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Werkzeugübersicht Schraubenschlüssel

Dieser Beitrag ist Teil der Serie
Kleine Werkzeugkunde:

1. Gruselkoffer contra Qualitätswerkzeug
Zangen, Zieher und Zsslüssel

2. Ring- und Maulschlüssel
Werkzeug - die Schlüssel

3. Ohne geht´s nicht
Steckschlüssel

4. Vier Zangen für ein Halleluhjah
Eine Zange macht noch keinen Schrauber

Titel: Jetzt wird geschweißt
Kommentare: 84 | Rubrik: Anleitungen
Schön geschrieben Praxisorientiert und Humorvoll leicht vers ...
22.01.2012 von Peter

Titel: Stehbolzen rausdrehen
Kommentare: 20 | Rubrik: Tipps & Tricks
bei der Verwendung von Kupferpaste aber aufpassen: Stahl + ...
21.01.2012 von TMaekkes

Titel: Furnier-Zauber
Kommentare: 2 | Rubrik: Anleitungen
Das Entfernen des alten Lackes geht auch sehr gut indem man ...
19.01.2012 von Tony

Titel: Der finale Dreh
Kommentare: 6 | Rubrik: Tipps & Tricks
super vielen dank. war schon am verzweifeln, zwar nich an e ...
14.01.2012 von Morf

Titel: U-Stahl, glattgebügelt
Kommentare: 36 | Rubrik: Anleitungen
Sehr guter Artikel. Bin Duali bei Blohm&Voss und habe gerade ...
11.01.2012 von Marcel

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Werkzeugkunde

Ring- und Maulschlüssel

Werkzeug - die Schlüssel

30.01.2001 | Autor: JEM

Der Schraubenschlüssel ist das Sinnbild aller Schrauberei und Werkzeug Nummer eins. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede in Gebrauch und Güte.

Inhalt

1. Schlüsselweite
2. Bauformen

3. Qualität lohnt
4. Engländer
Kommentare: 3

1. Schlüsselweite Top

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Während ich mich über Kalles liegengebliebenen Astra beuge, steht er mit Händen in den Hosentaschen daneben und saugt an seiner Zigarette.

Irgendwas stimmt mit der Einspritzpumpe nicht. Ich will eine Leitung abnehmen, um zu sehen, ob da überhaupt was spritzt.

"Kalle, gib mal 19er Maul"?, sage ich. Kalle hat seinen 100teiligen ADAC-Koffer aus dem Kofferraum geholt. "Hier is dein Maul", erwidert er triumphierend und hält mir einen 17er Ringschlüssel unter die Nase.

Ich suche mir den Maulschlüssel dann selbst, bin aber erstaunt, als sich die garantiert Chrom-Vanadium-haltige Werbeprämie bei mäßigen Kraftaufwand verbiegt. Kalle glotzt mich an: "Iss doch ChromWanadium drin!". Ich habe sein Superwerkzeug zerstört.

Während wir auf den ADAC warten (das dauerte sehr lange), erkläre ich Kalle die verschiedenen Schlüssel in seinem Koffer.

Schraubenschlüssel unterscheidet man in der Regel nach Schlüsselweite (kurz: SW) in Millimetern und nach ihrer Form.

Meist denkt man bei Schlüssel an den üblichen Gabelschlüssel. Man nennt das Ding auch Maulschlüssel. Hat der Schlüssel an beiden Enden ein Maul, heißt er denn auch Doppelmaulschlüssel. Nachteil bei Maulschlüsseln: setzt man sie auf einen Sechskant, muß der Schlüssel die Kraft über nur zwei Flanken oder Ecken des Sechskants übertragen. Da macht´s bei festen Schrauben oder Muttern oft "gnitsch".

Besser, man greift dann zum Ringschlüssel. Beim Ringschlüssel wird die Kraft über die sechs Ecken oder Flanken übertragen. Bei vergurkten oder sehr festen Schraubverbindungen ist der Ringschlüssel somit erste Wahl, erst wenn man ihn nicht draufkriegt oder die Verbindung schon lose ist, macht man mit dem Maulschlüssel weiter.

2. Bauformen Top

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Ringschlüssel gibt es als Doppelring (mit z.B. SW 17/19er ?Teilung) oder als Ringmaulschlüssel (mit z.B. 17/17er-Teilung).

Dazu unterscheidet man noch nach gerader, gekröpfter und abgewinkelter Bauform. An engen Stellen kommt man manchmal nur mit einer der drei Formen weiter, der gekröpfte oder leicht abgewinkelte ist dabei eine gute Wahl.

Ein Satz Ringmaulschlüssel gehört somit fast zur Grundausstattung. Fein, wenn man dann noch häufig benötigte Größen (SW 10, 12, 13, 17 und 19) in einer anderen Bauform zum Gegenhalten doppelt hat.

Nach wie vor haben "klassische" Ringschlüssel den Nachteil, daß das Sechskantprofil einer Mutter oder Schraube auf der Ecke, nicht auf der Fläche gegriffen wird.

Bei großem Kraftaufwand oder einem schon vorher beschädigten Sechskant reißt man diese Ecken rund.

Vor Jahren bekam ein genialer Tüftler ein Patent für einen Schlüsselprofil, daß nicht auf die Ecken, sondern auf den Kanten greift. Diese "Wunderschlüssel" gibt´s unter dem Namen "Metrinch" in dubioser Qualität und zu horrendem Preis zu kaufen.

Mittlerweile haben andere namhafte Hersteller dieses Profil (leicht geändert, versteht sich) noch einmal neu erfunden und unter verschiedenen Namen auf den Markt gebracht. Man lasse sich vom Fachverkäufer des Vertrauens die Schlüssel zeigen und kaufe im Zweifel das Superprofil. Unterschiede links im Bild.

3. Qualität lohnt Top

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Für Schlüssel gilt, wie für alles Werkzeug: Finger weg von Billigschrott: gutes Werkzeug gibt´s von Hazet, Gedore, Dowidat, Stahlwille, Sandvik-Belzer.

Da steht nicht nur "Chrom-Vanadium" drauf, da ist auch welches drin und die Schlüssel haben tatsächlich die angegebene Weite.

Ein ganzer Satz Ringmaulschlüssel SW 10-19 kostet dann um die 150 Mark, hält aber bei anständiger Behandlung fast ein Leben lang.

Hat man sich mit einem indischen Aluminumschlüssel mal das Wochenende und eine Lichtmaschinenaufhängung versaut, sind die 150 Mark dagegen ein lächerlicher Preis.

Für nahezu alle Sonderfälle des Lebens sind Sonderschlüssel auf dem Markt. Für knifflige Anlasserbefestigungen gibt´s bananenförmig gebogene Schlüssel, mit denen man "um die Ecke" greifen kann, und der Bremsenonkel benutzt eine Art verstärkten, und an einer Stelle aufgesägten Ringschlüssel, um bombenfest sitzende Bremsleitungsverschraubungen loszureißen.

4. Engländer Top

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Sonderfall ist auch der "Engländer" oder "Rollgabelschlüssel", eben ein verstellbarer Maulschlüssel.

In anständiger Qualität und in der Hand eines besonnenen Mannes kann ein solcher Schlüssel ein Segen sein.

Wenn man den Rollgabelschlüssel ausschließlich zum Kontern einer Schraubverbindung einsetzt, ihn nur direkt am Werkstück einstellt und festzieht und nicht großartig damit herumdreht, ersetzt er einen ganzen Satz Maulschlüssel.

Oft wird der Engländer als ERSATZ des Satzes Gabelschlüssel benutzt. Dabei kommt in der Regel nur Murks heraus; an Bord einiger Hochseeschiffe sind diese Dinger darum schlicht verboten.

Seltsamerweise finden Konstrukteure manchmal Gefallen an exotischen Schlüsselweiten.

Entlüfterventile oder Verschraubungen an Radbremszylindern haben oft Schlüsselweite 7, 11 oder 14. An Anlassern treiben sich Muttern SW 15 herum und Lichtmaschinenbrücken werden mit SW 20 verstellt.

In Anlassern gibt?s winzige Muttern mit SW 5 1/2. Wegen dieser Ingenieuersmarotte kommt man rasch auf einen lückenlosen Satz Ringmaulschlüssel SW 5-32. Weniger tut´s auch, bloß sollte die Qualität stimmen.

Kommentare Top

19.05.2003

Ihr sprecht mir aus der Seele , echt geile Seite

10.06.2003 | Markus Jordan

Super Artikel, nach sowas habe ich jetzt im Netz circa 2 Stunden gesucht. Danke für Eure Mühe, hier sowas rein zu stellen!

02.12.2006 | Marko

Wichtiger Hinweis zum Engländer: die bewegliche Backe muß immer in Drehrichtung zeigen, sonst werden bei größeren Kräften Werkzeug und Schraube bzw. Mutter beschädigt!

Zum Artikel vom 15.01.2001
Gruselkoffer contra Qualitätswerkzeug - Übersicht Handwerkzeuge

Zum Artikel vom 02.02.2001
Ohne geht´s nicht - Werkzeugkunde Steckschlüssel und Steckschlüsseleinsätze