraube mit passender Hutmutter, um die Löcher zu stanzen, ist besser für die Finger als die Kugelmethode :-)

16.03.2009 | klaus steinhaus

...also ehrlich gesagt, einfach grandios, wer in druck ist und nicht auf die bestellung warten kann, geschweige sonntag - ich halt das für ne wirklich gute sache -früher sagte man, nimm den führerschein(aus leinengewebe) und mach die dichtung selbst, der fü-schei war dann hin, aber man bekam ihn neu, war halt verloren, aber wenns richtiges papier dafür gibt, umso besser. gruss CLAUDIUS, COLONIA

21.05.2010 | Wurbelkelle

Löcher in Dichtungspapier kann man auch super durch Bohren herstellen: erst ein kleines Stück Holz im entsprechenden Durchmesser durchbohren (als Führung für den Bohrer und Gegenhalter für das Dichtungspapier), das Loch im Hölzchen über die entsprechende Stelle im Dichtungspapier platzieren und durchbohren - am besten mit Muttis Küchentisch als Unterlage. Für kleine Durchmesser sind Holzbohrer mit Zentrierspitze sehr gut geeignet, für größere Durchmesser empfehle ich sog. Kunstbohrer (HM-bestückt). Wichtig sind ausgeprägte und scharfe Nebenschneiden, deswegen funktionieren billige Forstnerbohrer (7,99 der Satz) eher bescheiden. Bei sehr dünnem Dichtungspapier lasse ich den Bohrer linksherum drehen, dann fangen sich die Schneiden nicht und können das Papier nicht zerreißen.

Zum Artikel vom 23.04.2001
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