Während ich mich über Kalles liegengebliebenen Astra beuge, steht er mit Händen in den Hosentaschen daneben und saugt an seiner Zigarette. Irgendwas stimmt mit der Einspritzpumpe nicht. Ich will eine Leitung abnehmen, um zu sehen, ob da überhaupt was spritzt.
"Kalle, gib mal 19er Maul"?, sage ich. Kalle hat seinen 100teiligen ADAC-Koffer aus dem Kofferraum geholt. "Hier is dein Maul", erwidert er triumphierend und hält mir einen 17er Ringschlüssel unter die Nase. Ich suche mir den Maulschlüssel dann selbst, bin aber erstaunt, als sich die garantiert Chrom-Vanadium-haltige Werbeprämie bei mäßigen Kraftaufwand verbiegt. Kalle glotzt mich an: "Iss doch ChromWanadium drin!". Ich habe sein Superwerkzeug zerstört. Während wir auf den ADAC warten (das dauerte sehr lange), erkläre
ich Kalle die verschiedenen Schlüssel in seinem Koffer.
Schraubenschlüssel unterscheidet man in der Regel nach Schlüsselweite (kurz: SW) in Millimetern und nach ihrer Form. Meist denkt man bei Schlüssel an den üblichen Gabelschlüssel. Man nennt das Ding auch Maulschlüssel. Hat der Schlüssel an beiden Enden ein Maul, heißt er denn auch Doppelmaulschlüssel.
Nachteil bei Maulschlüsseln: setzt man sie auf einen Sechskant, muß der Schlüssel die Kraft über nur zwei Flanken oder Ecken des Sechskants übertragen. Da macht´s bei festen Schrauben oder Muttern oft "gnitsch".
Besser, man greift dann zum Ringschlüssel. Beim Ringschlüssel wird die Kraft über die sechs Ecken oder Flanken übertragen. Bei vergurkten oder sehr festen Schraubverbindungen ist der Ringschlüssel somit erste Wahl, erst wenn man ihn nicht draufkriegt oder die Verbindung schon lose ist, macht man mit dem Maulschlüssel weiter. |