Info |
|
Anleitung zum Autolackieren mit der Pistole |
|
|
|
1. Pistole auf 100 Schritt Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Lack kann man aufs Auto bekommen, in dem man das Zeug auf die Motorhaube rollt, pinselt, spritzt oder einfach die Dose ausgießt.
Spritzen kann man darüber hinaus, grob gesagt, mit der Sprühdose oder mit der Spritzpistole. Beide Verfahren benutzen den Luftstrom (der bei der Dose aus Butan/Propan besteht), um den verdünnten Lack in kleine Tröpfchen zu zerstäuben und ihn auf das Werkstück zu transportieren.
Man benötigt für eine Lackierung mit einer Spritzpistole also erst mal Druckluft - und die auch in ausreichender Menge und Qualität. Kleinere Mengen Druckluft stellt man in aller Regel mit Kolbenkompressoren her, die in irgendeiner finstren Ecke der Werkstatt stehen. Um eine ausreichende Menge Luft von mindestens 350 Litern pro Minuten zu liefern, darf das Ding dabei nicht das Miniatur-Modell aus dem Baumarkt sein, das schon mit dem Aufblasen eines Schubkarren-Rades überfordert ist. Besser ist ein eher stattliches Gerät, das etwa 500 Liter bei einem Betriebsdruck von 3 Bar raushauen kann, damit einem nicht mitten in einer Fläche die Luft ausgeht. Wenn es also beim Spritzen sprotzt und spotzt, kann es durchaus am überforderten Kompressor liegen.
Und weil die Luftmenge ziemlich groß ist, sollten auch die Schläuche wenigstens 9, besser 13 Millimeter Durchmesser haben. Darüber hinaus ist auch die Qualität der Druckluft entscheidend: sie muss trocken, relativ warm und vor allem ölfrei sein. Um die Luft richtig trocken zu bekommen, braucht man einen Kältetrockner, den keiner hat. Wichtig ist aber schon ein simpler Wasserabscheider, der aber in jeder Druckminder-Armatur enthalten ist. Unter Umständen kriegsentscheidend ist aber die Ölfreiheit der Luft. Schon winzige Mengen Schmieröl aus dem Kompressor (oder sogar noch extra zugegebener Schmierstoff für Druckluftwerkzeuge) kann die Lackierung ruinieren. Um wirklich alles Öl aus der Luft zu bekommen, sollte man in einen Aktivkohlefilter investieren, den man direkt hinter die Druckminder-Armatur hängt. Es gibt auch Winz-Filter, die man direkt vor die Pistole klemmt.
|
|
|
2. Prototypischer Püsterich Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Der Markt der Spritzpistolen selbst ist vielfältig wie die Welt der Farben und Lacke: es gibt verschiedenste Bauformen in unterschiedlichen Größen und mit diversen Wirkmechanismen. Generell unterscheidet man die Dinger danach, wo der Lack herkommt: so gibt es Fließbecherpistolen, wo die Tünche aus einem auf der Pistole obendrauf angebrachten Becher in das Gerät reinfließt. Die Saugbecher-Pistole saugt die Farbe aus einem Becher, der unten an der Pistole hängt. Das macht den Farbwechsel einfach, aber das Handling schwerfällig.
Dazu unterscheiden sich die Pistolen auch nach der Menge Luft, die sie zum Vernebeln und Transportieren des Lackes benötigen. Waren bis vor 10 Jahren fast ausschließlich Hochdruckpistolen mit etwa 3-3,5 Bar Eingangsdruck auf dem Markt, so sind die jetzt fast ausschließlich durch Niederdruckpistolen ersetzt.
Die hier abgebildete SATA JET 90 ist ein absolutes Standardmodell und prototypisch für die Mehrheit aller am Markt befindlichen Pistolen; weitere Hersteller sind Walther Pilot und BEFRAG mit ihrer Serie Optima. Braucht man so ein Gerät nicht jeden Tag, ist ein Blick auf die Seiten des nicht unbekannten Auktionshauses im Internet angebracht, wo allerhand feilgeboten wird.
Absolut wichtig an so einer Pistole ist aber, dass der Düsensatz, bestehend aus Düsennadel, Farbdüse und der dazu passenden Luftkappe einwandfrei ist. Diese Teile sind miteinander gepasst, so dass bei dubiosem Spritzbild nur alles zusammen zu tauschen ist. Zu einer Pistole werden in aller Regel verschiedene Düsensätze angeboten - mit einer großen Lackdüse verspritzt man dann "dickeres" und mit einer kleineren Düse dünnflüssigeres Material.
Ein richtiges Urteil über den Zustand einer Pistole und des Düsensatzes kann man sich in jedem Fall nur machen, wenn man mit sauberem Lack das Spritzbild testet.
An so einer Pistole lässt sich im Prinzip dreierlei einstellen: die Luftmenge, die Materialmenge und die Art des Sprühstrahls. Bei voreingestelltem Luftdruck, der bei dieser Pistole um die 3,5 Bar liegt (Leitungslänge berücksichtigen und ggf. noch etwas Druck am Druckminderer zugeben), wird die Luftmenge an der Kappe mit der unteren der beiden hinteren Schrauben reguliert.
Zieht man den Abzugshebel voll durch, strömt jetzt diese Menge Luft aus der Luftdüse. Bei allen Pistolen wird immer erst die Luftdüse freigegeben und anschließend die Farbdüse, um ein Tropfen oder Sprotzen zu verhindern. Lässt man den Bügel los, schließt erst die Farbdüse und dann die Farbdüse. Die Farbmenge lässt sich mit der oberen Schraube regulieren; beide Mengen stehen in engem Verhältnis zueinander und variieren je nach Viskosität, Deckkraft und "Fülle" des zu verspritzendem Materials.
Mit der dicken Schraube an der Seite der Pistole kann man den Strahl plattdrücken. Das passiert über die Hörner in der Luftkappe, die wiederum verdrehbar ist. Mit mehr oder weniger "Hornluft" wird der keglige Strahl dann zunehmend elliptisch, was für flächiges Spritzen wichtig ist.
Oben auf der Pistole sitzt der Becher, in den man das wertvolle Spritzmaterial kippt, untendrin ist noch ein Sieb, damit keine Motten, Spielwürfel oder Zigarettenkippen mit aufs Blech gepfeffert werden. Im Deckel des Bechers befindet sich ein Stopfen, der dafür sorgen soll, dass kein oder nur wenig Lack aus dem Becher kommt, wenn man hektisch damit herumwedelt. Ist die winzige Bohrung in diesem Stopfen zugekleistert, wundert man sich nach kurzer Zeit über eine abnehmende Farbmenge.
|
|
|
3. Viskos und Geschmeidig Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Ebenso wichtig wie Werkstück, Druckluft und Spritzpistole ist der Lack. Oder besser, das Material, das man spritzen will. Das kann beileibe nämlich nicht nur Lack sein, sondern auch Primer oder Füller oder sogar Spachtel. Eigentlich lässt sich mit so einer Maschine alles an die Wand kleistern, was sich irgendwie in spritzbare Viskosität bringen lässt.
Die Viskosität oder auf Deutsch "Fließfähigkeit" des Materials ist beim Spritzen neben allen anderen Faktoren von entscheidender Bedeutung. Bleiben wir beim einfachsten Fall eines lufttrocknenden Einkomponentenlacks, so haben wir das Grundmaterial, das zum Spritzen verdünnt werden muss. Beim Zweikomponentenlack kommt noch ein Härter dazu, der eine chemische Reaktion anstößt und den Lack in aller Regel widerstandsfähiger macht.
Man gibt Verdünnung in den Lack, um die Viskosität so einzustellen, dass man kommod damit arbeiten kann. Und zwar möglichst den Verdünner, der zu dem Lacksystem passt, den man da hat. Wer Palinal verspritzt, nehme Palinal-Verdünnung. Glasurit zu Glasurit. Bier auf Wein. Schließlich sind alle Lacke Baukastensysteme, deren Komponenten z.B. in den Siedetemperaturen der Komponenten sauber aufeinander abgestimmt sind.
Nachdem man also ungefähr überschlagen hat, wie viel Material man für das zu lackierende Werkstück braucht, nimmt man diese Menge vom Großgebinde ab und kippt das in einen geeigneten Rührpott.
Damit man jetzt weiß, wie viel Verdünner oder als dritte Komponente auch noch Härter zugeben muss, kann man zwei Verfahren verwenden:
das erste funktioniert mit einem Auslaufbecher, der unten eine definierte Auslaufbohrung von in aller Regel 4 Millimeter Durchmesser hat. In diesen Becher kippt man genau 100 ccm Mischung und stoppt dann sekundengenau, wie lange das Material bis zur ersten Unterbrechung des Strahls braucht, aus dem Becher zu laufen. Verglichen mit den Angaben im Datenblatt, kann man die richtige Spritzviskosität auf diese Weise sehr genau einstellen.
Die zweite Methode ist weniger genau, dafür aber schneller und praktischer: man benützt einen Messstab, mit dem man die Farbe dann auch durchrührt. Diese Stäbe gibt es für verschiedene Verdünnungs-Verhältnisse, zum Beispiel 1:8 oder 1:10. Will man also wie hier auf 10 Teile Lack 1 Teil Verdünnung geben, so gibt man erst den Lack in den Messbecher und dann die Verdünnung. Der Becher sollte allerdings zylindrisch sein, damit das auch hinhaut. Als dritte Markierung findet sich dann noch die Härterzugabe, die auch einem festen Verhältnis entspricht. Wichtig im Hinblick auf das Mischungsverhältnis ist die Umgebungstemperatur und die Temperatur der Zutaten. Alles bezieht sich auf 20° Celsius; bei 5 Grad weniger oder mehr verändert sich die Viskosität mitunter dramatisch und macht einen sauberen Farbauftrag unmöglich.
Oberste Maßgabe bei allem Mischen, Rühren und Spritzen: es gibt keine feste Regel; erlaubt ist, was funktioniert. Wichtig ist beim Einstellen der spritzfähigen Viskosität z.B. auch, wie warm Lack/Werkstück/Spritzbude sind oder ob es grade sehr feucht oder sehr trocken ist. Je nach Breitengrad, Alter des Kapitäns oder kosmischer Hintergrundstrahlung können die optimalen Verdünnungs-Werte reichlich von denen des Herstellers abweichen.
|
|
|
4. Reinliche Mixtur Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Ist das Mischen von einfachen, lufttrocknenden Lacken noch relativ einfach, wird es bei 2-Komponenten-Material schwieriger und bei Effektlacken ausgesprochen diffizil. Hier sollte das Mischungsverhältnis vor allem der Härter-Komponente genau eingehalten werden, damit der Lack richtig abbindet.
Last but not least sollte man beim Anmischen nicht zu geizig sein und eher einen Fingerhut zuviel Material anmischen. Mit einer Portion gerade eben NICHT hinzukommen, treibt auch ruhige Naturen zu Gewalttaten.
Ist die Mischung fertig, kommt sie in die saubere Pistole. Sicherheitshalber sollte man die Lorke vorher unbedingt durch einen Papierfilter oder einen Flies-Fetzen einfüllen; schließlich ist nichts ärgerlicher als ein vermeidbarer Fremdkörper in der frischen Oberfläche. Oder eine Pistole, die wegen eines Lackbrösels im Düsenstock mitten in der Fläche anfängt zu tropfen.
Bei Zweikomponenten-Material ist überdies natürlich noch Eile geboten, weil die chemische Zeitbombe tickt. Das Material wird zwar nicht schlagartig im Becher hart, zieht aber möglicherweise nicht brauchbar an und verändert seine Viskosität. Wichtig auch, die Pistole unverzüglich nach der Lackierung leer zu spritzen und zu reinigen, um alle Lackreste rückstandsfrei abzukriegen. Die feine Reinigung mit dem Bürstchen und ein wenig Zeit ist dabei keine Marotte von peniblen Besserwissern, sondern hilft ebenso wie sauberes Abkleben oder eine saubere Oberfläche, ein 100%iges Ergebnis aufs Blech zu zaubern. Eleganter Nebeneffekt ist, dass die Pistole sofort und immer einsatzbereit ist und nicht erst halbstundenlang von festgebackenen Lackresten befreit werden muss.
|
|
|
5. Mit der Pistole in der Hand Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Hat man eine Spritzpistole das erste Mal in der Hand, sollte man verschiedene Spritzbilder ausprobieren und mit Luft und Material herumprobieren. Generell kann man sagen, dass man für größere Flächen eher einen breiten Strahl und für kleinere Objekte einen kreisrunden Strahl einsetzt. Mit wenig Luft wird dieser kegelige Strahl dann auch richtig scharf und eng gebündelt - auf diese Weise kann man dünne Linien spritzen oder in Ecken und Falze "reinpieken".
Für die Umgebungsvariablen Feuchte, Temperatur und Sauberkeit gilt bei der Arbeit mit der Pistole dasselbe wie für die Sprühdosenlackierung.
Und weil bei unseren Fotomodellen aus der Lehrwerkstatt von DaimlerChrysler in Bremen alles seine Richtigkeit hat, sind zum Beispiel die Räume wohltemperiert. Alles ist blitzesauber und überall da, wo lackiert wird, saugen ausreichend dimensionierte Gebläse Spritznebel und Verdünner ab.
Diese Absaugungen in einer Spritzkabine führen einen konstanten Luftstrom vertikal durch die Kabine; der Nebel fällt durch einen Gitterrost unter das Auto. Kleinteile wie z.B. der schiefe Blick, eine Tür oder ein Fahrradrahmen können auch vor einer halboffenen Absaugung lackiert werden. So was bauen sich findige Leute für den Heimgebrauch selbst - man benötigt dazu nur eine oder zwei leistungsfähige Dunstabzugshauben vom Sperrmüll und ein Gestell, das den Kram beweglich macht.
So eine Absaugung zieht nicht nur die giftigen Lösemittel aus der Bude, sondern schlürft auch noch allen Staub ab, der sonst in der Luft herumfliegt (wenn die Zuluft kontrolliert und gereinigt wird).
Bevor man also Lack anrührt, die Pistole befüllt und anfängt zu spritzen, sollte man sich Kalk, Staub und Fledermäuse aus allen Ecken des Konfirmationsanzuges pusten. Dazu kann man diese Spezialpistole nehmen, die den Luftstrahl aufplustert und fein verteilt. Interessant ist natürlich auch, wohin alles Abgepustete dann fliegt: wenn es nicht direkt weggesaugt wird, landet es vermutlich nebenan auf dem Werkstück und ist da noch schlechter aufgehoben als auf der Schulter des Lackierers. Sich Gedanken zu machen, wohin Staub (und nachher auch Spritznebel) fliegt, wenn er fliegt, ist also unbedingt notwendig. Sekunden vor dem Start entstaubt man die zu lackierende Fläche noch einmal, möglicherweise mit einem Staubbindetuch. Diese Lappen sind backig wie ein alter Fliegenfänger, kleben aber nicht an. An diesen Zaubertüchern bleibt definitiv alles hängen, was sich sonst durch die Lackschicht 20-fach überhöht in der sonst makellosen Fläche zeigt und stundenlange Arbeit wertlos macht.
|
|
|
6. ...wander ich durchs ganze Land. Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Ist der Lack in der Pistole und sind Mann, Umgebung und Werkstück klinisch sauber, testet man zuerst das Spritzbild. Das kann man auf einem Stück Abklebepapier machen oder auf einer Wand der Spritzkabine. In diesem Fall beobachten wir Christian, wie er die Heckklappe des altbekannten SL lackiert. Die wurde in den vorigen Folgen gespachtelt, geschliffen und grundiert. Spritzt man jetzt den Decklack in mehreren Schichten, so ist unbedingt darauf zu achten, dass die Oberfläche absolut riefenfrei ist, weil die meisten Lacke nur sehr wenig Rauheit und Schleifriefen ausgleichen.
Die Bewegung der Pistole sind dieselben wie die mit der Sprühdose. Allerdings ist bei einer Pistole noch ein wenig mehr einzustellen und das kompliziert die Sache.
Generell lässt sich sagen, dass man bei komplizierteren Konturen in jedem Fall mit den Kanten, den Mulden oder Falzen anfangen sollte und die großen Flächen erst gegen Ende spritzt. Um bei einer Tür beispielsweise die Griffmulde sauber zu spritzen muss man möglicherweise aus allen Himmelsrichtungen in die Mulde "reinpieken", damit die Farbe dadrin deckt und vor allem nicht läuft.
Für alle Kanten, Ecken oder Falze nimmt man darüber hinaus noch eher weniger Luft und mehr Lack, weil die Luft sowieso aus der Ecke rauspustet. So ein gesättigter Spitzstrahl birgt aber die große Gefahr von Läufern. Und zwar je mehr, je dünnflüssiger die Mischung, je steiler die Werkstückoberfläche, je höher die Luftfeuchte und je niedriger die Außentemperatur ist.
Wenn das Werkstück wie im Fall dieses Kofferraumdeckels flach vor einem liegt, ist das natürlich angenehm - die Gefahr von Läufern ist radikal reduziert.
Radikal üben sollte man aber in jedem Fall das Lackieren und seine Choreografie: alte Lackreste auftreiben und Schrotteile lackieren, bis die Gewebeaufsicht anklopft.
Trotz der schlechten Qualität der Filme lassen sich die Bewegungen von Christian beim Lackieren gut beobachten, hier wird deutlich, wo man anfängt und wo man aufhört. Interessant auch die Überlegung, wohin eigentlich der Spritznebel geblasen wird. Den sollte man im Hinblick auf eine nebelfreie Oberfläche nämlich vor sich her pusten und die Pistole in der Konsequenz bei einer liegenden Fläche nie lotrecht halten.
Weil aber wie immer viele Wege nach Rom führen, gibt es auch hier kein "so wird das gemacht, nicht anders". Während der eine die Pistole mit der Präzision und zackigen Eleganz einer CNC-Fräsbank bewegt, lackiert die andere "aus dem Handgelenk" und erzielt exakt das gleiche Ergebnis. Hier ist Übung und Erfahrung alles. Ganz wichtig, diesen Bewegungsablauf schon vor dem ersten Sprühstrahl im Kopf zu haben. Denkt man über den nächsten Schachzug erst mitten im Farbauftrag nach, ist es zu spät.
|
|
|
7. Mehr Schichten, Kocher und Trockenzeiten Top |
 Klick: grosses Bild |
Decklacke bestehen in den seltensten Fällen aus einer Schicht, vielmehr wird ein Lack aus 2 bis 8 Schichten aufgebaut. Abgesehen von der Notwendigkeit, dass sich alle Lacke miteinander vertragen und deshalb möglichst aus einer Produktlinie stammen, müssen zwischen den einzelnen Lackier-Schritten Zeiten eingehalten werden. Generell kann man zwei Lackierverfahren unterscheiden:
Das erste und schwierigere ist "nass in nass". Hier spritzt man eine dünne Schicht und benutzt die als "Fliegenfänger" für die nächste. Man wartet einen Moment, bis der Lack angezogen hat und legt die nächste Schicht auf die noch offene Oberfläche der ersten. Das ist elegant und rationell, aber sehr schwierig, weil die Gefahr von Läufern steigt. Wird die ganze Schicht zu dick, kann man auch Probleme mit Lösemittel aus der unteren Schicht bekommen, das sich seinen Weg durch die schon berührungsfeste Oberfläche der letzten Schicht bahnt: diese Krater nennt man Kocher, weil das Lösemittel von unten "durchkocht".
Bei der Zweiten, aufwändigeren aber sichereren Methode einer mehrschichtigen Lackierung wartet man zwischen den Lackiergängen, bis die Oberfläche fest und schleifbar ist. Ob man unbedingt Schleifen muss, hängt von der Oberfläche ab - ein leiser Anschliff mit 1000er Papier ist aber nicht verkehrt. Außerdem zeigt er deutlich, ob die Lackierung schon durchgetrocknet ist. Bilden sich auf dem Papier nämlich Schleifläuse, die das Papier zuschmieren, ist der Lack noch zu frisch: sofort mit dem Schleifen aufhören und warten.
Das Durchtrocknen kann man mit Wärme drastisch beschleunigen. Die bringt man am besten mit einem Infrarotstrahler auf das Werkstück, weil ein normaler Heizlüfter neben der Wärme vor allem Staub auf die Fläche bringt. Ideal sind Infrarotstrahler für Wickeltische oder Badezimmer. Oder Gasstrahler, mit denen sich Gemüsemarktbetreiber über die kalte Jahreszeit retten. Die langwellige Strahlung dieser Dinger wird kaum reflektiert und geht direkt in morsche Knochen oder eine frisch gefärbte Heckklappe. Fein.
|
|
|
8. Staub Top |
 Klick: grosses Bild |
Hat man die Pistole nach dem letzten Sprühstoß gerade aus der Hand gelegt, macht man sich mit messerscharfem Auge über die Oberfläche her. Wenn der Lack noch ganz frisch ist, lassen sich nämlich kleine Einschlüsse noch entfernen. Dazu benötigt man nichts weiter als eine Näh- oder Stecknadel, mit der man das Haar, die Fliege oder den winzigen Brösel irgendwas aus dem flüssigen Lack fischt. Mit Glück schließt sich die Oberfläche und erspart eine neue Lackierung. Das Entfernen von Fremdkörpern geht nur mit einer Nadel und evtl. mit einem gaaanz feinen Pinsel. Nie und Nimmer mit einem Lappen - man macht den Schaden wie Mr. Bean immer nur noch schlimmer.
Hier im Bild sind viele Staubeinschlüsse auf der Fläche: ein klarer Fall für einen mittleren Wutanfall und eine neue Runde.
|
|
|
9. Der Läufer-Albtraum Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Läufer oder Rotznasen sind genauso eklig wie Einschlüsse und verdammen einen auf der Stelle zum Neustart. Die Gründe für Läufer sind dabei vielfältig, der Effekt jedoch immer derselbe: ein zuviel an Material kann sich nicht am Blech halten und gerät ins Rutschen. Logisch, dass flach liegende Teile nicht so riskant sind wie senkrecht hängende. Und dass eine dünnflüssigere Mischung eher fließt als eine dickflüssigere, auch.
Um Läufer zu vermeiden, spritze man also dünne Schichten. Und stelle die Mischung eher "trocken" ein, d.h. mit wenig Verdünner. Und warte, bis die darunter liegende Schicht angezogen hat. Und halte die Pistole immer in Bewegung.
Mit absoluter Sicherheit erzeugt man nämlich Läufer, indem man die Pistole nicht bewegt und z.B. versucht, eine Stelle inmitten einer Fläche durch einen Sprühstoß auszubessern.
Spritzt man eine liegende Fläche, ist ein vertikaler Breitstrahl sicherer als ein horizontaler. Die Bewegung der Pistole ist in diesem Fall links-rechts-links-rechs.
Im den Filmen ist das schön am SL-Kotflügel, der Haube und der Stoßstange für einen DTM-Renner zu sehen. Man beachte auch, dass Christian die zu lackierende Fläche vorher noch einmal mit einem bisschen sauberer Luft aus der Pistole abpustet .
Fast alle Lackfehler zwingen den gebeutelten Lackierer, die Lackierung zu wiederholen. Einzig Spritznebel lässt sich unter Umständen nach komplettem Durchtrocknen der Lackierung noch rauspolieren. Trockene Läufer oder Wellen lassen sich mit einer Miniatur-Raspel so entfernen, dass nicht die gesamte Fläche um das Malheur komplett abgetragen werden muss. Insgesamt sollte das Überlackieren nicht zu oft wiederholt werden, um keine rißgefährdete Lackskulptur zu erschaffen
|
|
|
10. Klebeband fachgerecht runter-rippen Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Hat man eine Punkt-Reparatur innerhalb einer Fläche hinter sich, entfernt man das Klebeband am besten, solange der Lack noch nass ist. An den Rändern läuft der flüssige Film in die abgeklebte Fläche und bildet dann keine so scharfe Kante. Anschließend lässt sich das deutlich besser polieren. Allerdings sollte man das Abnehmen des Tesa-Krepp genau so üben wie das Anbringen, um nicht zur Freude der Kollegen ein Stück Zeitung oder Kreppband in die nasse Fläche zu wedeln.
Am hier gezeigten Scheibenrahmen hat man das Klebeband abgezogen, als es trocken war. Dabei war die Farbe nicht so fest und lecker wie das Band selbst und in der Folge klebte mehr Lack am Band als am Scheibenrahmen. Sowas kann man wie hier im Bild mit Schablone und feinstem Pinsel ausflicken. Die richtig feine Art ist das allerdings nicht.
|
|
|
11. Reinigung, sofort Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Ist man fertig, steht rasch und ohne Zögern die Reinigung der Pistole an; besonders, wenn die Uhr bei Zweikomponentenlack tickt. Dazu den Rest aus dem Becher auskippen oder verspritzen, und eine kleine Dosis Verdünner spritzen. Anschließend die Pistole wie hier im Bild gezeigt, mit Verdünner reinigen. Zerlegt man das Teil komplett, kann es nicht schaden, den mechanischen Teilen im Gerät alle Jubeljahre mal ein wenig Spezialfett zu gönnen.
|
|
|
12. Gesundheit und Umwelt Top |
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild
 Klick: grosses Bild |
Auch in diesem Artikel sind die meisten Sachen ungesagt geblieben. Mangels Raum konnten nur die einfachsten Grundlagen angesprochen werden. Und wie bei so vielen Themen bleibt nur der Hinweis: üben, üben, üben. Mit der Zeit entwickelt man ein außerordentliches Fingerspitzengefühl für das Material, für Bewegung und Flächen. Wohlan und frisch ans Werk!
Zu guter Letzt noch der Hinweis, dass alle hier gezeigten Materialien giftig oder zumindest gesundheitsschädlich sind. Selbst Wasserlacke enthalten noch Spuren von Lösemitteln und sind 100% Chemie. Und alle Chemie entfaltet ihre für den Menschen zerstörerische Wirkung, wenn sie auf die Haut gelangt oder eingeatmet wird. Beim Umgang mit Verdünnung oder Lösemitteln sollte man deshalb auch schon im Hobbybereich unbedingt Handschuhe tragen und sich vor und nach der Arbeit die Hände mit Hautschutzkrem einkremen.
Besonders abträglich ist Lösemittel für den Denkkasten und alle inneren Organe. Das Zeug benebelt, beduselt und zermatscht mit der Zeit die grauen Zellen. Wenn man also auch morgen noch kraftvoll nachdenken will, sollte man immer gut lüften. Das beisst sich grade im Winter mit der erforderlichen Temperatur. Im Zweifelsfall
gebe man aber seiner Gesundheit stets den Vorzug und warte, bis es draußen wärmer wird.
Kommt man nicht um den Umgang mit Lösemitteln oder anderer Chemie herum, ist das Tragen einer guten (!) Atemschutzmaske angezeigt. Das Ding soll nicht nur die Farbpartikel beim Spritzen, sondern vor allem das Lösemittel rausfiltern. So eine Maske gibt?s als Vollmaske, die auch die Augen schützt oder als nur-Mund-und-Nasenteil. Wichtig sind unverbrauchte Filter und konsequenter Gebrauch, um der vorzeitigen Hirnerweichung vorzubeugen. Nach dem Schutz der eigenen Gesundheit ist natürlich noch anzumerken, dass das auch für die Kollegen gilt, wenn man munter mit der Giftspritze herumwedelt.
Alle Chemie, die hier zum Einsatz kommt, ist darüber hinaus auch noch mies für die Umwelt. Es sollte selbstverständlich sein, alle Farb- oder Verdünnerreste zu sammeln und beim zuständigen Schadstoffeinsammler abzugeben. Solange man nicht gewerbsmäßig malert und tüncht, ist das kostenlos.
|
|
17.04.2006 | jkohr |
Das Einstellen der Verdünnung ist bei Einkomponenten-Kunstharzlack, wie er z.B. für Nutzfahrzeuge (Traktor etc.) gerne verwendet wird, auch ohne spezielle Hilfsmittel möglich, wenn auch bestimmt nicht so genau. Hat aber bei mir tadellos funktioniert (Moped - Rahmen):
Mit einem sauberen (!) Holzstab die Verdünnung in den Lack rühren und dabei immer wieder das Fließ- und Tropfverhalten prüfen. Im Klartext: Rühren und den Stab herausziehen. Die richtige Konsistenz ist erreicht, wenn es kurz fließt und dann ein paarmal tropft.
Fließ - tropf - tropf - tropf.
Rein in den Fließbecher und an die Arbeit! |
|
18.04.2006 | Patrick |
eine kleine frage kenne mich nicht so aus
350 liter pro minute ansaug leistung oder abgabe?! Üblicherweise spricht man von Lieferleistung. Die bezieht sich aber auf den eingestellten Druck und etwa 350 Liter sollten mithin bei 3 Bar rauskommen. JEM |
|
25.04.2006 | thorsten |
Es wäre noch was zu sagen zur Lackierumgebung. Schließlich hat nicht jeder die beheizbare Lackierkabine mit Absaugung und wasserberieselten Wänden zu Hause...
Vielleicht hat ja jemand DIE Idee, wie man aus der normalen, dreckigen Autogarage einen brauchbaren Lackierplatz macht.
Wie macht ihr das? Gute Frage! Sollte hier keine Antwort kommen, empfehle ich ein Posting im Forum dieser Seite. JEM |
|
26.05.2006 | Axel |
Hi!
Erstmal super Beitrag...
Hätte aber auch mal eine frage.
Kann man eigentlich Sprühdosen farben und die aus der Spritzpistole Kombinieren?Also ich meine z.b eine Stelle die ich gepachtelt habe schon mit einer Sprühdose grundieren und schleifen,oder sollte auch die grundierung immer mit der Spritzpistole erfolgen??
Gruß Axel. Es kommt darauf an, WELCHE Lacksysteme Du miteinander kombinierst. Passt die Kombination, geht das. JEM |
|
05.06.2006 | Leizi |
Hallo
Guter Artikel, aber bei manchen Punkten bin ich anderer Meinung:
Beim Lackmischen habt ihr geschrieben, dass man zuerst den Lack ins Gefäß schüttet, dann die Verdünnung und dann erst den Härter.
Bei den Messstäben auf euren Fotos ist die Skalierung aber so: Zuerst Lack, dann Härter und dann Verdünnung.
z.B.: 2K Acryl Autolack: 2:1:
2 Teile Lack, 1 Teil Härter und ca. 10% Verdünnung
Zum Filtern des fertig gemischten Lacks kann man auch Muttis alte Strumpfhosen verwenden.
Zum Reinigen der Farbspritze kann man auch alle Metallteile über Nacht in Nitro einlegen, zuerst allerdings mit Pinsel und Nitro alle sichtbaren Lackspuren entfernen.
Ich habt beschrieben dass das Nass in Nass lackieren schwieriger ist als mit einer Schicht zum Glanz zu kommen.
Da bin ich anderer Meinung (hab andere Erfahrungen gemacht):
Wenn man auf einmal so viel Lack aufspritzt, dass dieser zu glänzen beginnt, dann ist es mir immer leichter passiert, dass Läufer entstanden sind.
Außerdem zweifle ich an, dass jeder eine Lackierkabine zu Hause hat.
Ich mache meine Freiluftlackierungen immer so:
Fahrzeug so stellen, dass die zu lackierende Fläche im Schatten steht, sonst zieht der Lack zu schnell an und man bekommt Läufer oder Orangenhaut und dass sieht am Auto genauso schlecht aus, wie bei Frauen.
Man sollte beim Abkleben immer sehr genau sein und auch auf der anderen Seite des Fahrzeuges eine Decke drüber werfen, denn der Lacknebel kann auch übers Auto wandern und sich auf der anderen Seite ablegen.
Ich lackiere immer in 3 Schichten:
1. Schicht: Bei dieser Schicht schaut man nur, dass alles genug Farbe abkriegt. Also dort wo das Fahrzeug noch alte Farbe hat braucht man weniger und dort wo z.B.: Grundierung ist etwas mehr Farbe hinspritzen. Aber sofort aufhören wenn es glänzt! Diese Schicht sollte eher Matt und grobkörnig werden. Lieber eine 4. Schicht lackieren als eine Läufer zu riskieren.
Nach dieser Schicht sollte man so lange warten bis der Lack fast nicht mehr klebt, dazu mit Finger auf ein Stück Abdeckband wo man viel Farbe hingespritzt hat testen. Ist die Farbe noch flüssig unbedingt warten mit der nächsten Schicht.
2. Schicht: Diese Schicht ist schon wichtiger, da sie schon Einfluss auf das Lackergebnis hat.
Man sollte ganz gleichmäßig Lack aufbringen und dabei eine matte grobkörnige Schicht erzeugen. Auf gar keinen Fall darf diese Schicht schon glänzen, denn dann hat man zu viel Lack. Nach dieser Schicht darf man allerdings nicht mehr so lange warten. Man sollte oft auf das Klebeband tippen um zu testen, ob dich Schicht nicht mehr Nass sondern nur noch klebrig ist. Sobald diese klebrig ist, mit der Deckschicht beginnen.
3. Schicht: Die Deckschicht ist die heikelste Schicht. Wieder nur gleichmäßige Bewegungen von links nach rechts oder umgekehrt durchführen und nicht wie wild umherfuchteln. Bei dieser Schicht kann man nicht einfach gerade auf den Lack schauen und warten, bis es glänzt, denn dann hat man Schnell einen Läufer. Man muss etwas schräg von der Seite in den Lack schauen und dann sieht man genau, wenn die grobkörnige Struktur sich füllt und glatt wird. Bis der Lack glänzt vergehen meist 1 bis 2 Sekunden. Aber das bekommt man durch Üben ins Gefühl.
Zum Kommentar von Axel:
Hände weg von Sprühdosengrundierungen!!!
Eine Sprühdose hat nur einkomponentige Lacke in sich, dass heißt: man kann diesen Lack jederzeit durch Lösungsmittel wieder auflösen. Einfacher Versuch: Lackiert ein Stück mit einer Spraydose und wenn alles trocken ist, kann man mit einem Stück Stoff in Nitro getränkt wieder alles wegwischen (das geht sogar nach einigen Jahren Trocknungszeit!). Da aber in den Decklacken Lösungsmittel enthalten sind, können diese die unteren schichten auflösen. Sprüht man jetzt etwas zweikomponentiges darüber kann es sein, dass der Decklack schon aushärtet, aber die Sprühdosengrundierung noch flüssig ist. Das Ergebnis: man kann den Decklack wie ein Stück Gummi von Werkstück abziehen.
Eine gute Vorgehensweise ist folgende:
Dellen so gut als möglich ausklopfen, dann Spachten (wenn Spachtel auf alten Lack aufgetragen wird, dann diesen unbedingt mit 80er oder 60er Schleifpapier anschleifen, weil sonst die Spachtelmasse nicht gut hält)
Alles mit 80er oder 120er Schleifpapier und z.B.: Exzenterschleifer abschleifen. Diese Schritte wiederholen bis der Untergrund dellenfrei ist und die gewünscht Form hat. Dann darauf einen Füller spritzen, dieser gleicht die Kratzspuren vom 80er Schleifpapier wieder aus. Ein Füller besteht aus zwei Komponenten, es gibt 4:1 oder 10:1 Füller (4 Teile Füller und 1 Teil Härter). Jetzt noch mit mindestens 600er Schleifpapier Nass schleifen und dann wenn alles schön glatt ist mit Nitro entfetten und Decklack in drei Schichten raufspritzen.
Durch diese Methode bin ich immer zu einem ganz guten Ergebnis gekommen.
Ich hoffe ich habe euch nicht zu sehr kritisiert oder vollgeschwafelt.
Schöne Grüße
Leizi
Kritik ist immer willkommen! Danke! JEM |
|
06.06.2006 | Volker |
Hallo!
Ihr sprecht bei Lackfehlern oder Läufern von "stellenweise ausbessern " bzw.nachlackieren. Was mache ich wenn ich keine Bezugskante kabe die ich abkleben kann? Z.B. eine kleine Stelle ( Ecke) auf ner großen Heckklappe nachbessern. Wie schaffe ich es da zu lackieren ohne dann überall Nebel zu haben? Bzw. wie bekomme ich den Nebel wieder richtig weg? Oder gibt es wirklich nur die Möglichkeit das ganze Teil neu zu lackieren? Um alles wirklich sauber hinzukriegen - neu lackieren. Um das Teil "günstig" zu machen: innerhalb der Fläche lackieren und großflächig abkleben. Nicht bis an die Kante lackieren. Sprühnebel innerhalb der Fläche nach dem Trocknen mit spezieller Polierpaste wegpolieren. JEM |
|
10.08.2006 | Wolfgang Löwe |
Hi,
"Lässt man den Bügel los, schließt erst die Farbdüse und dann die Farbdüse. " - das soll doch wohl eher "schließt erst die Farbdüse und dann die Luftdüse." heissen, gell? =) Der aufmerksame Leser ist noch nicht ausgestorben! Danke für den Hinweis ;-) wird demnächst eingearbeitet. JEM |
|
16.09.2006 | petra |
:-)))
finde es total fetzig :-)das ihr so nen service anbietet, wo genau erklärt wird worauf man achten muß ,und wie man dies und jennes machen sollte.echt coll :-)
danke gruß petzi :-))) |
|
14.12.2006 | ogge |
Hi,
bezogen auf Thorstens Frage nach einer "Garagenmodifikation": Ich hab gute Erfahrungen beim Lackieren von Kleinteilen gemacht, indem ich eine große Wäschespinne von außen mit Bettlaken zugehangen habe und obendrauf auch noch ein Bettlaken gelegt habe. Alles schön mit dem Gartenschlauch wässern und schon kann man prima einzelne Karosserieteile lackieren, ohne dass es Staubeinschlüsse gibt oder die Garage farbversaut war ;). Hat gut geklappt.
Analog dazu würd ich für deine Garage sagen: Kehr die Garage gut aus, häng dir eine "Kabine" mit alten Betttüchern ab (kannst ja Drähte oder Seile zum Aufhängen spannen) und sprüh die Tücher und den Boden gut mit Wasser ab. Die Laken sollen gut feucht sein und bis auf den Boden runterhängen. Vollständigerweise kannst du auch den Boden und die Decke "verkleiden", mach das Laken an der Decke aber nicht zu nass, es darf logischerweise nicht tropfen. Ein Pflanzensprüher ist gut um es zu befeuchten. Idealerweise macht man das im Sommer, sonst frieren die Laken fest und der Lack wird eh nicht so prall.. ;)
Nach erfolgter Lackierung Laken nach Trockung abnehmen, zusammenlegen und schon kannste wieder in der Garage schrauben. Viel Erfolg, ogge Wow! Schöne Beschreibung! JEM |
|
22.03.2007 | Holger |
Ich finde den Artikel sehr gelungen.
Die paar kleinen Fehler die hier Bemängelt werden,
sind meiner Meinung nicht sehr Tragisch.
Jeder Lackierer hat so seine Eigenarten und eigenen Tricks und Kniffe.
Nur weiter so.
Gefällt mir sehr gut eure Seite.
Gruß
Holger
(Lackierergeselle) |
|
18.06.2007 | Karsten |
Hi, super Artikel wie ich finde. Hoffe es klappt so mit meiner ersten Lackierung. Nur schade das die Videos nicht funzen, da man so die Bewegungen beim Lackieren besser verstehen könnte. Danke für die klasse Anleitung Huch! Videos gehen nicht? Gleich mal nachschauen... Danke fürs Lob! JEM |
|
12.09.2007 | Andreas Post |
Hallo,
sehr guter Artikel. Es ist heute selten geworden, dass sich jemand mit viel Hingabe und Fachkompetenz seinem Beruf widmet und dann auch noch andere daran partizipieren läßt. Das systematische Beschreiben läßt hohes weiteres Potenzial erwarten. Eine gute Karrirechance in großen Unternehmen ist gegeben. Weiter so und viel Erfolg!
Achja: Die Videos gehen wirklich nicht. Danke für das Lob....! Das mit den Videos wird weitergeleitet! JEM |
|
19.09.2007 | Stefan |
Sehr guter Artikel, doch leider hab ich Ihn erst nach meiner Lackierarbeit gelesen, so ein Mist.
Hier aber eine Frage: Beim Lackieren habe ich zu nah an den Abklebestreifen lackiert (Farbe und Klarlack), sodaß ich beim Abziehen der Schutzfolie eine Kante zwischen neuen und alten Lack habe. Kann ich diese Kante mit einer Schleifpaste rausolieren oder muß ich die komplette Fläche neu lackieren. Einen Versuch mit Schleifpaste ist es in jedem Fall wert - neu Lackieren geht immer. Viel Erfolg! JEM |
|
05.11.2007 | Leizi |
Hy
Ich hätte noch ein paar Tipps für Beilackierungen:
Geht bei Einschicht- und Metallic Lack:
Am besten ist es wenn man einige cm zum Vernebeln hat, die muss man allerdings ganz leicht mit 1000er papier anschleifen. Das Abklebeband biegt man einfach auf, dann entsteht keine harte Kante am Lackende. Für die letzte Schicht sollte man dann nochmal einen cm mehr haben zum nebeln, hier muss dann der alte Lack nicht mehr angeschliffen werden, aber nach der letzten Schicht, wird am Übergang dann nochmal ganz dünn ein so genannter 2K Löser aufgetragen, dieser löst die alte Lackschicht an und verbindet sich mit dem neuen Lack. Wenn man das ein wenig geübt hat, muss man danach nicht mal mehr polieren.
mfg Leizi |
|
22.03.2009 | Micha |
Hay geiler beitrag ihr hab mir überhaupt schon sehr oft geholfen, naja als Abi-Stift hat man halt kein geld und selba machen bei nem golf geht klar aber mit euren tipss anleitungen und tricks spart mann sich viel zeit und geld. ich würde dieser site sogar geld spenden;)
Naja nun das was ich überhaupt sagen wollte werde mal in nächster zeit ein paar teile von meinem golf lackieren, brauch ich unbedingt ne druckluftpistole oder kann ich die komplettenfläschen mit 2K Lack aus der Dose machen ? Kann man so pauschal nicht sagen - kommt auf Deine Ansprüche an. JEM |
|
31.05.2009 | Theodor |
Kann man fuer kleinere Stellen auch mit Hobbyairbrushpistolen arbeiten, oder sollte man dann lieber gleich zur Dose greifen Man kann. Das hängt von Deinem Airbrush-Set ab. Oder von der Qualität der Dosen. Wenn Du eine gute Pistole hast - Pistole. Wenn Du guten Lack aus der Dose mit guten Caps hast: Dose! JEM |
|
12.08.2009 | Weissensteiner Werner |
Hallo echt gute Anleitung zum selbermachen ich hab schon des öfteren Lackiert und hat eigentlich immer gut gefunzt bis auf die Staubteilchen und Mücken.
Aber heute bin ich mit meinem Latein am ende gestanden hab eine Metalick Farbe Lackiert und eine stelle bei der Klarlack schicht ist noch rau gewesen und weil es schon ein Paar stunden her war mit 1000 papier angeschliffen und Klarlack mit Verdünung angerüht und Lackiert und dann hat es mich aus den Socken gehaun auf einmal enstehen kleine Risse ungefähr wie Kranfadern. Nun meine Frage ist die Verdünung schuld gewesen hate leider nur eine Nitro und keine Acryl Verdünung bin auf nummer sicher geangen und hab alles abgeschliffen und neu Lackiert und mit dem Klarlack warte ich bis die Farbe trocken ist (wie lange sollte man min warten bei dieserwariante )gruß werner Fernwartung ist von hier aus ganz schwer. Fast alle Metalliclacke bestehen aus zwei Schichten und müssen (!) dann von einem Hersteller kommen. Die erste Schicht (metallic-Grundfarbe) ist fast immer matt und hält alleine noch nicht. Der Klarlack macht den Metalliclack dann perfekt. JEM |
|
16.10.2009 | Daniel Feldmann |
Ihr schreibt: das Klebeband abziehen , wenn der Lack noch nass ist. Erscheint mir auch sehr logisch, aber wie sieht es aus , wenn ich z.B erst Grundierung , dann Füller, dann Basis-Lack und dann Klarlack aufsprühe ....Jedes mal neu abkleben ? Jein. Du kannst die ausgefransten Ränder a. anschleifen/überschleifen oder b. einfach Schicht für Schicht auftragen. Das hängt auch von der Lage Deiner Kante ab. Mitten in einer Fläche sieht das ganz anders aus als in einer Kante. JEM |
|
19.10.2009 | MICHEL |
Saugut ej, hab in dieser Form noch keinen gleichen Artikel gelesen, hat mir geholfen meinen Audi 80 ( B3 ) in total neuem Zustand erscheinen zu lassen. |
|
20.10.2009 | Rockabillymafia |
Geil geschrieben - habe mich teilweise gekringelt vor lachen...... |
|
22.10.2009 | Malte |
Hey, so bin jetzt dabei mir das ganze Zeug zu kaufen, aber habe noch ein paar fragen.
Ich habe ein paar kompressoren gefunden die Preislig erschwinglich bleiben aber ein relativ kleines volumen dafür aber einen druck von 8 Bar. Gleicht sich das dann nicht aus mit der Luftzufuhr bei weniger Druck sodass das Volumen ausreicht. Ich habe eine Sata 3000 HVLP Digital gefunden und wollte fragen ob sie den anforderungen entsprechen und was profis davon halten. Brauch ich für die Grundierung eine andere Pistole oder kann ich diese dafür benutzen.
MFG Malte
Kompressor: hängt von dem ab, was Du lackieren willst. Kleiner Kompressor, sehr großer Tank geht theoretisch auch. Besser: Kompressor mit 2 kW Anschlussleistung UND großer Tank. Tank ganz aufpumpen, dann spritzen. SATA ist immer gut. Gruß! JEM |
|
19.01.2010 | Schoki |
Mal eine Frage zum Reinigen von Lackierpistole und Co.:
Wo bewahrt ihr euer Verdünnungsbad (oder anderer Reiniger) auf und was für Verdünnung nehmt ihr?
Offen stehen lassen fällt aus, dann ist in ein paar Tagen nichts mehr da, sämtliche Plastikeimer lösen sich auf, groß genug, um darin bequem die Pistole drehen und wenden zu können sollte es auch sein. Sozusagen eine große dicht schließende Metallschüssel....
Wer kann mir da helfen?
Prima sind Omas Email-Eimer mit Deckel. Sowas gibts vermutlich noch in altmodischen "Eisenwarenhandlungen" oder im Zweifel bei manufactum. JEM |
|
22.07.2010 | Oburi |
Einfach Genial und ein sprachtechnische Meisterleistung noch dazu. Viel Witz und super Wortwahl... :)
Ich freu mich schon auf meinen 25ten am Samstag... Da wird mein Corsa Metallicgrün... :D
Und bis dahin heißt es noch: Schleifen, schleifen, schleifen...
Jemand Lust zu helfen? :P |
|
16.08.2010 | Locutus |
Super Anleitung, werde das mal versuchen umzusetzen. Herzlichen Dank. |
|
06.11.2010 | Justin |
Hey sehr Guter artikel!!
habe aber noch ein paar fragen.
Und zwar habe ich einige stellen an meinem Polo Lackiert
(Lack: LD6D Pistazien Gruen Einschicht Lack)
( rost sieht ja doof aus) habe also mit Pistole gearbeitet und den Lack mit einer Skala von (audi vw) angemischt, aber aus irgend einem grund wird der lack nicht richtig schön sieht manchmal so rauh aus und nur an einigen stellen ganz glatt und schön. mache ich da etwas falsch oder kann ich das nach dem der lack hart ist mit 2000 schleifpapier glatt machen und polieren denn so sieht es nur sch***.... aus. will nicht sagen dass es komplett mies aussieht aber es stört mich selber. wäre toll wenn ich ein paar antworten bekommen würde:
und schonmal danke im vorraus
;-) Azubi-KFZ Mechatroniker
Schwer zu sagen: vermutlich Staub. Kann aber auch andere Gründe haben. JEM |
|
27.01.2011 | ulli41 |
Habe 1980 meinen Wartburg lakiert. Schlech und recht. Nur mit Rundstrahl da ich es nicht besser wusste.
Jetzt will ich 2 Mopeds " Schwalbe lakieren".
Da kommen mir die Beiträge sehr gelegen.
|
|
26.04.2011 | Reginchen |
Habe heute mal einige Tips ausprobiert und muss sagen dass sie eins A funktionieren. Bin ebenfalls dabei meine Schwalbe neu zu lackieren. Sie wird wieder genauso grün wie das Original ^^
Ansonsten ein SEHR guter Beitrag und für einen Newbie wie mich sehr nützlich. Dickes Lob. |
|
12.05.2011 | Mani |
Super Beitrag, mit Geld nicht zu bezahlen ! Danke ! |
|
|