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Ist ein Dichtring "vorfristig", d.h.: nach unnormal kurzer Laufzeit kaputtgegangen, sollte man die Lauffläche der Welle besehen: ist sie einwandfrei glatt oder hat der alte Ring eine kleine Nut in die Welle gedreht? Ist der alte Ring beschädigt? Vielleicht hat der vorige Monteur gemurkst und den Ring verkantet oder gewalttätig eingebaut. Wurde das richtige Öl verwendet? War das alte Öl noch die Originalfüllung von vor 15 Jahren und entsprechend kaputt und aggressiv? Um den alten Ring aus dem Gehäuse zu bekommen, muß man meistens nur einen Schraubenzieher ansetzen und den Ring aus seinem Sitz hebeln. Ist der Ring etwas versenkt, kann man mit einem an der Spitze abgewinkelten Schraubenzieher Glück haben. Wichtig ist in jedem Fall, daß die Welle nicht beschädigt wird.
Hat man den alten Ring draußen, die Eindrehung, in der der Ring saß, peinlich
sauberkratzen. Oft läuft das Öl wegen schlampiger Montage nicht durch die Dichtung, sondern Außen am Ring vorbei.
Die Dichtlippe des neuen Rings leicht einölen und den Ring vorsichtig über die Welle
schieben, bis er vor dem Gehäuse steht. Sitzt der Ring nur lose im Gehäuse, kann man ihn Außen dünn mit nicht aushärtender Dichtmasse (Curil, Reinz-O-Plast, etc.) einstreichen, um
zu verhindern, daß das Öl "außenrum" läuft.
Jetzt den Ring in seine endgültige Position drücken oder schlagen. Der Ring besitzt meist einen Stützring aus Stahlblech, der dem kostbaren Bauteil Steifigkeit verleiht. Jedwede Kraftanwendung darf nur an diesem Stahlblechträger erfolgen! Um einen Ring bei ausgebauter Welle in seinen Sitz zu bekommen, kann man oft mit einer Stecknuß, die den passenden Außendurchmesser besitzt, nachhelfen. Nuß vorsichtig auf den Ring setzen und mit ganz zarten Schlägen den Ring eintreiben. Ansonsten gaaanz sinnig auf den äußersten Rand den Rings schlagen. Darauf achten, daß der Ring nicht verkantet. |