Flopppp!

Bremskolben demontieren

Flopppp!

# 225 | 05.06.2017 | JEM

Olle Bremskolben mit Druckluft rauszukloppen, versteht sich beinahe von selbst. Allein: Wie den Püsterich auf das Bremsschlauch-Gewinde adaptieren?

Wer sich heute noch die Mühe macht, verrottete Bremssättel oder Radbremszylinder zu überholen, gehört zum alten Eisen - so wie die Mühle aus der der  Eisenklotz stammt.
Nichtdestoweniger gehört die Reparatur von Zylindern zu den grundlegenden, ehrlichen Arbeiten am Auto und spart bei aller China-Konkurrenz immer noch eine halbe Tankfüllung.
 
Die Reparatur eines Bremssattels hat der Kollege SIB ausführlich beschrieben, auch der Hinweis auf Druckluft, um den Kolben aus dem Sattel zu katapultieren fehlt nicht.
Wer aber die Pressluftpistole in der Flosse hat, wird feststellen, dass deren Mundstück nimmer in die Bohrung des Bremssattels passt.
 
Die Hilfe lauert nur selten weit - und besteht aus dem üblicherweise ebenfalls mürben Bremsschlauch.
Das Ding gibt einen prima Adapter und lässt sich, falls zugequollen, auch mit einem dreimillimetrigen Bohrer wieder durchgängig machen.
 
Sollte noch erwähnt werden, dass der Kolben dann mit ordentlichem Wuppdich aus der Bohrung floppt und man tunlichst ein Holzstückchen an die Aufschlagstelle legen muss?

 
Bild des Benutzers TheTechnicalGuy
Dabei seit: 05.06.2017

Da nicht jeder so eine schnieke elektrische Luftpumpe in seiner Werkstatt rumstehen hat und manch einer vielleicht einen Oldtimer wiederbeleben will der zuvor Jahre herumstand, gibt es noch einen anderen Weg.
Statt einen Adapter schraubt man vorsichtig einen Schmiernippel in die Schlauchöffnung und flutet dann alles von innen mit Fett. Dies hat den netten Vorteil das man die Kolben langsam und kontrolliert herausdrückt. Da man zur Revision eh alles auseinander bauen muss ist das reinigen des Fettes dann quasi ein überflüssiges Übel.
Hoho! Du hast natürlich völlig recht - sollte ich bei Gelegenheit mal probieren. Und gibt einen prima Tipp! Danke! JEM